Interview Birgit Hebein
Autofreie City und Pop-up-Radwege

Mit den Klimaschutzgebieten setzt Birgit Hebein den nächsten Schritt für klimafreundlichere Stadtteile.
  • Mit den Klimaschutzgebieten setzt Birgit Hebein den nächsten Schritt für klimafreundlichere Stadtteile.
  • Foto: Markus Spitzauer
  • hochgeladen von Nicole Gretz-Blanckenstein

Vizebürgermeisterin Birgit Hebein (Grüne) über Pop-up-Radwege, Klimaschutzgebiete und das Parkpickerl.

WIEN. Die bz traf Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin Birgit Hebein zum großen Interview am Schwendermarkt. Ob eine autofreie Innenstadt, Pop-up-Radwege, Klimaschutzgebiete oder ein einheitliches Verkehrs- und Parkkonzept für Wien – Hebein sieht Wien als Vorreiter in Sachen Klimaschutz.

Die Pop-up-Radwege sorgen für Wirbel. Die Donaustadt hat gegen den auf der Wagramer Straße gestimmt.
BIRGIT HEBEIN: Laut unseren wöchentlichen Untersuchungen werden die Pop-up-Radwege grundsätzlich sehr gut angenommen. Aber immer wenn es zu Veränderungen in der Verkehrspolitik kommt, wenn es um Autos und Parkplätze geht, werden die Diskussionen sehr emotional geführt. Manche Menschen brauchen einfach mehr Zeit, um mit Veränderungen umzugehen.

Heuer wird es in Wien 22 "Coole Straßen" geben. Auf welche freuen Sie sich am meisten?
Auf jede einzelne, weil die Erfahrungen vergangenes Jahr so positiv waren. 2019 habe ich mit drei "Coolen Straßen" begonnen. Daraufhin wollten zahlreiche Bezirke auch eine haben, und das über parteipolitische Grenzen hinweg. Es ist toll, wenn es einfach um die Sache geht.

Die Brigittenauer sind enttäuscht, dass es bei ihnen keine "Coole Straße" gibt. Warum gibt es im 20. Bezirk keine?
Ich mache keine einzige "Coole Straße", ohne mit den Bezirken zu sprechen und sie miteinzubeziehen. Im Endeffekt entscheiden die Bezirke. Ich freue mich sehr über die 16 Bezirke, die mitmachen, und nächstes Jahr werden es sicher mehr.

Unsere Leser bekritteln, dass die "Coolen Straßen" kein Ersatz dafür seien, dass in Wien gerodet und betoniert werde, zum Beispiel auf dem Otto-Wagner-Areal.
Wir haben die Flächenwidmung des Otto-Wagner-Areals so verändert, dass dort nicht mehr verbaut werden darf, sondern es offen, zugänglich und der Grünraum erhalten bleibt. Ich glaube, dass wir da gemeinsam mit der CEU eine sehr gute, nachhaltige Lösung gefunden haben.

Stichwort: Verkehrsgipfel. Wann gibt es ein Ergebnis und wird es einen einheitlichen Fahrplan für Wien geben?
Leider hat sich der Zeitplan aufgrund der Coronakrise etwas verzögert. Alle runden Tische mit allen Verantwortlichen haben stattgefunden, jetzt wollen wir wissen, was die Bevölkerung dazu sagt. Aber eines kann ich schon verraten: Es wird in Richtung Vereinheitlichung gehen, es wird praktikabler und wir diskutieren auch über verschiedene Zonenmodelle.

Wird die Innenstadt autofrei?

Der Verkehr ist mit über 40 Prozent der größte CO₂-Treiber dieser Stadt, gleichzeitig nehmen parkende Autos ein Drittel des öffentlichen Raums ein. Im Sinne unserer Kinder werden wir den Verkehr reduzieren müssen. Ja, dazu gehört für mich auch eine autofreie Innenstadt. Die Gespräche mit dem Bezirksvorsteher laufen konstruktiv.

Sie haben vor Kurzem die Klimaschutzgebiete präsentiert. Worum handelt es sich dabei?

Klimaschutzgebiete sind klar definierte Gebiete, in denen alle Neubauten künftig nur noch über alternative, nachhaltige Energien oder Fernwärme verfügen. Damit sind die Zeiten von Öl und Gas vorbei. Das ist einmalig in Europa. Wir beginnen mit dem 2., 3., 7. und 16. Bezirk und bald folgen die nächsten. Wir investieren damit in die regionale Wirtschaft, in neue Technologien und in den Klimaschutz. Wien war schon immer ein Vorreiter: im vergangenen Jahrhundert mit den Gemeindebauten, jetzt mit den Klimaschutzgebieten.

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