Der Passant merkt wenig vom Niedrigwasser
Draukraftwerke kaschieren historische Tiefstände
- Beim Kraftwerk Villach sieht alles so aus wie gewohnt.
- Foto: Verbund
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In Villach und um die Draustadt herum merkt man dank der Verbund-Kraftwerke wenig vom historischen Tiefstand der Drau.
VILLACH, VILLACH LAND. Wie die Donau, verzeichnet auch die Drau aufgrund von Hitze und Trockenheit historische Tiefststände. Warum man die geringe Wasserführung etwa im Stadtgebiet von Villach nicht sieht, weiß Robert Zechner vom Verbund, der als Pressesprecher für die Fließkraftwerke Paternion, Kellerberg, Villach und Rosegg zuständig ist. "Direkt beim Kraftwerk wird die Drau aufgestaut, über den Aufstau entsteht eine Fallhöhe, die dem Wasser die Kraft verleiht, die Kaplan-Turbinen anzutreiben. Der Stauspiegel oberhalb des Kraftwerks bleibt unabhängig von der Wasserführung stabil. Das heißt, wenn wie aktuell sehr wenig Wasser zufließt, fließt auch sehr wenig durch die Turbinen. Entsprechend wenig Wasser fließt unterhalb des Kraftwerks ab, der Stauspiegel bleibt jedoch gleich hoch", verrät Zechner.
- "An einzelnen Tagen erreichen wir nur noch die Hälfte des Durchschnittswertes" – Robert Zechner, Pressesprecher Verbund Region Süd
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Rückstau aus Rosegg
Das Villacher Stadtgebiet liegt im Staubereich des Kraftwerks Rosegg (Wehranlage St. Martin, Anm.). "Schon kurz nach unserer Villacher Anlage wird das Wasser bereits wieder vom Staubereich des Kraftwerks Roseggs gestaut. Deshalb fällt die aktuell extrem geringe Wasserführung kaum auf", erklärt Zechner: "Dadurch haben wir einen optimalen Hochwasserschutz und weil der Wasserstand in der Staukette relativ konstant bleibt, können auch die Fischwanderhilfen von den Fischen ohne Einschränkungen genutzt werden.
Nur halb soviel Strom
Allerdings drosselt die geringe Wasserführung die Stromproduktion. "An einzelnen Tagen erreichen wir sogar nur die Hälfte des langjährigen Durchschnittswertes. 2025 war schon prekär. Im gesamten ersten Halbjahr 2026 erreichten wir lediglich 60 Prozent dieses Durchschnittswertes", geht Zechner ins Detail: "Grund dafür ist der extrem trockene Winter und die daraus resultierende unwesentliche Schneeschmelze im Frühjahr."
Villachs junge Kraftwerke
Verbund betreibt an der Drau in Kärnten zehn Laufwasserkraftwerke, die das Rückgrat der Stromerzeugung in Kärnten bilden. Die Kraftwerke Paternion, Kellerberg und Villach wurden in den 1980er Jahren gebaut und sind die jüngsten in der Kette.
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