Taxi in Tulln
Immer für eine Fahrt zu haben: die Tullner Taxler

Gerhard Bachmann fährt seit knapp zehn Jahren für 'Taxi Berger' in Tulln.
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  • Gerhard Bachmann fährt seit knapp zehn Jahren für 'Taxi Berger' in Tulln.
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Rund um die Uhr kann man bei "Taxi Berger" eine Fahrgelegenheit bestellen. Rush-Hour ist die Samstagnacht.

TULLN (cb). Die langen Nächte der Ballsaison geben Anlass, eine bestimmte Berufsgruppe näher zu betrachten. Jene, die dafür sorgen, dass die Gäste nach einer ausgelassenen Feier gut zu Hause ankommen: unsere Tullner Taxifahrer.

Mit Herz und Seele

Gerhard Bachmann ist Taxifahrer aus Leidenschaft und jeden Samstag in Tulln unterwegs. Wer die Nummer von "Taxi Berger" wählt, hat ihn am Apparat. Als Zentrale weiß er immer, wo die anderen Fahrer gerade sind. Wenn er einen Auftrag erhält, schickt er jemanden oder fährt selber. Seit fast zehn Jahren fährt Bachmann Taxi, gleichzeitig arbeitet er als Versicherungsagent. "Arbeit, die mit Menschen zu tun hat, das liegt mir," lacht er. "Man muss ein Gespür für die Menschen haben. Wenn einer plaudern will, dann redet man eben, und wenn einer Ruhe haben will, merkt man das ja auch." Von den Bällen in Tulln merkt er nicht so viel, erzählt Bachmann – es gibt ja nur zwei in der Stadt. Aber an Gästen mangelt es samstagabends nicht, auch skurrile Gestalten sind dabei. "Einmal wollte ein Musiker aus Sieghartskirchen nach Purkersdorf, das ist eine lange Fahrt. Er hatte seine Gitarre dabei. Die ganze Fahrt hat er von seiner Frau geredet, die über die durchzechte Nacht nicht glücklich sein wird und wie schlecht es ihm gehe. Am Ziel hat er dann ‚bemerkt‘, dass er kein Geld mehr hat und wollte es von seiner Frau holen. Er ist im Gemeindebau verschwunden und nie wieder aufgetaucht. Auf des Geld wart’ ich heute noch", schmunzelt Bachmann.
Auch Alexander Hörst fährt Samstagnacht. "Anfangs nur wegen dem Geld, mittlerweile weil’s mir so großen Spaß macht", erzählt der 27-Jährige vergnügt. Es fällt ihm leicht, mit seinen Kunden ins Gespräch zu kommen und als hauptberuflicher Briefträger kennt er Tulln wie seine Westentasche. "Wer sich nicht gut auskennt, der hat schon verloren!", erzählt Hörst. Skurriler Höhepunkt seiner Taxikarriere: "Etwa eine Woche, nachdem ich mich von meiner Freundin getrennt hatte, habe ich einen Bekannten von der Disco geholt, der noch seinen One-Night-Stand bei einem anderen Club aufgabeln wollte. Dann stieg meine Ex ins Taxi. Ich habe nichts gesagt, es war ihr wohl sehr unangenehm."

Tag und Nacht verfügbar

Seit 1995 gibt es das Tullner Unternehmen "Taxi Berger". "Mit den Fahrgästen in den Ballnächten werden wir nicht reich, dafür gibt es nicht genug Bälle", scherzt Geschäftsführer Günther Berger. Übernommen hat der gelernte Chemietechniker das Unternehmen von seinem Schwiegervater. Selbst fährt er nicht mehr viel: "Bei 20 Mitarbeitern fällt viel Verwaltungsaufwand an."

Brave Nachtschwärmer

Dank der stets bereiten Taxis und der innerhalb Tullns sehr günstigen Tarife (7,50 Euro pro Fahrt) wird das Taxiangebot gut genützt. "Wir verzeichnen keinen Anstieg an alkoholisierten Fahrern in der Ballsaison, es gibt keine Sondereinsätze", berichtet Bernhard Schilcher vom Bezirkspolizeikommando Tulln.

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