Wien
Diese Bim-Linien wurden in den vergangenen 25 Jahren eingestellt

Ab 6. Oktober gehört der 33er der Vergangenheit an. Seit 2000 sind bereits einige Bim-Linien von der Bildfläche verschwunden. (Archiv) | Foto: Wiener Linien/Christoph H. Breneis
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  • Ab 6. Oktober gehört der 33er der Vergangenheit an. Seit 2000 sind bereits einige Bim-Linien von der Bildfläche verschwunden. (Archiv)
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Viele Wienerinnen und Wiener erinnern sich noch gut an sie: Straßenbahnlinien, die teilweise jahrzehntelang zum Stadtbild gehörten – bis sie eben eingestellt wurden. Vom 21er über den 58er bis hin zum kurzen "Revival" des 72er in den 2010er-Jahren. Der MeinBezirk-Überblick zeigt, welche Linien zuletzt "verschwunden" sind.

Aktualisiert am 7. Okt., 19.25 Uhr.

WIEN. Wien wächst kontinuierlich. Um für ein ausreichendes Öffi-Angebot zu sorgen, wird auch das Straßenbahnnetz immer weiter ausgebaut. Seit 2020 sind mehr als fünf Kilometer sowie 18 zusätzliche Haltestellen dazugekommen, knapp 30 aktive Straßenbahnlinien gibt es laut Angaben der Wiener Linien aktuell in der Stadt. Kurz nach Schulbeginn kam bzw. kommt eine weitere Verbindung hinzu: die Linie 12, die seit 1. September die Bezirke 8., 9., 20. und 2. verbindet, sowie die Linie 27, die ab 6. Oktober regulär unterwegs ist und die beiden Flächenbezirke Floridsdorf und Donaustadt verbindet.

Neben den Neuzugängen gibt es ab kommender Woche jedoch auch einen Abgang: Die Linie 33 wird ihren Betrieb endgültig einstellen. Seit der Inbetriebnahme der Linie 12 war sie nur noch ergänzend im Einsatz, am 5. Oktober fährt sie ihre letzten Runden. Begründet wird das Aus damit, dass der 12er ohnehin große Teile der bisherigen Strecke der Linie 33 abdeckt. Dadurch seien die Fahrgastzahlen der 33 "spürbar zurückgegangen" – MeinBezirk berichtete:

Linie 33 in Wien wird eingestellt, 12er übernimmt

Vonseiten der Wiener Linien betont man aber: "Linien werden nicht einfach nur eingestellt, es kommt dabei meist zu einer Umstrukturierung des Netzes." So wie eben bei der baldigen Ausmusterung des 33ers. Da übernimmt ab kommender Woche dann die 12er-Linie komplett. "Alle Haltestellen der Linie 33 bleiben mit anderen Straßenbahnlinien erreichbar", wird zudem betont.

Seit 2000 verschwundene Bim-Linien

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt auch: Bim-Linien kommen und gehen, und das öfter, als man vielleicht denkt. Allein in den vergangenen 25 Jahren "verschwanden" rund ein Dutzend Straßenbahn-Linien von der Bildfläche – je nachdem, wie das Netzangebot adaptiert werden musste. MeinBezirk hat sich schlau gemacht, welche Linien, die zur Jahrtausendwende noch aktiv im Dienst waren, heute nicht mehr in Betrieb sind.

Fährst du oft mit der Bim?

Linie 58 (1908–2017)
Strecke: Westbahnhof – Hummelgasse.
Beliebte Radiallinie, zuletzt mit A1-Garnituren betrieben. Letzter Betriebstag: 1. September 2017 – ein geschmückter E1+c3 mit alten Ansagen von Franz Kaida fuhr als Abschiedsfahrzeug. Ersatz: Verlängerungen von Linie 10 nach Unter St. Veit und Linie 60 zum Westbahnhof.

Linie 58 in der Mariahilferstraße mit Zug der Type B1, Sommer 2011. (Archiv) | Foto: Wiener Linien/Manfred Helmer
  • Linie 58 in der Mariahilferstraße mit Zug der Type B1, Sommer 2011. (Archiv)
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Linie 35 (1907–2000)
Strecke: Liechtenwerder Platz – Zentralfriedhof.
Lange Zeit eine Friedhofslinie mit Sonderstatus, zuletzt Radiallinie ohne große Bedeutung. Letzte Fahrt: 2000. Ersatz: Friedhofsanbindung zum 3. Tor durch Linie 71 (ohne 1:1-Startpunktersatz).

