Vorerst mit Autos
Wiener Grüne mit neuen Plänen zur Ring-Umgestaltung

Die Grünen Wien haben einen neuen Plan zur Umgestaltung der Ringstraße präsentiert. (Visualisierung) | Foto: Kathi Puxbaum
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  • Die Grünen Wien haben einen neuen Plan zur Umgestaltung der Ringstraße präsentiert. (Visualisierung)
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Am Donnerstag haben die Wiener Grünen ein neues Konzept für ein sichereres Miteinander entlang der Ringstraße vorgestellt. Dabei sollen der Fuß- und Radweg voneinander getrennt werden, eine Begrünung entlang des Pfades ist ebenso im Plan. Der ÖAMTC kritisiert die Pläne.

WIEN. Der Ring ist ein täglicher Treffpunkt für zahlreiche Auto- und Radfahrer. Bereits letztes Jahr konnten rund zwei Millionen Fahrten auf der fünf Kilometer langen Strecke gezählt werden. Aber auch für viele Fußgängerinnen und Fußgänger ist dieser Weg entlang der historischen Prachtbauten ein täglicher Sammelpunkt.

Das ständige Zusammenkommen führt allerdings vermehrt zu Konflikten zwischen den Gruppen. Denn die schlechte bauliche Trennung der Fuß- und Radwege erschwert den Wienerinnen und Wienern die Fortbewegung. Auch der häufige Seitenwechsel zwischen den beiden Wegen und die Knotenpunkte an den Öffi-Stationen Schottenring, Stubentor und bei der Oper führen zunehmend zu brenzligen Situationen – oder im schlimmsten Fall zu Unfällen.

Nebenfahrbahnen umfunktionieren

Die Wiener Grünen haben sich diesem Thema erneut angenommen und am Donnerstag im Rahmen eines Mediengesprächs ein adaptiertes Konzept zur Ringstraße präsentiert. Entgegen früheren Plänen soll der Ring vorerst doch nicht autofrei werden. Dafür wünsche man sich eine Entflechtung des Fuß- und Radweges entlang des Rings. Dazu sollen die Nebenfahrbahnen geöffnet werden, damit Fahrradfahrende diese nutzen können. Zudem soll dieser Weg rot gefärbt werden, um eine klare Kennzeichnung von diesem zu ermöglichen.

Der Umbau der Ringstraße soll zu keiner großen Baustelle führen, sondern könnte laut den Grünen in kleinen Abschnitten erfolgen. | Foto: Amina Salkovic/MeinBezirk
  • Der Umbau der Ringstraße soll zu keiner großen Baustelle führen, sondern könnte laut den Grünen in kleinen Abschnitten erfolgen.
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Der baulich getrennte Radweg könnte gleichzeitig als "Service-Straßen" für Lieferverkehr, Taxis oder Hotelzufahrten genutzt werden. Auf die Frage, wie die Zufahrt von diesen sicher gestaltet werden kann, während Radfahrende diese nutzen, antwortete Grünen-Mobilitätssprecher Kilian Stark gegenüber MeinBezirk, dass der Lieferverkehr nicht zu den Stoßzeiten von acht und neun Uhr eingeplant werden soll. "Man muss es nicht immer räumlich, man kann es auch zeitlich entflechten", erklärt er.

Keine Großbaustellen

Der momentane Fuß- und Radweg - auch als Reitallee bekannt - soll hingegen als Pfad für Fußgängerinnen und Fußgänger umgestaltet werden. Zwischen den Bäumen könnten diese dann ununterbrochen die Ringstraße entlangspazieren. Wobei für sowohl die Fußgehenden als auch für die Radler-Ampeln nur an den Kreuzungen positioniert werden. Auch Sitzgelegenheiten entlang des Weges wären für diese eingeplant.

Laut Kilian könnte man diese Umgestaltung an aktuellen, aber auch an geplanten Baustellen entlang der Ringstraße orientieren und die Arbeiten an diesen anlehnen. Somit könnten große Sperren gemieden werden, allerdings würde der Umbau dadurch innerhalb von drei bis fünf Jahren erfolgen.

Mehr Begrünung, weniger Autos

Neben der Trennung der Verkehrswege wäre außerdem eine Begrünung entlang der Ringstraße geplant. Mindestens 250 Bäume würden im Rahmen dieses Projekts gepflanzt werden, wodurch die Wege mehr beschattet und der Hitze in der Landeshauptstadt entgegengewirkt werden kann.

Das mittelfristige Ziel sei ein autofreier Ring, so Grünen Wien-Chefin Judith Pühringer (rechts). | Foto: Amina Salkovic/MeinBezirk
  • Das mittelfristige Ziel sei ein autofreier Ring, so Grünen Wien-Chefin Judith Pühringer (rechts).
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Laut der Parteivorsitzenden Judith Pühringer wäre die Öffnung der Nebenfahrbahnen aber nur ein erster Schritt in den Plänen, die die Grünen für die Ringstraße haben. Man hofft weiters auf eine Reduktion der Fahrspuren. Das mittelfristige Ziel sei aber ein autofreier Ring, so die Grünen Wien-Chefin.

Anders sieht es Bernhard Wiesinger, Leiter der Interessenvertretung des ÖAMTC. Dieser bezeichnet das präsentierte Konzept der Grünen gegenüber MeinBezirk als "nicht zu Ende gedacht". Er kritisiert vor allem die Öffnung der Nebenfahrbahnen für Radfahrende. Laut diesem seien die Lieferdienste nicht umfassend berücksichtigt. "Ein intelligentes Verkehrskonzept für alle schaut anders aus! Der ÖAMTC wird noch heuer selbst ein Konzept zur Neugestaltung der Ringstraße vorlegen", so Wiesinger.

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Der Umbau der Ringstraße soll zu keiner großen Baustelle führen, sondern könnte laut den Grünen in kleinen Abschnitten erfolgen. | Foto: Amina Salkovic/MeinBezirk
Das mittelfristige Ziel sei ein autofreier Ring, so Grünen Wien-Chefin Judith Pühringer (rechts). | Foto: Amina Salkovic/MeinBezirk
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