Herdenschutz in Tirol
Maßnahmen nur in manchen Gebieten umsetzbar

Über 700 Schafe und 80 Ziegen von 26 verschiedenen BesitzerInnen werden auf die Verwall Alm in St. Anton aufgetrieben. Sie zu schützen ist technisch möglich, aber vor allem in der Anfangsphase mit hohen Zusatzkosten verbunden.
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  • Über 700 Schafe und 80 Ziegen von 26 verschiedenen BesitzerInnen werden auf die Verwall Alm in St. Anton aufgetrieben. Sie zu schützen ist technisch möglich, aber vor allem in der Anfangsphase mit hohen Zusatzkosten verbunden.
  • Foto: © Land Tirol/Agridea
  • hochgeladen von Lucia Königer

TIROL. In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Vorfällen mit großen Beutegreifern, die die traditionelle Almwirtschaft mit Schafhaltung im freien Weidegang vor große Herausforderungen stellte. Im Zuge dessen wurde anhand einer Machbarkeitsstudie eingehend geprüft, inwiefern in Tirol ein Herdenschutzsystem umsetzbar ist. 

Machbarkeitsstudie prüft Herdenschutz

Vier Almen im Tiroler Oberland und in Osttirol wurden ausgewählt, um an ihnen die in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie zum Herdenschutz zu prüfen. 
Das Ergebnis: Maßnahmen wie Behirtung, gezielte Weiterführung, Zäune, Pferchen oder Hunde zum Schutz der Herde konnten auf einem Teil der untersuchten Tiroler Schafalmen umgesetzt werden. 
Die anderen Almen sind nicht geeignet, um Herdenschutzmaßnahmen umzusetzen. Dies liegt unter anderem an der momentanen Bewirtschaftungspraxis und den derzeitigen Rahmenbedingungen. 
Die Kosten der Herdenschutzmaßnahmen würden je nach Voraussetzungen und Maßnahmen zwischen elf und 80 Euro pro Schaf liegen. 

„Diese Studie ist eine gute Grundlage für weitere Diskussionen. Offene Fragen nach der Finanzierung und Ausbildung für benötigtes Personal, Material usw. gilt es aber noch zu klären. Die Erkenntnis, dass Herdenschutz ohne geregelte Entnahmen von Wölfen nicht funktioniert, bekräftigt die Position der Landwirtschaft. Damit ist eine konkrete Richtlinie für legale Abschüsse auf Landesebene unumgänglich“, so LK-Präsident Josef Hechenberger.

HIER geht es zur Machbarkeitsstudie

Auf der Umhausener Schafalm fehlen die naturräumlichen Voraussetzungen für Herdenschutzmaßnahmen. Mehr als 530 Schafe beweiden Flächen bis zu 3.000 Meter.
  • Auf der Umhausener Schafalm fehlen die naturräumlichen Voraussetzungen für Herdenschutzmaßnahmen. Mehr als 530 Schafe beweiden Flächen bis zu 3.000 Meter.
  • Foto: © Land Tirol/Gitterle
  • hochgeladen von Lucia Königer

68.000 Schafe auf 400 Tiroler Almen

Jeden Sommer werden rund 68.000 Schafe auf 400 Tiroler Almen getrieben. Dass es allein im letzten Jahr fünf Bärennachweise in Tirol gab, gibt vielen Landwirten zu denken. Für manche Besitzer war es schon zu spät als der Wolf oder der Bär zuschlugen. Insgesamt wurden 14.000 Euro an Entschädigungszahlungen getätigt. 

Mit den Nachbarländern Schweiz und Südtirol hat man sich bereits ausgetauscht, welche Maßnahmen noch möglich sind. Seitens der Schweiz wird eine Kombination aus Herdenschutz und einer Regulierung mit gezielten Abschüssen empfohlen. 

HIER gibt es weiter Informationen zum möglichen Herdenschutz in Tirol

App zur Wolfspräsenz

Für diesen Sommer möchte man zumindest einen Schritt in Richtung Sicherheit gehen. Dabei soll eine Landes App helfen, die die Öffentlichkeit umgehend über eine allfällige Wolfspräsenz informieren wird.
Zusätzlich tritt ein neues, gut funktionierendes Entschädigungsmodell für gerissene Tiere in Kraft.  
Bewirtschaftern von Schafalmen wird eine Almbegehung mit Experten angeboten, bei der sich der gezielten Weideführung gewidmet wird. Die Machbarkeitsstudie zeigte nämlich, dass die gelenkte Beweidung die Voraussetzung für die spätere Umsetzung von konkreten Herdenschutzmaßnahmen ist. 

Mehr zum Thema auf meinbezirk.at:
Schutz vor dem Wolf: Erfahrungsaustausch im Herdenschutz

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