21.10.2014, 10:35 Uhr

Waidhofen: Ring frei für Polt gegen Waldhäusl

Stadtamtsdirektor Rudolf Polt rät in einem offenen Brief Waldhäusl dazu Matura und Studium nachzuholen um selber Direktor werden zu können. (Foto: privat)

FPÖ-Spitzenkandidat Gottfried Waldhäusl startet Bürgerbefragung. Stadtamtsdirektor Rudolf Polt fühlt sich provoziert und rät Waldhäusl seine Matura nachzuholen.

WAIDHOFEN. Den Fehdehandschuh von Gottfried Waldhäusl (FPÖ) hat Waidhofens Stadtamtsdirektor Rudolf Polt aufgenommen: Er kontert auf die vom blauen Klubchef ins Leben gerufene Bürgerbefragung mit einem wenig schmeichelhaften offenen Brief.

Die Vorgeschichte: Der Samthandschuh ist Gottfried Waldhäusl - designierter Spitzenkandidat der FPÖ Waidhofen in der kommenden Gemeinderatswahl - eher fremd. Für seinen Wahlkampf in der Bezirkshauptstadt hat sich der Landtagsabgeordnete und Klubobmann auf die Stadtverwaltung eingeschossen. In einer Umfrage per Aussendung stellt Waldhäusl 30 Fragen an die Gemeindebürger.

Der Großteil davon liest sich eher harmlos: Ob es Bedarf an mehr Kinderbetreuungsplätzen gibt oder wie die Waidhofner mit dem Freizeitangebot zufrieden sind. Aber die Stadtverwaltung wird erst zum Schluss Thema: "Wie zufrieden sind Sie mit der Stadtverwaltung?", "Stört es Sie, dass die Stadtführung immer wieder für negative Schlagzeilen gesorgt hat?" oder "Ist es gerechtfertigt, dass der Stadtamtsdirektor ein kolportiertes Monatssalär von bis zu 12.900 € bekommt?" will Waldhäusl von den Waidhofnern wissen. Im Begleittext nennt der FP-Chef Polt einen "überdotierten Einsager aus der zweiten Reihe".

Am Montag hat es Polt gereicht und kontert den Waldhäusl'schen Fragen per offenem Brief: "Du stellst Menschen in ein schiefes Licht - egal, ob es der Landeshauptmann von Niederösterreich ist oder ich als Stadtamtsdirektor", heißt es da. "Du hast zwar vom Gasthaus s’Gwölb – in dem du oft verweilst – einen guten Blick auf das Rathaus, du hast aber keine Kenntnis vom Innenleben des Rathauses – nämlich dem Ablauf der Politik und der Verwaltung – sonst würdest du nicht solchen Unsinn von dir geben", so Polt weiter.

Polt verdiene etwa 5.000 Euro netto, schreibt er. Das sei weder ein Sonderdienstvertrag noch unüblich. "Egal, wer die Funktion des Stadtamtsdirektors in Waidhofen an der Thaya bekleidet, jede Frau oder jeder Mann – auch wenn er Gottfried Waldhäusl heißen würde - hätte die gleichen gesetzlichen Grundlagen und daher auch den gleichen Bezug", so Polt, der gleichzeitig einen Bildungs-Tipp an Waldhäusl richtet: "Vorausgesetzt, du würdest eine Matura und ein entsprechendes Studium nachholen."

"Du brauchst keine besondere Ausbildung, um als Klubchef einen Betrag von zirka € 12.000,- zu verdienen und einen Dienstwagen zu fahren", so Polt weiter.

Den so gescholtenen Waldhäusl stören die Angriff des Amtsleiters aus Waidhofen wenig: Er habe lediglich eine Bürgerbefragung durchgeführt. "Wichtig ist für mich nur, was die Waidhofner denken. Wenn die dabei die Waidhofner sagen, dass sie den besten Stadtamtsdirektor der Welt haben, ist mir das nur recht", so Waldhäusl gegenüber den Bezirksblättern.

Nur wenige Tage nachdem die Waidhofner den Fragebogen in ihren Postkästen sahen, habe er schon über 100 Retouren erhalten, berichtet der blaue Klubobmann auf Bezirksblätter Nachfrage.
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