05.09.2016, 07:12 Uhr

Hochwasserschutz in NÖ erstmals im urbanen Bereich realisiert

Sehen beruhigt in die Zukunft: Eva Bräuner (Bauamt), Stadtamtsdirektor Rudolf Polt, Vizebürgermeister Gottfried Waldhäusl, Bürgermeister Robert Altschach, Nationalrätin Martina Diesner-Wais, Stadtrat Alfred Sturm, Landesrat Stephan Pernkopf und Marion Hartl (Bauamt).

In Waidhofen an der Thaya konnte nach drei Jahren Bauzeit und sieben Jahren Vorplanung die Einweihung vorgenommen werden.

WAIDHOFEN (kuli). Nach den letzten schlimmen Hochwässern im Jahr 2006 beschloss man dort, wirksame Schutzmaßnahmen im Stadtgebiet anzugehen. Als Generalplaner wurde die Firma IUP (Ingenieurgemeinschaft Umweltprojekte) mit Geschäfts- und Planungsleiter Peter Klein gewählt. Nach ingenieurstechnischer Konzeptentwicklung und Klärung sämtlicher Förderungsfragen konnte 2013 der Spatenstich erfolgen.
In weiterer Folge wurden unter anderem ca. 15.000 m³ Erde bewegt, 1.300 m³ Beton und 70 t Stahl verbaut sowie 1.500 t Wasserbausteine platziert. Zur Durchführung der Retentionsraumerweiterung musste die Stadtgemeinde Gründe erwerben, wobei auch der Landwirtschaftsbetrieb der Fam. Manz umzusiedeln war. Auch die Familien Nathan, König und Hölzl mussten sich von Grundstücken trennen.
Nun gibt es hier Flutmulden, Streichwehre und Dämme, die einem 100-jährlichen Thayahochwasser, also ca. 160 m³ pro Sekunde Flussvolumen, standhalten können. Mit zusätzlichen Maßnahmen zur Erhöhung des Freibords (u.a. mobiler HW-Schutz, mit dem Feuerwehrleute bereits den Ernstfall geprobt haben) könnten sogar bis zu 200 m³ pro Sekunde bewältigt werden. Das kostete 3,8 Millionen Euro brutto, wobei Bund und Land NÖ jeweils 40 % und die Stadt 20 % übernehmen.
Schier unendlich lang ist die Liste der beteiligten Institutionen und Privatpersonen, denen mehrfach großer Dank ausgesprochen wurde. Hierbei wurde die Feuerwehr hervorgehoben, aber auch die Mitarbeiter bei den jeweiligen Stellen der Bundes- und Landesregierung und natürlich auch der Stadtgemeinde. Die ausführenden Firmen sind nahezu alle im Waldviertel, zumindest aber in Niederösterreich ansässig.
Zum Schluss des von Seiten Waidhofen projektleitenden Stadtrat Alfred Sturm moderierten Festaktes mit dankesvollen Wortbeiträgen von Bgm. Altschach, NR Diesner-Wais und LR Stephan Pernkopf kam es zu einer ökumenischen Segnung durch Stadtpfarrer Josef Rennhofer und Pfarrerin Birgit Schiller. Beide mahnten sinngemäß, dass man nicht wider, sondern nur mit der Natur leben sollte. Darüber kann man nicht lange genug nachdenken.
Die Blasmusikkapelle Waidhofen sorgte mit wohl gewählten Stücken für beste musikalische Umrahmung und gute Unterhaltung.
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