Sicherheit
Achtsam statt ängstlich - Workshop in Axams zeigt Kindern Gefahren
- Beim Sicherheitsworkshop in Axams lernten die Kinder unteranderem wie man Abstand zu anderen Personen hält.
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Wie können Kinder auf dem Schulweg oder in der Freizeit auch ohne Eltern sicher unterwegs sein? Ein Workshop in Axams vermittelte Kindern praktische Tipps für den Ernstfall und zeigte, warum das Bauchgefühl besonders wichtig ist.
AXAMS. Ein lautes „Nein!“ schallt durch den Turnsaal in Axams. Kurz darauf folgt ein ebenso kräftiger Hilferuf. Was zunächst ungewöhnlich klingt, ist Teil eines Sicherheitstrainings für Kinder. Der Workshop war bereits lange vor dem Termin am 8. Oktober ausgebucht. MeinBezirk besuchte die Trainingseinheit und machte sich ein Bild davon, wie Kinder und Eltern auf mögliche Gefahrensituationen vorbereitet werden.
Geleitet wird der Kurs von Günter und Mareike Rabitsch. Das Besondere dabei: Nicht nur die Kinder lernen, wie sie sich in gefährlichen Situationen verhalten sollen. Auch die Eltern werden aktiv eingebunden. Der rund einstündige Workshop ist deshalb in zwei Bereiche gegliedert. Einerseits geht es darum, Kindern altersgerecht Wissen und Handlungsmöglichkeiten zu vermitteln. Andererseits erhalten Eltern konkrete Hinweise, wie sie ihre Kinder im Alltag unterstützen können.
- Welchen Personen kann man trauen und wo sagt mein Bauchgefühl Nein: Das lernten die jüngeren im Kurs.
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Verlockungen und Alltagssituationen erkennen
Zu Beginn des Kurses beschäftigen sich die Kinder mit Situationen, die auf den ersten Blick harmlos erscheinen können. Anhand von Beispielen erklären die beiden Trainer, wie Fremde versuchen könnten, Vertrauen zu gewinnen. Dazu gehören Geschichten wie „Deine Mama ist im Krankenhaus“ oder das Versprechen, süße Hundebabys im Auto zu zeigen.
Die Kinder lernen dabei, auf ihr Bauchgefühl zu hören und die Situationen kritisch zu hinterfragen. Gleichzeitig wird aber auch vermittelt, dass Aufmerksamkeit nicht mit Angst verwechselt werden darf. Für Günter Rabitsch, der selbst viele Jahre bei der Polizei tätig war, ist genau das ein zentraler Punkt des Trainings. Kinder sollen selbstbewusst werden, Gefahren erkennen und ihrem Instinkt vertrauen, ohne dabei ständig verunsichert oder schreckhaft zu sein. Auch praktische Tipps kommen nicht zu kurz. So wird etwa gezeigt, wie Kinder ihre Schultasche im Ernstfall rasch abstreifen können, um schneller flüchten zu können.
- Wie wird man im Ernstfall seine Schultasche los? Das wird genau hier geübt.
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Eltern als wichtiger Teil der Sicherheitskette
Während die Kinder üben, erhalten die Eltern ebenfalls wertvolle Anregungen. Ein gemeinsames Familienpasswort kann etwa helfen, wenn tatsächlich jemand im Auftrag der Eltern ein Kind abholen soll. Darüber hinaus appellieren die Trainer an Schulen, beim Ankommen und Verlassen der Schülerinnen und Schüler die Eingänge möglichst offen zu halten. Kinder hätten dadurch im Ernstfall die Möglichkeit, rasch wieder in das Schulgebäude zurückzukehren und Schutz zu suchen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Kommunikation innerhalb der Familie. Gefährliche Situationen würden nicht immer von völlig fremden Menschen ausgehen, erklären die Kursleiter. Deshalb sei es wichtig, Kindern von klein auf zu vermitteln, dass sie alles erzählen dürfen und sollen. Geheimnisse dürften kein Druckmittel sein.
- Auch die Eltern waren beim Kurs gefragt.
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Beobachtungsgabe trainieren
Wie aufmerksam die Kinder bereits sind, zeigte sich bei einer Übung zur Personen- und Fahrzeugbeschreibung. Dabei sollten sie sich Kennzeichen und Merkmale von Menschen einprägen und anschließend wiedergeben.
Genau solche Informationen seien im Ernstfall oft besonders wertvoll. Deshalb werden auch die Eltern ermutigt, solche Beobachtungsübungen immer wieder in den Alltag einzubauen. Wer etwa weiß, dass „KU“ für Kufstein steht, habe bereits einen Anhaltspunkt, um sich Kennzeichen leichter merken zu können.
- Die Kinder lernten wie man sich Kennzeichen merkt.
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Laut werden und Grenzen setzen
Ein wichtiger Bestandteil des Workshops ist auch das Thema Selbstbehauptung. Die Kinder lernen, ihren Willen klar und deutlich auszudrücken und in unangenehmen Situationen ein selbstbewusstes „Nein!“ zu sagen.
Besonders interessant: Die Trainer empfehlen bewusst die Sie-Form. Wenn ein Kind laut „Lassen Sie mich in Ruhe!“ ruft, wird für Passantinnen und Passanten sofort deutlich, dass keine vertraute Beziehung zu der angesprochenen Person besteht.
Außerdem wird erklärt, warum ein ausreichender Sicherheitsabstand wichtig ist und wie Kinder verhindern können, dass ihnen jemand zu nahe kommt.
- Erste Trittversuche der älteren Kids.
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Erste Abwehrtechniken
Im weiteren Verlauf wird die Gruppe aufgeteilt. Die jüngeren Kinder beschäftigen sich intensiv mit der Frage, warum das äußere Erscheinungsbild eines Menschen nichts darüber aussagt, ob jemand hilfsbereit oder gefährlich ist. Statt Vorurteilen sollen sie ihrem Bauchgefühl vertrauen. Das ganze üben die Kinder in einer Art "1,2,3" Spiel bei dem sie entscheiden, ist diese Situation oder Person harmlos oder bedenklich.
Die älteren Kinder dürfen unterdessen einfache Handgriffe und Tritte zur Selbstverteidigung ausprobieren. Zum Abschluss bekommen jedoch alle die Gelegenheit zu zeigen, wie kräftig sie zutreten können. Der Spaß kommt dabei nicht zu kurz.
„Unglaublich wichtig für den Alltag“
Auch bei den Eltern kommt das Angebot gut an. Eine Mutter fasst ihre Eindrücke nach dem Workshop zusammen: „Der Kurs für die Kinder ist wirklich gut gelungen und unglaublich wichtig. Sie lernen wirklich, worauf sie im Alltag achten müssen und dass sie sich im Ernstfall auch immer an uns Eltern wenden können.“
Nach einer Stunde verlassen die Kinder den Turnsaal mit neuem Wissen, einer Portion Selbstvertrauen und vor allem mit einer Botschaft, die sich durch den gesamten Workshop zieht: Aufmerksam sein, dem eigenen Bauchgefühl vertrauen und im Zweifel laut um Hilfe bitten.
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