Breitbandausbau durch das Land Tirol
Flächendeckende Glasfaserversorgung als Ziel

Breitbandausbau in Tirol: der Anspruch an das Netz steigt laufend und zieht sich durch unsere gesamte Gesellschaft. | Foto: Pixabay
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Rund 190 Tiroler Gemeinden bauen ihr eigenes, offenes Glasfasernetz auf.  Die Gemeinden erhalten dafür Landes- und Bundesfördermittel. Die Unterstützung in Tirol geht aber noch einen Schritt weiter. Mit der Breitbandserviceagentur steht den Gemeinden ein kompetenter Landesservice zur Verfügung.

TIROL. Seit der Gründung der Breitbandserviceagentur Tirol (BBSA) im Jahr 2018 hat sich der Ausbau gemeindeeigener Glasfasernetze in Tirol erfolgreich entwickelt. Die BBSA fungiert dabei als zentrale Anlaufstelle und Informationsplattform für die Tiroler Gemeinden. "Derzeit bauen 190 Gemeinden ihr eigenes, offenes Glasfasernetz auf und nutzen dafür Fördermittel des Bundes und des Landes Tirol", erklärt Digitalisierungslandesrat Mario Gerber. Damit nimmt Tirol im österreichweiten Vergleich bereits eine Vorreiterrolle ein. "Unser Ziel ist es, die flächendeckende Glasfaserversorgung in allen Dauersiedlungsgebieten weiter voranzutreiben und den Tirolerinnen und Tirolern den Zugang zu leistungsfähigem, superschnellem Internet zu ermöglichen. Gleichzeitig stärken wir damit nachhaltig den ländlichen Raum und die Wettbewerbsfähigkeit Tirols", betont Gerber.

Moderne Gesellschaft

Die Selbstverständlichkeit der Nutzung der verschiedensten digitalen Möglichkeiten ist durch die Netzabdeckung einer Grenze unterworfen. Ähnlich der Überlegung "der Strom kommt aus der Steckdose" wird eher selten ein Blick auch die nötigen Voraussetzungen der Netzabdeckung geworfen. "Der Anspruch an das Netz steigt laufend und zieht sich durch unsere gesamte Gesellschaft", hält LR Gerber dazu fest. Vom Haushalt, in dem Home-Office, Streaming oder Spielkonsolen genutzt werden, bis zum Tourismus, wo Hotels zahlreiche Geräte der Gäste bedienen müssen. Auch in der Wirtschaft, etwa in Gewerbeparks, werden täglich enorme Datenmengen in Sekundenschnelle verarbeitet. "Dafür bedarf es der nötigen technischen Voraussetzungen und das Land setzt mit dem Breitbandausbau in Zusammenarbeit mit Gemeinden die nötigen Akzente", betont Gerber.

Willburger ergänzt: "Der Breitbandausbau bietet den Gemeinden eine enorme Chance, da sie das gemeindeeigene Netz an den Provider verleihen können." 

Zusammenarbeit

"Von der Entscheidungsfindung und der Planung über die Umsetzung und den Ausbau bis zur Inbetriebnahme von Glasfasernetzen unterstützt die BBSA Gemeinden und Planungsverbände in technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Belangen“, erklärt BBSA-Geschäftsführer Stephan Willburger. Willburger ist seit 1. Feber für die BBSA tätig. „Gemeinsam mit den Gemeinden intensivieren wir außerdem eine Informationsoffensive, um neben den Stakeholdern auch die Bürgerinnen und Bürger über die Vorteile des ultraschnellen Internets zu informieren und wie bestehende Glasfasernetze genutzt werden können.“ Dazu wird den Gemeinden unter anderen eine Onlineplattform zur Verfügung gestellt, auf der sie ihren Bürgerinnen und Bürgern alle relevanten Informationen bis zur Abfrage des individuellen Anschlussstatus anbieten können.

Ausbaugrad

Der aktuelle Ausbaugrad von gemeindeeigenen Glasfasernetzen in Tirol liegt bei derzeit 60 Prozent. „Hier gibt es noch Luft nach oben“, so LR Gerber. Mit insgesamt 59,5 Mio. Euro hat das Land Tirol den Breitbandausbau in den Jahren 2019 bis 2023 unterstützt. Weitere 118,1 Millionen Euro flossen aus Bundesförderprogrammen nach Tirol. „Diese Mittel müssen auch von einer nächsten Bundesregierung zugesichert werden bzw. sollten aufgestockt werden, um den Ausbau zu beschleunigen“, fordert der LR Gerber. Mit dem Landesenergieversorger TIWAG wurde zuletzt der Vertrag über die kostenlose Bereitstellung der bestehenden Leerrohr-Infrastruktur verlängert bzw. um die Einbringung sogenannter Mikrorohre erweitert. „Die getätigten Investitionen in ein gemeindeeigenes Glasfasernetz lohnen sich doppelt. Neben einer mindestens 50-prozentigen Förderung im Zuge der Errichtung profitieren die Gemeinden von laufenden Einnahmen durch den Betrieb der Glasfasernetze“, so Willburger. Dafür ist die Anschlussrate, also wie viele Haushalte Internet über ein gemeindeeigenes Glasfasernetz nutzen, entscheidend. Diese liegt in den Gemeinden mit eigenen Glasfasernetzen derzeit bei 42,8 Prozent. „Indem Gemeinden ihre Glasfasernetze interessierten Providern entgeltlich zur Verfügung stellen, amortisieren sich die anfänglichen Kosten mittelfristig. In weiterer Folge können laufende Einnahmen in den weiteren Ausbau des gemeindeeigenen Glasfasernetzes investiert werden“, so Willburger. Seitens des Landes Tirol hat es zuletzt auch einen Glasfaseranschluss-Scheck für Privathaushalte gegeben. Dabei wurden insgesamt 2,8 Millionen Euro ausgeschüttet und 4.855 Haushalte angeschlossen.

Digitalisierungslandesrat Mario Gerber mit dem Geschäftsführer der Breitband Serviceagentur Tirol, Stephan Willburger. | Foto: © Land Tirol/Pichler
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Über Glasfaser und Breitband


"Die Zukunft des Internets ist Glasfaser. Es hat bei Upload und Download beinahe unbegrenzte Kapazitäten, ermöglicht stabile, leistungsfähige und ungeteilte Verbindungen und kennt keine Qualitätsverluste, wie sie für andere Technologien wie Kupferkabel oder Funk typisch sind. Breitbandfähiges Internet durch Glasfasernetze ist die Basis für Lebensqualität der Bevölkerung, Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und für die Attraktivität eines Standorts.
Der allgemeine Datenverbrauch in Österreich steigt kontinuierlich und hat 2023 laut Rundfunk und Telekom Regulierungsbehörde GmbH mit 10.513 Petabyte einen neuen Höchstwert erreicht (+12 Prozent gegenüber 2022). Ob Künstliche Intelligenz, Smart Factory und vernetzte Industrieproduktion, Telemedizin und e-Health, Telearbeit und Homeoffice, Smart Home und Smart City, die Steuerung von Verkehrsströmen, autonomes Fahren, Notfallmanagement und Themen wie Streaming und Gaming: Der Datenverbrauch wird weiter zunehmen. Zugleich entstehen immer neue Anwendungen und IT-Tools. Auch vor diesem Hintergrund liegt die Zukunft in Glasfasernetzen."


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