Phishing-Nachrichten
Mann mit speziellen Betrugs-SMS-Geräten im Auto geschnappt
- Bei einem Mann wurden in Wien zwei sogenannte "SMS-Blaster" sichergestellt.
- Foto: LPD Wien
- hochgeladen von Antonio Šećerović
Bei einem Mann wurden in Wien zwei sogenannte "SMS-Blaster" sichergestellt. Mit diesen speziellen Geräten können bis zu 100.000 Phishing-Nachrichten verschickt werden, zeitgleich werden Mobilgeräte in der Umgebung gezwungen, sich mit ihnen zu verbinden.
WIEN. Falsche Polizisten, Fake-Nachrichten von der Bank oder einem Amazon-Lieferanten oder die "Tochter", die sich bei den Eltern meldet und einen schweren Verkehrsunfall hatte: zahlreiche SMS-Betrugsnachrichten sind seit geraumer Zeit im Umlauf. Zuletzt wurde bekannt, dass das Konsumentenschutzministerium sogenannten Phishing-Opfern 1,5 Millionen Euro zurückgeholt hat – siehe unten mehr.
Oft ist die Suche nach Tätern ziemlich kompliziert, auch weil sie sich meistens im Ausland befinden. Doch vergangene Woche konnte ein Tatverdächtiger in Wien auf frischer Tat ertappt werden.
Phishing-SMS in großem Ausmaß
Über einen Mobilfunkanbieter konnte das Landeskriminalamt Wien feststellen, dass eine bislang unbekannte Täterschaft zumindest seit dem 6. April im Großraum Wien mit einem oder mehreren Geräten unterwegs sein sollen und dabei Phishing-SMS in großem Ausmaß versendet haben dürften. Insbesondere wurde das an Orten gemacht, wo sich überwiegend eine größere Zahl an Menschen aufhält – und das im Namen bekannter Paketdienste sowie Mobilfunkanbieter.
- Beim Tatverdächtigen wurde auch ein weiterer SMS-Blaster zu Hause gefunden, ebenso zwei Notebooks, zehn Mobiltelefone, zwei Tablets und weitere Geräte.
- Foto: LPD Wien
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Am 14. Mai konnte man dann einen 32-Jährigen lokalisieren. Er wurde durch Einsatzkräfte der Cobra festgenommen, in dem Pkw war auch dessen sechs Monate alter Sohn. Im Fahrzeug selbst waren sogenannte "SMS Blaster" installiert. Diese Geräte befinden sich oft in Auto-Kofferräumen oder Rucksäcken und zwingen Smartphones in der näheren Umgebung, sich mit ihnen zu verbinden. Dabei werden pro Stunde bis zu 100.000 SMS-Nachrichten automatisch verschickt, um an Daten zu gelangen.
Diese Geräte haben eine erhebliche Strahlenbelastung, weshalb gegen den Mann nicht nur wegen des Verdachts des versuchten gewerbsmäßigen Betrugs ermittelt wird, sondern auch wegen der Gefährdung der körperlichen Sicherheit seines Sohnes.
Weitere Geräte zu Hause gefunden
Beim 32-jährigen Mann wurde auch ein weiterer SMS-Blaster zu Hause gefunden, ebenso zwei Notebooks, zehn Mobiltelefone, zwei Tablets, zahlreiche Batterien, Spannungswandler und weiteres technisches Equipment. Diese werden gerade IT-forensisch ausgewertet.
Der Mann zeigte sich bei der Vernehmung geständig und befindet sich in Haft. Die Ermittlungen werden durch den Assistenzdienst des Landeskriminalamts Wien – Ermittlungsbereich Cybercrime – fortgesetzt. In den Ermittlungen vorher waren auch Spezialisten des Bundeskriminalamtes C4 sowie der Direktion für Staatsschutz und Nachrichtendienst involviert.
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