Fridays for Future
"Klimaziele von Rot-Pink gehen nicht weit genug"

Die Forcierung der E-Mobilität sei natürlich ein klimapolitischer Fortschritt, doch Autos blieben auch so Energiefresser, sagen Fridays for Future.
  • Die Forcierung der E-Mobilität sei natürlich ein klimapolitischer Fortschritt, doch Autos blieben auch so Energiefresser, sagen Fridays for Future.
  • Foto: Energie Steiermark
  • hochgeladen von Simon Michl

Die Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays for Future haben die Klimapläne der neuen Wiener Stadtregierung unter die Lupe genommen: Einiges gehe in die richtige Richtung, aber in vielen Punkten müsse man ambitionierter sein.

WIEN. Im Koalitionsabkommen von SPÖ und Neos wird dem Thema Klima viel Platz eingeräumt: In einem eigenen Kapitel unter dem Titel "Klimamusterstadt" mit 35 Seiten und dann noch einmal im Rahmen der Vorhaben in den Bereichen Stadtentwicklung und Mobilität. "So grün wird rot-pink" und Ähnliches titelten Medien darum auch in den vergangenen Tagen. Nicht so recht einstimmen wollen die Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays for Future: Obwohl es einige gute Punkte im Übereinkommen gebe, seien die Vorhaben insgesamt zu wenig ambitioniert, sagen sie.

Auf jeden Fall positiv gesehen wird die Ankündigung, ein Klimaschutzgesetz zu verabschieden. "Es ist wichtig, neben dem allgemeinen Ziel der CO2-Neutralität bis 2040 auch jährliche Ziele zu definieren und sie festzuschreiben", sagt Michael Spiekermann von Fridays for Future. So könne man dann leicht kontrollieren, ob der eingeschlagene Weg ausreiche und die Ziele erreicht worden seien. "Ich finde es gut, dass die Regierung hier so transparent sein möchte", sagt der Aktivist.

Das Ziel selbst, CO2-Neutralität bis 2040, halten er und seine Mitstreiter aber für zu weit weg: Wegen der Dringlichkeit der Lage müsse Wien bereits bis 2030 klimaneutral sein, da Städte leichter Emissionen senken können als ländliche Gebiete und deshalb Vorreiter sein müssten.

"Wir können nicht 2020 neue Straßen bauen"

Im Verkehrsbereich blieben die Ankündigungen für eine Reduktion des Autoverkehrs – abseits vom Ziel der verkehrsberuhigten Innenstadt – zu vage. Zwar sei die Vervierfachung des Radwegbudgets begrüßenswert, aber eine echte Verkehrswende schaffe man damit nicht. Mit der Forcierung der Elektroautos löse man nicht alle Probleme, sagt Michael Spiekermann: "E-Autos brauchen viel Energie. Auch der Vorrat an erneuerbaren Energien ist nicht unendlich. Und dass die Autos derart die Stadt dominieren, ist ein großer Missstand, egal wie sie angetrieben werden." Dass sich die rot-pinke Koalition zum Ausbau der Stadtstraße in Aspern ausdrücklich bekennt, findet er auch falsch: "Es ist 2020. Wir können nicht ernsthaft noch neue Straßenprojekte in Europa realisieren. So darf man nicht mehr denken, wir müssen die Menschen anders von A nach B bringen."

Umsetzung zu langsam

Im wichtigen Bereich Wohnen kritisieren die Aktivisten das mangelnde Tempo: Innerhalb der nächsten zwei Jahre will die Regierung ein Konzept erarbeiten, mit dem der Ausstieg aus Gasheizungen umgesetzt wird. "Konzepte sind gut, aber es gibt hier durchaus Dinge, die man gleich angehen kann", sagt Spiekermann, alle Lösungen  für den privaten Bereich – Fernwärme, strombetriebene Wärmepumpen und Pellets-Heizungen – seien bereits vorhanden.

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