Außergewöhnlicher Lehrberuf
Recyclingfachmann: Keine Lehre wie jede andere

Daniel und Daniel haben am Altstoffsammelzentrum Waidhofen alles im Griff.
  • Daniel und Daniel haben am Altstoffsammelzentrum Waidhofen alles im Griff.
  • Foto: Zellinger
  • hochgeladen von Peter Zellinger

Zwei Daniels, ein eher ungewöhnlicher Traumjob: beide haben sich für eine Karriere als Entsorgungs und Recycling-Fachmann entschieden.

WAIDHOFEN. Täglich landet etwa eine Sattelzug voller Abfälle im Altstoffsammelzentrum in Waidhofen. Dass es sich dabei aber keineswegs um Müll, sondern wertvolle Rohstoffe handelt, ist längst klar. Damit die Rohstoffe auch dort landen, wo sie hingehören, gibt es die Entsorgungs- und Recyclingfachmänner.

Lehrling zur Führungskraft

Daniel Weixelbraun hat seine Lehre in dem ungewöhnlichen Beruf bereits 2013 abgeschlossen - und er möchte keine Sekunde missen. Nach zwei Jahren in der HTL-Karlstein wechselte er zu Sauber+Stark in Waidhofen und wurde Recyclingfachmann - einer von nur einer Hand voll in Österreich. Mittlerweile ist der ehemalige Lehrling ins Management aufgestiegen und arbeitet meist vom Büro aus, disponiert Lkw und bedient die massive Brückenwaage, ist Sicherheitsvertrauensperson, Sanitäter und nebenbei noch Lkw-Fahrer. "Man kann in der Lehre in unheimlich viele Bereiche hineinschnuppern", so der Dietmannser. Genau und ordentlich zu arbeiten ist in dem Beruf Pflicht, denn oft hat man es auch mit gefährlichen Stoffen zu tun, die keinesfalls etwa ins Grundwasser gelangen sollten. "Deshalb überprüfen wir auch jedes Fass, jedes Fläschchen genau auf den Inhalt", berichtet Weixelbraun und stellt uns "Daniel 2.0" vor - so wird der Neuzugang scherzhaft genannt.

Ungewöhnliche Berufswahl

Daniel Habison hat nämlich im August seine Lehre bei Sauber+Stark begonnen. "Dinge zu zerlegen hat mir immer schon Spaß gemacht", so der 15-Jährige. Auch Naturwissenschaften und vor allem Chemie hätten ihn in der Schule bereits interessiert - da ist seine jetzige Berufswahl perfekt für seine Vorlieben geeignet. Das ist auch der Grund, warum Daniel nach seiner Schule klar war, dass er Entsorgungsfachmann wird. Nach einem Gespräch auf der Jobmesse in Allentsteig und ein paar Schnupperstunden im Betrieb später, war auch schon der Lehrvertrag unterschrieben. Jetzt ist die Hauptaufgabe des Lehrlings erstens die Kundschaft zu empfangen und viel wichtiger für Ordnung im Altstoffsammelzentrum zu sorgen und die Stoffe richtig zu sortieren. Die Abwechslungsreiche Tätigkeit mache ihm Spaß und er freue sich bereits auf die Berufsschule in Linz, so der Matzlesschläger.

Job mit Zukunft

Die Lehre zum Entsorgungs- und Recyclingfachmann ist für Geschäftsführer Gottfried Stark definitiv ein Beruf mit Zukunft: Ziel des Recyclingfachmannes sei es Kreisläufe zu schließen, weg vom reinen Entsorgen zum Wiederverwerten. Aktuell besuchen nämlich nur eine Hand voll angehende Abfall-Spezialisten die Berufsschule in Linz. Das sollte sich laut Stark aber schleunigst ändern, denn die Aufstiegsmöglichkeiten sind jedenfalls gegeben, wie man am Altstoffsammelzentrum Waidhofen sehen könne und große Betriebe würden für ihre Abfallbeauftragten gerne auf ausgebildete Recyclingfachmänner zurückgreifen.

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