400 Fahrgäste evakuiert
Bericht deckt Mängel bei Zugräumung in Wienerwaldtunnel auf
- Am 26. Juli 2025 blieben hunderte Fahrgäste in einem defekten ICE im Wienerwald-Tunnel stecken.
- Foto: APA-Images / APA / MAX SLOVENCIK
- hochgeladen von Johannes Reiterits
Ein Untersuchungsbericht stellt den Verantwortlichen bei der Evakuierung eines mit 400 Passagieren besetzten ICE kein sonderlich gutes Zeugnis aus. Es hatte über sieben Stunden und einen Großeinsatz gebraucht, um alle Fahrgäste im Ende Juli aus dem Wienerwaldtunnel zu befreien.
WIEN/PENZING. Einen aufsehenerregenden Großeinsatz gab es Ende Juli 2025 im Wienerwaldtunnel. Der Eisenbahntunnel verbindet auf der Weststrecke den Stadtrand Wiens mit Tullnerfeld. Ein ICE kam nach einer Panne in der wichtige Röhre stecken.
400 Passagiere blieben damals in der Garnitur sitzen. Das Licht fiel aus, Toiletten funktionierten mehr. Die Folge war ein stundenlanger Einsatz, um die Fahrgäste zu befreien. MeinBezirk berichtete damals, mehr dazu:
Mehr als sieben Stunden hat es gedauert, bis Zug und Tunnel geräumt waren. Jetzt liege dem "ORF" ein Untersuchungsbericht zum Vorgehen des Personals an dem Tag vor. Dieser sieht größere Missfälle im Notfallmanagement an dem Sommertag.
Fehlende Ausbildung, kein Strom
Berichtet wird von unzureichender Ausbildung der Lokführer und der Zugbegleiter. So sollen Betroffene berichtet haben, dass es keine ausreichenden Evakuierungsübungen gegeben hätte. ÖBB-Sprecher Bernhard Rieder widerspricht gegenüber dem "ORF" diesen Aussagen klar. "Alle Mitarbeiter durchlaufen Fortbildungen, Weiterbildungen, die alle relevanten Sicherheitsthemen beinhalten. Das passiert zweimal im Jahr."
Aber nicht nur an Bord hätte es Probleme in der Situation gegeben. Die ÖBB habe versucht, mit einem anderen Zug im Tunnel die Menschen zu evakuieren. Dabei konnte dies gar nicht funktionieren, da in der Röhre aus Sicherheitsgründen die Stromversorgung abgestellt wurde. Alleine dies habe die Rettungsaktion zwei Stunden lang verzögert. Einzelne Passagiere hatten dann den Zug aus eigenem Antrieb verlassen und sind in Richtung Ausgang gestapft.
Offene Fragen
In dem Zwischenbericht soll auch der Vorwurf im Raum stehen, dass die betroffenen Passagiere gar nicht zu dem Vorfall befragt wurden. Die im Bericht verfassten Aussagen, dass sich die meisten Fahrgäste ruhig und kooperativ verhalten hätten, basiere ausschließlich auf den Angaben der Bahnmitarbeiter.
- Die Geschehnisse im Wienerwaldtunnel im Juli 2025 werfen laut einem Bericht Fragen auf. Damals blieb ein ICE defekt in der Röhre liegen, die 400 Fahrgäste mussten evakuiert werden.
- Foto: APA-Images / APA / MAX SLOVENCIK
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Jetzt wird den ÖBB empfohlen, ihre Sicherheitskonzepte zu überarbeiten. Zum Teil hätte der Bahnbetreiber dies auch schon getan. Roman Hebenstreit von der Gewerkschaft Vida betont jedoch gegenüber dem "ORF": "Wir können aus gewerkschaftlicher Sicht nur an die zuständige Behörde appellieren, hier konsequent vorzugehen. Wir möchten nicht in die Situation kommen, dass es tragische Unfälle oder Vorfälle braucht, um letztendlich Maßnahmen zu setzen, die die Sicherheit garantieren."
Und noch eines habe der Bericht gezeigt: Der betroffene Pannen-Zug musste letztlich dann gar nicht aus dem Tunnel abgeschleppt werden. Nach einer längeren Stehzeit sprang er plötzlich wieder an und konnte so nach draußen gesteuert werden.
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