Gerald Dobernig
"Bei unserer Bewegung geht es nicht um Macht, Geld oder Posten"

Sie katapultieren sich von einer Kleinpartei zu einer gewichtigen Größe. Mehr als 11,4 Prozent erreicht die Bewegung "Verantwortung Erde" bei den Gemeinderatswahlen 2021. 

VILLACH. Wäre nicht das Team Erde anwesend gewesen, hätte eine gespenstische Stille geherrscht, als die erste Grafik zum Wahlausgang auf der Leinweand im Villacher Bambergsaal gezeigt wurde. Ein (mittel)lautes "Woho" konnte sich Erde-Mitglied Rene Kopeinig nicht verkneifen. Die Freude über den erhofften und übertroffenen Zugewinn an Stimmen war groß. Spitzenkandidat Gerhard Dobernig fand die Zeit für einen kurzen Plausch mit der Draustädter WOCHE.

WOCHE: Aus einem werden nun voraussichtlich vier Sitze im Gemeinderat. Das bedeutet scharfe Opposition, oder liebäugeln Sie mit der Regierungsarbeit?
GERALD DOBERNIG: Weitere Sitze im Gemeinderat bedeuten vor allem mehr Möglichkeiten die Entwicklung unserer Stadt mitzugestalten. Wir handeln unter dem Motto "Kooperation statt Konkurrenz", werden also (wo es mit unserer Haltung vereinbar ist) auch in Zukunft die Zusammenarbeit mit allen im Gemeinderat vertretenen Fraktionen suchen. Bei Projekten und Vorhaben die mit unserer Haltung nicht vereinbar sind, wird es unsere Aufgabe sein die Kritikpunkte klar und deutlich zu benennen.

WOCHE: Wie stellen Sie sich die oppositionelle Arbeit in Villach vor? Wird die Erde ein unangenehmer Oppositionspartner sein?
Wir pflegen auch über den Wahlfrieden hinaus einen sehr konstruktiven Ansatz in unserer politischen Arbeit - das belegen nicht zuletzt die mehr als 120 Anträge die wir in der vergangenen Periode mit nur einem Sitz eingebracht haben. Wo es Misstände gibt und eine gemeinsame Lösungsfindung mit der Mehrheitspartei nicht möglich ist, werden wir auch in Zukunft auf diese aufmerksam machen um die Regierenden auf diese Weiße zum Handeln anzuregen.

WOCHE: Derzeit sieht es nach einem Erde-Stadtrat aus, wer wird das machen? Sie als Listenerster? Spricht man intern schon darüber?
Wir warten nun das Endergebnis der Briefwahlstimmen ab. Die Frage wer den Stadtratssitz einnehmen wird hängt auch wesentlich davon ab, in welchen Referaten wir Regierungsarbeit übernehmen können. Wir haben jedenfalls mehrere Menschen im Team die dieser Aufgabe gewachsen sind.

WOCHE: Ließe sich das Amt mit ihrem Beruf vereinbaren?
Ja! Da ich derzeit selbstständig bin, bin ich in meinem Beruf flexibel. Sollte ich den Stadtratssitz einnehmen würde ich diese Aufgabe natürlich zur obersten, beruflichen Priorität machen und mit vollem Einsatz für ein lebenswertes Villach arbeiten.

WOCHE: Wie würden Sie das Amt auslegen, wie würden Sie es angehen? Was könnten Sie bei ihren Vorgängern (ÖVP Stadträte) kritisieren?
Wir stehen für eine neue Prioritätensetzung in der politischen Entscheidungsfindung. Anstelle von grenzenlosem Wirtschaftswachstum mitsamt der damit einhergehenden, verheerenden Folgen liegt unser Fokus auf der regionalen Unabhängigkeit in Bereichen wie Ernährung, Energie und Wohnen sowie auf der Stärkung regionaler Kreisläufe. Dieser Zugang bildet die Grundlage für unsere Arbeit im Gemeinderat und - wenn es das Endergebnis so will - auch für unsere Arbeit im Stadtsenat.

WOCHE: Wie erklären Sie sich den großen Zuspruch aus der Bevölkerung, ist es der Trend der Zeit oder ist es der Lohn für ihre Arbeit in Villach?
Ich denke es ist eine Mischung aus beidem. Wir haben in den vergangenen sechs Jahren bewiesen, dass es auch mit einem Mandat im Gemeinderat möglich ist Themen vorzugeben und (über die Jahre) zur Mehrheitsmeinung zu machen. Außerhalb des Gemeinderates haben wir vielzählige Projekte initiiert die sicherstellen, dass wir auch in der Praxis tun, wovon wir auf politischer Ebene reden. Die vielseitigen Krisen unserer Zeit sind es, die uns dazu bewegen Verantwortung zu übernehmen. Das es immer mehr Menschen gibt, die sich eine neue Prioritätensetzung wünschen um diesen Krisen gebührend zu begegnen zeigt das Wahlergebnis deutlich.

WOCHE: Als Team habt ihre es geschafft die Menschen trotz Corona zu mobilisieren. Die ÖVP hat das trotz ungleich höherem Budget nicht. Warum?
Bei unserer Bewegung geht es nicht um Macht, Geld oder Posten. Die vielen, vielen Menschen die sich "erdenamtlich" einbringen machen das, weil es ihnen ein großes Anliegen ist zu einem grundlegenden Gesellschaftswandel beizutragen. Diese Motivation konnte auch durch die erschwerenden Rahmenbedingungen nicht gebremst werden. Im Gegenteil: Flexibilität und Kreativität sind Stärken unserer Bewegung die in diesem Corona-Wahlfrieden besonders wichtig waren.

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