Villach Land
"Abzocke" am Faaker See?

Der idyllische Blick auf den See ist wohl das einzige was der fünfköpfigen Familie bleibt | Foto: woche/aw
5Bilder
  • Der idyllische Blick auf den See ist wohl das einzige was der fünfköpfigen Familie bleibt
  • Foto: woche/aw
  • hochgeladen von Alexandra Wrann

EGG AM FAAKER SEE (aw). Wer ein See-Grundstück am Faaker See erwirbt, erwirbt damit nicht automatisch das Recht diesen auch zu nutzen. Dafür muss eine Privatseenützungsbewilligung der Gutsverwaltung Landskron, die den See für dessen Eigentümer verwaltet, unterzeichnet werden. Und die ist teuer. Rund 270.000 Euro fallen für 30 Seemeter an. Ohne Steuer.
Doch das war nicht immer so. Die neue Vereinbarung trat vor wenigen Jahren in Kraft. Bis dahin zahlten die Seegrundbesitzer einen "Anerkennungszins" (zB. p.a. 6 Euro pro m2 für die Landgrundbenützung).

Neue Nutzungsbewilligung

Eine Stammdatenblatt-Erhebung vergangenen Dezember sorgte nun für Aufruhr. Denn diese legte die Besitzverhältnisse der Seegründe offen. und die neue Nutzungsvereinbarung tritt in Kraft, sobald sich der Besitzer ändert. Was im Falle von Erwerb eines Grundes ebenso zutrifft wie bei Vererbung oder natürlich Verkauf. Das bedeutet nicht nur neue Käufer müssen diese Summen bezahlen, sondern auch langjährige Seegrundbesitzer. 

270.000, um Baden zu dürfen

Eine der Betroffenen (die WOCHE sprach mit mehreren) ist eine dreifache Mutter aus Egg am See. Sie meldete ihren Besitzwechsel bereits vor fünf Jahren, nachdem sie das Anwesen erbte. Einige Zeit später erhielt sie ein Schreiben. Sie solle 270.000 Euro zahlen. Eine Summe, die sich sie und ihr Mann "nie und nimmer" leisten könnten. Auf die Nachfrage warum dies so sei, hätte sie die Auskunft bekommen, dass ihr Grund "durch den See viel mehr wert" sei. Sie erkundigte sich zum Obersten Gerichtshof. "Doch die Eigentümer haben wohl Recht."

Wer nicht zahlt, bekommt einen Zaun

Gezahlt hat sie bis heute nicht. "Mir wurde angeraten zu verkaufen. Das wollen wir nicht. Und wenn, müsste ja der Käufer zahlen. Ich denke nicht, dass wir dabei gut abschneiden würden. Wir gehen eben nicht Schwimmen." Um genau das sicher zu stellen, wären andererorts von der Gutsverwaltung sogar "Zäune" aufgestellt worden. "Das sind Zäune mit Spitzen oben dran, wie im Gefängnis", erzählt uns ein Anrainer.

Auch Wohnungsbesitzer zahlen

In dem Vertrag sind die "Vereinbarungstarife" nach Seemetern des Grundstücks festgeschrieben, exakt 7.493,79 Euro pro Meter. Für 0-25 Jahre (s. Abbildung). Danach ist derselbe Betrag wiederum fällig. Die Abgabe für Wohnungen beträgt 25.826,40 (für max. 4 Personen); im Falle eines Seezugangs aufgrund eines Servituts fallen 25.826,40 Euro an.

Nicht für alle gleich

Nach unseren Informationen gilt die Vereinbarung für Privatvermieter, private Grundstücks- und Wohnungsbesitzer, nicht aber für Hotelbetriebe (zB. Karnerhof).
Der Ansprechpartner von der Gutsverwaltung Landskron ist Gerhard Hold, er war für eine Stellungnahme nicht zu sprechen.

Der idyllische Blick auf den See ist wohl das einzige was der fünfköpfigen Familie bleibt | Foto: woche/aw
Rund 7.500 Euro kostet der Seemeter. Und das nur für 25 Jahre. | Foto: kk/privat
Ein neuer Seegrundbesitzer hätte die hohen Summen angeblich bereitwillig gezahlt. | Foto: kk/privat
Zahlen ist kein Muss. Dann darf der Seezugang am Privatgrund aber auch nicht genutzt werden. | Foto: woche/aw
Foto: woche/aw
Anzeige
Die Geschäftsidee steht, aber es fehlt am Kapital für die Umsetzung. Traditionelle Bankkredite scheitern an Sicherheiten.  | Foto:  iStock
1 Video 5

Gute Geschäftsidee, fehlendes Kapital
Ob Gründung oder Expansion – der Mikrokredit des Sozialministeriums hilft bei der Finanzierung

Sie möchten sich selbstständig machen, Ihr Kleinstunternehmen erweitern oder aus der Arbeitslosigkeit heraus gründen? Die dafür nötige Finanzierung scheitert am fehlenden Eigenkapital oder an Sicherheiten für herkömmliche Bankkredite? Der Mikrokredit in Österreich ist genau für diese Situationen gemacht. Die österreichweite Initiative des Sozialministeriums ermöglicht Kleinkredite für tragfähige Geschäftsideen, wenn Eigenkapital und Sicherheiten fehlen. Der Weg in die Selbstständigkeit beginnt...

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Anzeige
Vorarlberger Notariatsexpert:innen boten beim „Rat vom Notariat“ am Sparkassenplatz in Feldkirch kostenlose Rechtsberatung. | Foto: Emanuel Altenburger
6

„Rat vom Notariat“ in Feldkirch
Großes Interesse an kostenloser Rechtsberatung

Zahlreiche Interessierte nutzten am 10. Oktober das Angebot der Vorarlberger Notar:innen und Rechtsexpert:innen am Sparkassenplatz. Die Beratungswochen mit kostenfreien Services laufen noch bis 30. Oktober 2026 in allen Vorarlberger Notariaten. Von Kaufverträgen und immobilienrechtlichen Fragen bis hin zu Testament, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung: Bei der Veranstaltung „Rat vom Notariat“ erhielten Interessierte am Sparkassenplatz in Feldkirch kostenlose rechtliche Erstberatung. Zudem...

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?

Werde Regionaut!

Jetzt registrieren

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.