Linie 61 (1996–2000)
Strecke: Kennedybrücke – Lainz, Wolkersbergenstraße.
Direktverbindung zum Krankenhaus Lainz, entstanden aus der Linie 60/62. Betrieb mit Solotriebwagen (E2). Letzter Tag: 2. Juli 2000 – offiziell "vorübergehend eingestellt", de facto eingestellt. Ersatz: Kein 1:1-Ersatz; Lainz weiterhin durch Linie 62 erreichbar (andere Zuführung).

Allrounder-Linie 29

Linie 29 (1907–2008, in mehreren Rollen)
Strecken: u.a. Schwedenplatz – Friedrich-Engels-Platz; später auch Zentralfriedhof, Stadion und Öffi in der Silvesternacht.
Diese Linie war wohl die vielseitigste in der Wiener Geschichte: als Hauptverkehrszeit (HVZ)-Linie, Friedhofslinie, Stadion- und sogar Silvesternachtlinie im Einsatz. Letzte Stadionfahrt: 27. März 2008. Ersatz: Der HVZ-Ast Höchstädtplatz–Radetzkystraße wurde 1980 von Linie N übernommen; spätere Sonderrollen ohne fixen Dauerersatz.

E1-c4 Nr. 4786-1312 als Linie 29 in der Wehlistraße am 13.6.2004. (Archiv) | Foto: Stadtverkehr-Austria-Wiki/Rolmaster
  • E1-c4 Nr. 4786-1312 als Linie 29 in der Wehlistraße am 13.6.2004. (Archiv)
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Linie 21 (1907–2008)
Strecke: Schwedenplatz – Praterkai.
Die Radiallinie verband die Innenstadt mit dem 2. Bezirk und diente auch als Stadionlinie. Letzte Fahrt: 2008. Ersatz: Abschnitte in der Innenstadt/Taborstraße durch Linie 2, Relation Ring–Prater durch Linie 1; Wehlistraße–Praterkai ohne direkten Tram-Ersatz (heute Bus).

Ehemals längste Bim-Linie 45

Linie 45 (1907–2009)
Strecke: Ottakring – Stadion (nur Stadionverkehr).
Mit einer Streckenlänge von knapp 14 Kilometern zeitweise längste Linie Wiens. Besonderheit: Im Stadionverkehr wurde offiziell nur Richtung Ottakring gefahren. Letzte Einsätze 2009. Ersatz: kein dauerhafter Ersatz; Stadionverkehr später über andere Verstärker/Sonderführungen (teils 25/26-Verstärker), je nach Veranstaltung.

Linie 65 (1907–2008)
Strecke: Oper – Stefan-Fadinger-Platz.
Klassische Radiallinie nach Favoriten. Besonderheiten: Opernball-Umleitungen, spezielle Nachtausgleichszeiten. Letzte Einsätze bis 2008. Ersatz: Großteils durch die Linie 1 (Ring – Favoriten).

Zug der Linie 65 mit der Type L-c3 in der Wiedner Hauptstraße, Winter 1987. (Archiv) | Foto: Wiener Linien
  • Zug der Linie 65 mit der Type L-c3 in der Wiedner Hauptstraße, Winter 1987. (Archiv)
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Linie 81 (1986–2008)
Strecke: Praterstern – Elderschplatz. Messelinie, auch als Stadionverstärker. Letzte Fahrt: 26. April 2008. Gleichnamige, ältere Linien: Linie 81 (1910–1951) und Linie 81 (1969–1974). Ersatz: Kein fixer Ersatz; Eventverkehr seither über andere Linien/Verstärker (je nach Messe/Stadion).

