LKH Villach
Die Pathologie als Service an der Medizin

Im Team arbeitet es sich besser: Die Pathologie kämpft um den Nachschub an Personal. Zum Tun gibt es immer mehr. Der Chef-Pathologe Ekkehard Spuller rechts
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  • Im Team arbeitet es sich besser: Die Pathologie kämpft um den Nachschub an Personal. Zum Tun gibt es immer mehr. Der Chef-Pathologe Ekkehard Spuller rechts
  • Foto: Kabeg
  • hochgeladen von Alexandra Wrann

Näher am Tod arbeitet wohl keiner, Ekkehard Spuller ist Chef der Pathologie am Landeskrankenhaus Villach. Er versteht seine Abteilung als Service für die Lebenden.

VILLACH. Allerheiligen und Allerseelen ist traditionell die Zeit im Jahr, in der man dem Tod wohl die meiste Beachtung schenkt. Jemand, der ganz professionell stets den Tod um sich hat, ist Ekkehard Spuller, Chef der Pathologie im Landeskrankenhaus Villach.

Die Pathologie

Auf die Frage warum denn die Pathologie eigentlich immer im Untergeschoss angesiedelt sei, fällt Spuller so schnell erst mal nichts ein. Er lächelt, überlegt kurz, und meint schließlich, dass dem ja gar nicht so sei. In Graz zum Beispiel ist es anders. "Aber es stimmt schon, zumeist sind wir unten."

Von Graz nach Villach

Seit einem Jahr in etwa ist Spuller Leiter der Pathologie am LKH Villach. Dafür wechselte der Steirer vom Klinikum Graz "ins schöne Kärnten". Pathologe wurde er, so erzählt er der WOCHE, aus Leidenschaft. Ich verstehe es mehr als "Medizin für die Lebenden, als der Toten. Die Pathologie ist im Prinzip eine Service-Abteilung", sagt er.
Immerhin bedient man bis zu 70.000 "Patienten" in der Pathologie, erzählt Spuller. Denn die Diagnostik ist der eigentliche Schwerpunkt der Abteilung. Hier landen Gewebsproben aus vielen Abteilungen, wie beispielsweise der Internen Abteilung, Hämatologie, Gynäkologie, oder Chirurgie, oft dabei mit onkologischen Fragestellungen.
Die Methoden werden immer präziser, die Möglichkeiten nehmen zu. Aus den immer detaillierteren Ergebnissen lassen sich individuelle Therapien ableiten. Die Informationen, die er aus einer Probe zieht, "erzählen ganze Geschichten", erklärt Spuller.

Übersiedelung folgt 

Die Pathologie am LKH Villach ist während der Neustrukturierung des Spitals in einem hinteren Gebäudetrakt, beim Zentralröntgen, untergebracht. Der Platz ist leicht beengend, wie Spuller erzählt. Aber man kommt "gut" zurecht. Sogar dann, wenn wie gerade eben gleich zwei Mitarbeiter erkranken. Ein Engpass, den man spürt. Besonders hier in der Pathologie, wo jede Hand unentbehrlich ist.
Personalmangel an der Pathologie ist "Standard". "Es gibt viel zu wenige, die nachkommen", so Spuller. Dabei sei die Pathologie eines der spannendsten Fächer überhaupt, ergänzt er.

Weniger Leichenöffnungen

Vielleicht liegt es am Bild des Pathologen, rätselt Spuller, der eine große Leidenschaft für seine Tätigkeit hegt. "Man hat vielleicht noch immer diese Ur-Vorstellung der etwas versteckten, leichenöffnenden, geheimnisvollen Pathologen", grübelt er. Die Realität, weiß der Mediziner, ist eine andere.
Etwa 80 Obduktionen führt die Pathologie am LKH Villach im Jahr durch. Durch immer weniger ungeklärte Todesfälle würden auch die Leichenöffnungen weniger.
Kriminalistische Fälle zählen nicht dazu, hierfür bedarf es einer eigenen Ausbildung, erklärt der Mediziner.

Die Diagnostik

Auf der anderen Seite nimmt die Diagnostik exorbitant zu. Nicht nur Gewebsproben aus den Krankenhausabteilungen landen hier, sondern auch solche externer Kollegen aus den unterschiedlichen Fächern, wie auch von Gynäkologen, Urologen und Dermatologen.

Die Sternenkinder

Obduziert werden nicht geklärte Todesfälle oder solche, wenn ein Patient während einer Operation oder kurz nach einer solchen verstirbt.
Auch sogenannte "Sternenkinder" – das sind Kinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt versterben – müssten in einigen Fällen obduziert werden. "Manchmal ist es einfach notwendig, auch das gehört zum Berufsbild", weiß Spuller, selbst dreifacher Vater.

Abschied nehmen

In Villach können alle tot geborenen Kinder, auch unter 500 Gramm, beerdigt werden. Spuller: "Das wird leider nicht überall so gehandhabt. Dabei ist es ein wichtiger Prozess und gibt die Möglichkeit des Abschieds."

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