Neues Buch
Fortschritt und Betrügerei in Transdanubien

Das Gänsehäufel ist schon lange ein beliebter Erholungsort für die Floridsdorfer und Donaustädterinnen - damals war es noch in einen Familien- und einen Männerbereich unterteilt.
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  • Das Gänsehäufel ist schon lange ein beliebter Erholungsort für die Floridsdorfer und Donaustädterinnen - damals war es noch in einen Familien- und einen Männerbereich unterteilt.
  • Foto: Sammlung Hofmann
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Gasometer, Eisenbahn und Flugfeld Aspern: ein Streifzug durch die Vergangenheit Transdanubiens.

FLORIDSDORF/DONAUSTADT. Gemeindesekretär und Postamtsleiter von Breitenlee: Das sind zwei angesehene Positionen, die Karl Kudris bereits mit 26 Jahren innehatte. Doch Kudris hatte auch ein Kind, musste seine Wohnung renovieren und hatte für solche Ausgaben nicht genug Geld. So begann er, der Post vom örtlichen Sparverein übergebene Einlagen abzuzweigen, und hatte schon bald 12.000 Schilling unterschlagen. 1926 konnte er den Betrug nicht länger vertuschen und musste sich stellen.

Das ist nur eine von vielen Anekdoten, die Thomas Hofmann in seinem neuen Buch über die Vergangenheit Transdanubiens zusammengetragen hat. Man erfährt darin nicht nur von Betrug und Raub, sondern auch von erfreulicheren Ereignissen wie der ersten Dampfeisenbahnfahrt Österreichs, die 1837 von Floridsdorf nach Deutsch-Wagram führte. Naturereignisse wie der Eisstoß 1929, bei dem sich Eisplatten meterhoch auf der Donau türmten, haben die Region ebenso geprägt wie politische Umwälzungen wie der Februaraufstand 1934, bei dem etwa der Schlingerhof unter Beschuss stand. Das Buch zeichnet auch nach, wie aus den kleinen Dörfern, die lange Zeit nicht zu Wien gehörten, die beiden Bezirke Floridsdorf und Donaustadt geworden sind. Neben der Eisenbahnstrecke trugen auch die Errichtung des Leopoldauer Gasometers, die Ansiedlung von Industrie und die Errichtung des Asperner Flugfelds dazu bei, dass das Gebiet vom Land zur Stadt wanderte.

Zeitungsbericht von damals

Man erfährt, was Kaiser Franz Joseph I., der anlässlich der Grundsteinlegung der Donaufelder Pfarrkirche zu Gast war, von Floridsdorf hielt, welche verheerenden Auswirkungen die Überschwemmungen der Donau hatten und wie es dazu kam, dass auf einem ehemaligen Mistplatz am Bruckhaufen eine Siedlung entstand.

Das Besondere an Hofmanns Buch: Die darin geschilderten Ereignisse sind Zeitungen der damaligen Zeit entnommen. Die einzelnen Artikel werden im Original abgedruckt und sind – abgesehen von Kürzungen – unverändert. Ergänzt werden sie durch viele Fotos. Die Vergangenheit erscheint so ganz unmittelbar und nahe.

Thomas Hofmann: "Es geschah in Transdanubien". Edition Winkler-Hermaden. 21,90 Euro. ISBN: 978-3-9504720-8-0. Infos: www.edition-wh.at

Autor:

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