Zwischen Familienbetrieb und eigener Laufbahn
Eva-Maria Perauer erzählt über ihre Karriere bei der Schmid Baugruppe
- Eva-Maria Perauer ist 2021 im Familienbetrieb.
- Foto: Andreas Balon
- hochgeladen von Hannah Hingsamer
Eva-Maria Perauer spricht im Interview über ihren Weg in den Familienbetrieb, die Schmid Baugruppe und die Rolle von Frauen in der Baubranche.
FRANKENBURG. Eva-Maria Perauer absolvierte nach der Handelsakademie Vöcklabruck sowohl ein Bachelor- als auch ein Masterstudium an der Wirtschaftsuniversität Wien. Während ihres Studiums und danach sammelte sie wertvolle Berufserfahrung in unterschiedlichen Unternehmen.
2021 stieg die heute 34-Jährige in den Familienbetrieb, die Schmid Baugruppe, ein, wo sie die Leitung der Personalabteilung innehat und im Marketing tätig ist. Zudem ist sie Geschäftsführerin bei zwei weiteren Unternehmen: der Construction Management Complete GmbH und der Von.Roon Arbeitskräfteüberlassung GmbH.
War es für Sie von Anfang an klar, dass Sie in den Familienbetrieb einsteigen würden?
Ganz ehrlich: Nein, das war für mich lange nicht fix. Ich bin zwar mit dem Betrieb aufgewachsen, aber ich wollte bewusst meinen eigenen Weg gehen und auch außerhalb der Baubranche Erfahrungen sammeln. Das BWL-Studium in Wien und die ersten Berufsjahre in unterschiedlichen Berufen und Branchen waren mir sehr wichtig. Der Schritt zurück ist dann eher mit der Zeit gereift – vor allem, weil ich gesehen habe, welches Potenzial im Unternehmen steckt und wie viel man aktiv mitgestalten kann. Dieses „etwas Eigenes weiterentwickeln“ hat mich letztlich überzeugt.
Inwiefern haben Ihre Eltern Sie und Ihren Werdegang geprägt?
Sehr stark. Ich habe schon in jungen Jahren durch meinen Vater erlebt, was es heißt, ein Unternehmen zu führen – mit allen Höhen und Tiefen. Meine Eltern haben mir aber nie vorgeschrieben, was ich machen soll und dass ich ins Familienunternehmen einsteigen muss. Sie haben mich eher dazu ermutigt, selbstständig zu denken und Entscheidungen zu treffen.
Was war bisher die größte Herausforderung in Ihrem Berufsalltag?
Eine der größten Herausforderungen war es, sich im Unternehmen zu positionieren – gerade am Anfang. Einerseits als „Tochter von“, andererseits als junge Führungskraft. Da muss man sich Vertrauen erst erarbeiten, sowohl intern als auch extern. Außerdem ist die Baubranche sehr dynamisch – Themen wie Fachkräftemangel oder wirtschaftliche Schwankungen fordern einen ständig.
Wie ist es für Sie, als Frau eine Führungsposition in einer eher männerdominierten Branche einzunehmen?
Am Anfang war es sicher etwas schwierig, da man oft die einzige Frau am Tisch ist. Aber ich habe gelernt, dass es vor allem um Kompetenz und Auftreten geht. Wenn man fachlich überzeugt und authentisch ist, wird man auch akzeptiert und ich sehe es mittlerweile als Chance, als Frau neue Perspektiven einzubringen.
Was unternehmen Sie konkret, um mehr junge Frauen für eine Lehre in der Baubranche zu begeistern?
Wir versuchen, früh anzusetzen – zum Beispiel durch Schulkooperationen, Praktika sowie Schnuppertage oder Teilnahme an Messen. Wichtig ist, ein realistisches Bild der Branche zu vermitteln und zu zeigen, wie vielfältig die Möglichkeiten sind. Außerdem ist es uns ein Anliegen, weibliche Vorbilder sichtbar zu machen, da es von diesen noch sehr wenigen gibt in der Baubranche.
Das Unternehmen
Die Schmid Baugruppe steht mit ihren ca. 800 Mitarbeiter:innen – verteilt auf dreizehn Standorte und zwölf Unternehmen – für eine Planung mit Fokus auf den gesamten Lebenszyklus, eine reibungslos ineinandergreifende Bauabwicklung aller Gewerke sowie ganzheitliche Ausführung für eine nachhaltige Nutzbarkeit.
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