29.06.2017, 20:35 Uhr

Alte Hasen und junge Wilde werden gebraucht

ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki, Innovationsexperte und Keynote Jens-Uwe Meyer, Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav, Vorstandsdirektorin Bettina Glatz-Kremsner (Casinos Austria und Österreichische Lotterien), Jugendkulturforscher Philipp Ikrath, stv. Vorsitzender der Jungen Industrie NÖ/Burgenland, Jakob Erber (Foto: Daniel Hinterramskogler)

ecoplus Business Lounge 2017: Im Zeitalter der Digitalisierung tut der „Clash of Generations“ den Unternehmen gut

TULLN / NÖ (pa). Mit dem digitalen Graben zwischen den Generationen und wie man ihn im Firmenalltag erfolgreich schließen kann, beschäftigte sich die diesjährige ecoplus Business Lounge. Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik nahmen an der hochkarätig besetzten Veranstaltung am UFT – Universitäts- und Forschungszentrum Tulln teil. „Unterschiedliche Generationen haben auch einen unterschiedlichen Zugang zum Thema Digitalisierung, beide Herangehensweisen sind dabei wichtig. Gerade hier am Standort Tulln zeigt sich, dass junge Studierende, erfahrene Wirtschaftstreibende und Wissenschaftler ein Generationen-Miteinander geschaffen haben, das eine spannende wirtschaftliche Dynamik und Innovationen entfacht hat“, erläutern Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav und ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki.


Weg der Veränderung

Die neuen Technologien stellen aber auch die Belegschaft vor große Herausforderungen – hergebrachte Abläufe und Strukturen müssen hinterfragt werden und plötzlich kann sich im Unternehmen ein digitaler Graben auftun: die Facebook-Generation auf der einen Seite und das Stammpersonal auf der anderen. „Die Antwort ist simpel: Es braucht beide. Die ‚alten Hasen‘, die wissen, wie die Branche funktioniert und die ‚jungen Wilden‘, die bereits mit dem Internet aufgewachsen sind“, erklärt Innovationsexperte Jens-Uwe Meyer in seiner Keynote. Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav greift diesen Punkt auf: „Im Rahmen von Wirtschaft 4.0 unterstützen wir die heimischen Betriebe auf diesem Weg der Veränderung. Unsere definierten Stoßrichtungen sind ‚Bewusstsein schaffen‘, ‚Wandel unterstützen‘ und ‚Menschen qualifizieren‘ – der Mensch steht also immer im Mittelpunkt. Wenn diese Haltung auch in den Unternehmen gelebt wird, wird die Digitalisierung zur Win-Win-Situation für alle im Unternehmen.“

Konstruktives Miteinander

Es gilt, die Erfolgsfaktoren von heute kritisch zu hinterfragen, ohne sie voreilig aufzugeben, wie der ehemalige Chefreporter von Pro Sieben und heutige Hochschullehrer in Berlin Jens-Uwe Meyer in seiner Keynote aufzeigte. Also kein „entweder / oder“, sondern ein konstruktives Miteinander: „Erfahrungswissen ist gefragter denn je – wenn es geschickt mit neuen Trends und Entwicklungen kombiniert wird.“ Dieser Sichtweise haben sich auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Podiumsdiskussion angeschlossen – allerdings mit unterschiedlichen Gewichtungen: Bettina Glatz-Kremsner, Vorstandsdirektorin Casinos Austria und Österreichische Lotterien: „Auch in der zunehmenden Digitalisierung bleiben erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein unerlässliches Asset für den wirtschaftlichen Erfolg. Was es braucht, ist ein guter Mix.“ Jakob Erber, Erber AG und stv. Vorsitzender der Jungen Industrie NÖ/Burgenland, betonte: „Wir dürfen Dinge nicht immer als gegeben hinnehmen. Der Ausspruch ‚Das war immer so.‘ ist geschäftsschädigend.“ Und Jugendkulturforscher Philipp Ikrath rief dazu auf, nicht in Schubladen zu denken: „Betriebe müssen sich überlegen, wie sie potenzielle neue MitarbeiterInnen ansprechen wollen. Nicht jedes Unternehmen muss sich bei Stellenausschreibungen als Silicon Valley-Betrieb darstellen, denn viele junge Menschen würden sehr gerne für einen klassischen, konservativen Betrieb mit klaren Strukturen arbeiten.“

Wertschätzendes Miteinander

Die diesjährige ecoplus Business Lounge hat also ein Thema aufgegriffen, das die Unternehmen bewegt. ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki: „Wie sich zeigt, liegt der Erfolg der Zukunft in einem wertschätzenden Miteinander – aus zwei Lagern muss ein Team werden, denn alle Generationen haben ihre Stärken und Schwächen. Alt und Jung können voneinander nur profitieren und das ist auch für die positive Unternehmensentwicklung ein ganz wesentlicher Faktor. Mit dieser Veranstaltung sollte einerseits für das Thema sensibilisiert werden und gleichzeitig wollten wir Anregungen geben und Umsetzungsmöglichkeiten aufzeigen.“

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