23 Ausgaben in Wien
Zustellförderung schließt MeinBezirk aus – Kritik von Bezirkschefs
- Döblings Bezirksvorsteher Daniel Resch (l., ÖVP) und Margaretens Bezirksvorsteher Michael Luxenberger (Grüne) betonen beide den Mehrwert regionaler Medien wie MeinBezirk.
- Foto: Florian Wieser; Valentina Marinelić/MeinBezirk Collage: MeinBezirk
- hochgeladen von Barbara Schuster
Die geplante Zustellförderung für Zeitungen, für die der Bund 2027 und 2028 jeweils 22,5 Millionen Euro zur Verfügung stellt, schließt kostenlose Regionalmedien aus. Nur Kaufzeitungen sollen die Förderung erhalten. Wie wichtig Lokalmedien für das Leben der Wienerinnen und Wiener sind, heben jetzt zwei Bezirksvorsteher hervor.
WIEN. Ob Bezirkspolitik, Grätzlfest, Neueröffnung, Öffi-Umleitungen oder bewegende Geschichten der Bezirksbewohner: MeinBezirk ist vor Ort und berichtet aus dem unmittelbaren Lebensumfeld der Wienerinnen und Wiener – und das in allen 23 Bezirken. Die Ausgaben werden niederschwellig und kostenlos direkt nach Hause geliefert. Jede Woche.
Nun hat die Bundesregierung ihr Medienpaket präsentiert, das eine neue Zustellförderung beinhaltet. Diese soll eine finanzielle Unterstützung für die teure Hauszustellung sein – und schließt dabei kostenlose Regionalmedien zur Gänze aus. Die Förderung kommt nur abonnierten Kaufzeitungen zugute, Gratismedien gehen leer aus.
Resch: "Lokalmedien großer Mehrwert"
Wie wichtig die Arbeit kostenloser Regionalmedien ist, weiß Döblings Bezirksvorsteher und stellvertretender Landesparteiobmann Daniel Resch (ÖVP) nur zu gut. "Kaum ein anderes Medium ist dazu in der Lage, über einzelne Grätzl in einem Bezirk zu informieren", betont er im Gespräch mit MeinBezirk.
- Vom Beziksfest bis zur Umgestaltung: die Redakteurinnen und Redakteure von MeinBezirk berichten direkt vor Ort über das Geschehen in Wiens Grätzln.
- Foto: Barbara Schuster/MeinBezirk
- hochgeladen von Barbara Schuster
Dass die Berichterstattung aus dem direkten Lebensumfeld für Döbling wichtig ist, "zeigen auch zahlreiche Reaktionen der Bevölkerung bei Erscheinen der wöchentlichen Ausgabe von MeinBezirk", so Resch, der seit 2018 im Amt ist. Es seien ebenjene Informationen bei niederschwelliger Erreichbarkeit, die "im Alltag einen Unterschied machen können" und einen "großen Mehrwert" haben, gibt er in Richtung Medienminister Andreas Babler (SPÖ) zu bedenken.
Luxenberger: "Leisten, was andere nicht können"
Sein Amtskollege Michael Luxenberger (Grüne), seit 2025 Bezirksvorsteher von Margareten, sieht das ähnlich. "MeinBezirk leistet das, was viele andere nicht leisten können: Berichterstattung über und für die Nachbarschaft. Für Margareten und auch die anderen Wiener Bezirke ist MeinBezirk eine niederschwellige, unabhängige und verlässliche Informationsquelle über das Geschehen vor Ort."
Kostenlose Regionalmedien sind ein "wesentlicher Grundpfeiler der österreichischen Medienlandschaft", sagt Luxenberger. Für ihn ist nicht nachvollziehbar, weshalb dieser "wesentliche Bestandteil unserer Medienvielfalt mit der neuen Medienförderung nicht gestärkt, sondern geschwächt werden soll". Er appelliert: "Wer die Demokratie stärken will, muss auch die Medienvielfalt erhalten. Dazu zählen eben gerade die kostenlosen Regional- und Lokalmedien."
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