01.11.2016, 08:57 Uhr

Vom steirischen Ölkürbis zum oö. Kernöl

Daniela Friedl
Regelmäßig im Spätherbst und kurz vor Halloween geht es auch den letzten Kürbissen an den Kragen.
Gemeint ist hier der steirische Ölkürbis mit seiner gelbgrünen Farbe der auch in der Hausruck-Traunsteinregion vermehrt auf großen Feldern zu entdecken ist.

Vor ca. zehn Jahren haben sich hier 15 bäuerliche Betriebe gefunden, um gemeinsam auf ca. 45 Hektar Ackerfläche Ölkürbisse anzubauen und das "Grüne Gold“ zu produzieren. So kann hier 100 % reines Kürbiskernöl aus Erstpressung und eigenem Anbau vor Ort in der Region angeboten werden.
Die Mitgliedsbetriebe befinden sich südlich des Hausrucks vorwiegend im Bezirk Vöcklabruck und das Öl wird als Traunsteinkernöl vermarktet.
Gepresst wird allerdings gemeinschaftlich in der Steiermark, wobei aber jeder der Kürbisbauern sein eigenes Öl wieder zurückbekommt.

Kürbisse werden Anfang Mai ausgesät und sind Mitte Oktober reif für die Ernte. Mit einer speziellen Vollerntemaschine werden die Kürbiskerne vom Fruchtfleisch und der Schale am Feld getrennt.
Die frisch geernteten Kerne werden gewaschen und bei 50° C getrocknet, dadurch werden sie lagerfähig gemacht. Anschließend können sie gemahlen werden. So kann das Kürbiskernöl je nach Bedarf das ganze Jahr über aus den gelagerten Kernen gepresst werden.

Um das Öl aus dem getrockneten Mehl zu gewinnen, werden die gemahlenen Kerne mit Wasser und Salz angesetzt und unter ständigem Rühren geröstet, bis das Wasser verdunstet ist. Die Röstung ist notwendig, um das in den Kernen enthaltene Eiweiß vom Öl zu trennen und es erhält auch so den typischen nussigen Geschmack.

Das frisch gepresste Öl lässt man noch einige Tage stehen, damit sich die Schwebstoffe absetzen. Kühl und dunkel gelagert hält sich das Öl mindestens 9 Monate. Um einen Liter Öl zu gewinnen, benötigt man drei Kilogramm Kerne oder etwa 35 Kürbisse.
Aus einem Hektar Kürbisse können in einem guten Erntejahr rund 250 Liter reines Kernöl gewonnen werden.
Laut Gemüsehof Friedl aus Ungenach (Fotos) fällt das Erntejahr 2016 durch die schlechten Wetterbedingungen im Frühjahr mit teilweisen Totalausfall und dem Starkregen mit Erdabschwemmungen im heurigen Sommer eher bescheiden aus.

Diashow gibts hier

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