Steinach-Stafflach
"Superlösung" ging den Bach runter

Die Einfahrt von der Brennerbundesstraße in den Ortsteil Stafflach – hinten im Bild das BBT-Containerdorf.
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  • Die Einfahrt von der Brennerbundesstraße in den Ortsteil Stafflach – hinten im Bild das BBT-Containerdorf.
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STEINACH.Die geplante Brücke zum BBT-Containerdorf kommt nicht. Was von den langen Verhandlungen übrig bleibt, ist mehr Verkehr durch Stafflach.

Im April 2019 haben wir über die "Superlösung" – eine auch für Autos befahrbare Radwegbrücke zum BBT-Containerdorf in Stafflach – berichtet. Auch im BEZIRKSBLÄTTER-Jahresrückblick war noch einmal darüber zu lesen. Dabei hätte der Baubeginn schon im vergangenen Sommer erfolgen können. Die Gespräche mit dem Grundeigentümer zogen sich aber hin. Verantwortliche und Anrainer hofften dennoch bis zuletzt, das Vorhaben würde realisiert.

Projekt ist gestorben

Dem ist nicht so. Franz Ebner verweigerte am Ende doch die Zustimmung und unterschrieb den bereits fertig ausgearbeiteten Vertrag nicht. "Schade, ich war auch überrascht", sagt Bgm. Josef Hautz, der in die vielen Verhandlungsrunden – auch mit dem Land und der BBT SE, u. a. ging es hier um die Finanzierung, – voll involviert war. "Eigentlich wäre schon alles auf Schiene gewesen. Wir waren drauf und dran, die Behördenverfahren einzuleiten und wollten jetzt im Frühjahr mit dem Bau starten", zeigte sich auch LA Florian Riedl aus Steinach ob der Absage verdutzt. Er und Hautz sind nach wie vor der Meinung, die Radwegbrücke hätte eine "Win-win-Situation" für alle mit sich gebracht.

Zufahrt durch Wohngebiet bleibt

Warum wäre diese Brücke für Stafflach wichtig gewesen? Am Rande des Ortsteils wurde 2019 das neue Containerdorf für Arbeiter des Brenner Basistunnels errichtet. Zwei der drei geplanten Blöcke stehen inzwischen. Sie bieten aktuell bis zu 240 Personen platz (im Vollausbau bis zu 360). Der Bau des Containerdorfs ist schon lange genehmigt und stieß bei den Bewohnern auf wenig Widerstand. Aber gegen die Zufahrt mitten durch das Wohngebiet wurden noch Einwände laut. Eine Unterschriftenliste untermauerte den Protest und den Wunsch nach einer Alternativlösung. Die war nach längeren Überlegungen mit der Radwegbrücke scheinbar gefunden.

"Sind zutiefst enttäuscht"

Diese hätte von der Schmirntalstraße direkt zum Containerdorf und somit an dem dichter besiedelten Bereich vorbeigeführt. Sie wäre einerseits Bestandteil des Wipptaler Radweges geworden und hätte es andererseits ermöglicht, dass Pkw Stafflach umfahren. Lediglich die Lkw-Transporte für den Auf- und später wieder vorgesehenen Abbau des Containerdorfs hätten so über die Gemeindestraße erfolgen müssen. Nun aber kriegen die Anrainer den gesamten Verkehr ab. "Das ist für uns natürlich nicht gut. Vorher sind drei Autos pro Tag bei uns durchgefahren, jetzt ist es ein Vielfaches. Und teilweise sind sie sehr schnell unterwegs", berichtet Anrainer Josef Eller. Für ihn – und wie er versichert auch für die meisten Stafflacher – sind die jüngsten Entwicklungen "mehr als enttäuschend": "All unsere Bemühungen waren für die Katz."

Ebner: "Wollte Rückbau"

Grundbesitzer Franz Ebner begründet seine ablehnende Haltung damit, dass er lieber gehabt hätte, die Brücke wäre später mit dem Containerdorf wieder rückgebaut worden: "Ich hätte die Brücke grundsätzlich befürwortet, aber nicht auf Lebzeiten. Ein Rückbau wäre aber nicht möglich, somit sind wir schlussendlich nicht übereingekommen." Nachsatz zur doch längeren Dauer der Entscheidungsfindung – denn, dass die Radwegbrücke in ein paar Jahren wieder demontiert würde, war ja nie eine Option: "Sowas muss man sich reiflich überlegen. Das geht nicht von heute auf morgen."
Eine gute und eine schlechte Nachricht gibt es zum Schluss noch. Die schlechte: Plan B für eine wie auch immer geartete Verkehrsentlastung des Ortsteils gibt es keinen. Die gute: Am Gesamtprojekt Radweg durch das Wipptal soll sich deshalb trotzdem nichts Grundlegendes ändern.
www.meinbezirk.at

Autor:

Tamara Kainz aus Stubai-Wipptal

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