Kurzlebiger 72er in den 2010er-Jahren

Linie 72 (1907-1961, 1991-2000, 2013-2014)
Strecke: ursprünglich Zentralfriedhof – Schwechat (1907-1961), dann Markhofgasse – Zentralfriedhof (1991–2000), später Enkplatz – Kaiserebersdorf (2013–2014). Die Linie 72 war ursprünglich als Friedhofslinie im Simmeringer Netz unterwegs und verband ab 1991 die Markhofgasse mit dem Zentralfriedhof. Einige Kurse fuhren werktags auch zur Hauptwerkstätte oder als Tauschzug vom Bahnhof Favoriten nach Simmering. Nach ihrer Einstellung im Dezember 2000 feierte der 72er 2013 ein kurzes Comeback – diesmal als Verstärkerlinie der 6 zwischen Grillgasse und Kaiserebersdorf, um Störungen auszugleichen. Nach wenigen Monaten wurde die Linie endgültig eingestellt. Ersatz: keine direkte Nachfolge; die Friedhofsverbindung übernimmt weiterhin Linie 71. Der Kaiserebersdorfer Abschnitt wird sowohl vom 71er als auch vom 11er bedient.

Linie J (1907–2008)
Strecke: Bösendorferstraße – Ottakringer Straße/Erdbrustgasse.
Traditionelle Radiallinie mit wechselvoller Geschichte, zuletzt mit ULF-Garnituren. Am 25. Oktober 2008 endgültig eingestellt und durch die neue Linie 2 ersetzt.

Straßenbahnzug der Type L-c2 der Linie J, Endstelle und Anfangsstelle Erdberg; Dezember 1983. (Archiv) | Foto: Wiener Linien
  • Straßenbahnzug der Type L-c2 der Linie J, Endstelle und Anfangsstelle Erdberg; Dezember 1983. (Archiv)
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Linie N (1980–2008)
Strecke: Prater Hauptallee – Friedrich-Engels-Platz.
Entstand nach Einstellung der "Zweierlinien". 2008 eingestellt. Gleichnamige Linie: eine ältere Linie N mit anderem Verlauf. Ersatz: die Strecke übernahmen die Linien 1 und 2.

Linie 67 (1907–1977, 1978–2019)
Strecke: zuletzt Quellenplatz / Reumannplatz – Quellenstraße – Per-Albin-Hansson-Siedlung (Ost) – Oberlaa. Die Linie 67 existierte bereits seit 1907 in verschiedenen Streckenführungen und war bis 1977 im innerstädtischen Bereich unterwegs. Nach der Eröffnung der U1 wurde sie 1978 neu geschaffen und verband Favoriten mit Oberlaa. Mit der Verlängerung der U1 endete der Betrieb schrittweise – der Abschnitt nach Oberlaa wurde 2017, der restliche Ast 2019 eingestellt. Ersatz: Linie 11 (Restast), U1 nach Oberlaa.

Am 5. Oktober war der 33er ein letztes Mal unterwegs. (Archiv) | Foto: Wiener Linien/Manfred Helmer
  • Am 5. Oktober war der 33er ein letztes Mal unterwegs. (Archiv)
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Linie U2Z (2021–2024)
Strecke: Schottenring – Bösendorferstraße (Karlsplatz); temporär bis Praterstern / Schwedenplatz (2023/24), einmalig bis Reumannplatz (23.–24. November 2024). Art: Ersatz-/Ringlinie für U2 (ab Juli 2023 nur Wochenend-Nachtverkehr). Ersatz: regulär wieder U2 (bzw. U4/U1 nach Sperrenende); tagsüber bei Sperren 71-Verlängerungen (Börse–Schottenring/Schwedenplatz), fallweise D-Verlängerung nachts.

Linie 33 (1996–2025) – letzter Tag: 5. Oktober 2025
Strecke: Augasse – Friedrich-Engels-Platz (früher Josefstädter Straße U – 5 – 31 – FEP; zeitweise bis Gerasdorfer Straße). Art: Radiallinie, seit 1. September 2025 werktags tagsüber Verstärker für die Linie 12. Ersatz: 12 (Hauptrelation zur Josefstädter Straße), Achse sonst 5/31. Gleichnamige Linien aus der Vergangenheit: 33 (1907–1972), 33 (1955–1961).

Weitere historische Aufnahmen der Bim-Linien findest du in unserer Bilderstrecke.

Anmerkung: Teile der Angaben zu den eingestellten Straßenbahnlinien basieren auf Informationen des Online-Portals "Stadtverkehr-Austria-Wiki".

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