Inbetriebnahme Koralmbahn
Eine Bilanz nach gut einem halben Jahr
- Seit Dezember verbindet die Koralmbahn Kärnten und Steiermark deutlich schneller. Erste Auswirkungen sind bereits spürbar.
- Foto: MeinBezirk/Stephan Fugger
- hochgeladen von Chiara Kresse
Seit rund einem halben Jahr verbindet die Koralmbahn Kärnten und die Steiermark deutlich schneller als zuvor. Die Erwartungen an die neue Bahnverbindung waren groß: mehr Gäste, bessere Erreichbarkeit und wirtschaftliche Impulse für die gesamte Region. Doch wie fällt die erste Bilanz aus?
VILLACH. Für eine Einschätzung haben wir bei mehreren Ansprechpartnern aus der Region nachgefragt. Geantwortet hat Georg Overs, Geschäftsführer Region Villach Tourismus.
Mehr Gäste aus der Steiermark
Nach Angaben von Overs zeigen sich erste positive Effekte bereits bei den Nächtigungszahlen. Besonders im März und April seien mehr Übernachtungsgäste aus der Steiermark registriert worden. Auch Händler und Gastronomen würden von einem spürbaren Anstieg bei Tagesgästen berichten. Dabei gehe der Effekt laut Overs über die neue Verbindung zur Steiermark hinaus: „Aus allen Richtungen hat sich das Mobilitätsangebot stark verbessert“, sagt er. Dies habe auch zum erfolgreichen Winter beigetragen, für den ein Plus von 11,2 Prozent verzeichnet wurde.
Seenregionen profitieren bereits
Auch die Seenregionen rund um Villach würden von der verbesserten Erreichbarkeit profitieren. Nach Einschätzung des Tourismusverantwortlichen dürfte sich dieser Trend in den Sommermonaten weiter fortsetzen.
Die letzte Meile bleibt ein Thema
Damit Gäste nach ihrer Ankunft am Bahnhof bequem zu ihren Unterkünften gelangen, setzt die Region bereits seit Jahren auf einen Bahnhofshuttle. Dieses Angebot werde laut Overs zunehmend genutzt. Verbesserungspotenzial sieht er jedoch bei der Erreichbarkeit einzelner Ausflugsziele. Hier werde im Rahmen der laufenden Tourismusreform an Lösungen gearbeitet. Zusätzliche Impulse erwartet der Tourismusverband ab November: Dann sollen öffentliche Verkehrsmittel für alle Kärntner Übernachtungsgäste über die Gästekarten inkludiert sein. Dies könnte laut Overs dazu führen, dass mehr Urlauber während ihres Aufenthalts auf das Auto verzichten.
Mehr als nur die Koralmbahn
Auf die Frage, was noch notwendig sei, um das volle Potenzial der Koralmbahn auszuschöpfen, verweist Overs auf das große Ganze. Die Entwicklung dürfe nicht ausschließlich auf die neue Bahnstrecke reduziert werden. „Wir müssen aus allen Richtungen denken und handeln“, betont er. Zudem würden mit den kommenden Verbesserungen durch das Semmering-Projekt weitere Schritte zur besseren Anbindung folgen.
Erste Bilanz mit positiver Tendenz
Sechs Monate nach der Eröffnung zeichnet der Tourismus in der Region Villach somit ein positives Bild. Höhere Gästezahlen, eine bessere Erreichbarkeit und zusätzliche Mobilitätsangebote werden als Chancen gesehen. Ob sich diese Entwicklung langfristig bestätigt und wie stark der tatsächliche Anteil der Koralmbahn an diesem Wachstum ist, wird sich allerdings erst in den kommenden Jahren zeigen.
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