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Betriebe aus Gänserndorf und dem Bezirk Tulln stehen zur Wahl für den Bio-Award 2026. Das Publikum kann bis 20. September täglich abstimmen.
GÄNSERNDORF/ABSDORF. Klimawandel, Artenverlust und der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen stellen die Landwirtschaft vor große Herausforderungen. Der Bio-Award 2026 holt Betriebe vor den Vorhang, die mit innovativen Konzepten neue Wege beschreiten. Zwei der drei Finalisten kommen aus Gänserndorf und dem Bezirk Tulln.
Landwirtschaft zukunftsfit gestalten
Unter dem Motto „BIOniere gestalten Zukunft“ zeichnet BIO AUSTRIA Niederösterreich und Wien Biobäuerinnen und Biobauern aus, die ihre Höfe mit Mut, Kreativität und Konsequenz weiterentwickeln.
„Die drei Finalistinnen und Finalisten stehen beispielhaft für den Innovationsgeist und die Vielfalt der niederösterreichischen Bio-Betriebe. Sie zeigen, wie Landwirtschaft ‚enkeltauglich‘ in der Praxis gelebt werden kann“
, erklärt Walter Klingenbrunner, Obmann von BIO AUSTRIA Niederösterreich und Wien.
Eine Fachjury wählte nach einem öffentlichen Bewerbungsaufruf drei Betriebe für das Finale aus: GeLa Ochsenherz aus Gänserndorf, die GRAND FARM aus Absdorf im Bezirk Tulln und den Biobauernhof Kurz ums Eck aus Hürm.
Gemüsevielfalt in Gänserndorf
GeLa Ochsenherz gilt als erste Solidarische Landwirtschaft Österreichs. Der Betrieb versorgt heute mehr als 300 Haushalte in Wien und Umgebung ganzjährig mit biologisch angebautem Gemüse, Erdäpfeln, Kräutern und Obst.
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Die Mitglieder finanzieren mit ihren Beiträgen die landwirtschaftliche Produktion und tragen gemeinsam auch Ernteausfälle sowie andere wirtschaftliche Risiken. Damit steht nicht der Verkauf einzelner Produkte, sondern die gemeinschaftliche Verantwortung für den gesamten Betrieb im Mittelpunkt.
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Mit 508 kultivierten Gemüsesorten, bodenschonender Dammkultur und zahlreichen Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt verbindet GeLa Ochsenherz ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Hofaktionen, Bildungsangebote und der Austausch mit anderen Initiativen machen das Konzept zudem für Interessierte erlebbar.
Absdorf wird zum Forschungslabor
Auch die GRAND FARM von Alfred Grand und seiner Lebensgefährtin Lisi in Absdorf zählt zu den Finalisten. Der Betrieb gilt als Österreichs erster Forschungs- und Demonstrationsbauernhof und beschäftigt sich intensiv mit der Gesundheit und Fruchtbarkeit von Böden.
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Im Mittelpunkt stehen Regenwurmkompostierung, Ackerbau, Agroforst, Marktgärtnerei, Forschung und Wissenstransfer. Unter realen Bedingungen werden Anbausysteme entwickelt und erprobt, die landwirtschaftliche Betriebe widerstandsfähiger gegen Trockenheit und zunehmende Wetterextreme machen sollen.
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Als sogenanntes „Living Lab“ bringt die GRAND FARM Wissenschaft und landwirtschaftliche Praxis zusammen. Neue Erkenntnisse sollen dadurch nicht nur am eigenen Hof angewendet, sondern auch anderen Bäuerinnen und Bauern zugänglich gemacht werden.
Tierwohl und Pfandglas
Komplettiert wird das Finale vom Biobauernhof Kurz ums Eck in Hürm. Julia und Bernhard Kurz setzen unter anderem auf muttergebundene Kälberaufzucht, einen hellen Kompostierstall und die Verarbeitung der hofeigenen Milch. Die Milchprodukte werden ausschließlich in Pfandgläsern angeboten. Führungen und „Schule am Bauernhof“ sollen Landwirtschaft außerdem unmittelbar erlebbar machen.
Publikum entscheidet über den Sieg
Die Jury zeigte sich besonders von der Innovationskraft und der konsequenten Umsetzung der Konzepte beeindruckt. Die drei Betriebe reagieren unter anderem mit gezielter Arten- und Sortenwahl, neuen Bewirtschaftungsformen, verbessertem Wassermanagement und Maßnahmen für gesunde Böden auf die Folgen des Klimawandels.
Wer den Bio-Award 2026 gewinnt, entscheidet nun das Publikum. Von 24. August bis einschließlich 20. September kann täglich online unter www.bio-award.at/noew abgestimmt werden. Unter allen Teilnehmenden werden zudem Preise verlost.
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