Tausende Euro zurückholen
Enormer Andrang beim Altbau-Mietcheck der AK Wien
- Rund 3.600 Mietende meldeten sich bei der AK Wien, um ihre Miete prüfen zu lassen. In vielen Fällen ging es dann sogar vor Gericht. (Symbolfoto)
- Foto: kunertus/Smarterpix
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Rund 3.600 Mieterinnen und Mieter in Wien hätten sich bisher an die Arbeiterkammer Wien gewandt, um ihre Miete prüfen zu lassen. 200 Verfahren seien bereits positiv abgeschlossen worden.
WIEN. Zu hohe Miete im Altbau? Für viele Wienerinnen und Wiener ist dies bittere Realität. Seit zwei Jahren geht die Arbeiterkammer Wien mit einem kostenlosen Altbau-Mietencheck gegen überhöhte Mieten vor.
Der Ansturm ist enorm: Rund 3.600 Betroffene ließen ihre Miete prüfen, in rund 700 Fällen wurde ein Verfahren vor Gericht oder bei einer Schlichtungsstelle eingebracht. 200 Verfahren seien bereits abgeschlossen worden – mit einem Ergebnis von 1,34 Millionen Euro, die zurückgeholt oder durch Mietensenkungen gesichert wurden.
Doch viele würden weiterhin laut AK vor einem Verfahren zurückschrecken – aus Angst, dass ein befristeter Vertrag danach nicht verlängert wird. Für die AK ist klar: Wohnen muss leistbar sein.
Zu- und Abschläge nicht genau definiert
In Wien fallen rund zwei Drittel der privaten Altbauwohnungen unter den sogenannten Richtwertmietzins. Das heißt, dass der Vermieter die Miete nicht frei festlegen darf, sondern sich an einen gesetzlich festgelegten Grundbetrag pro Quadratmeter halten muss.
Zu dem Grundbetrag dürfen allerdings sowohl Zuschläge als auch Abschläge dazukommen – etwa für eine gute Lage oder bei Lärm. Das Gesetz sagt zwar, dass solche Zu- und Abschläge erlaubt sind. Oft ist jedoch nicht genau definiert, wie hoch sie sein dürfen oder wie sie berechnet werden sollen.
- In Wien fallen rund zwei Drittel der privaten Altbauwohnungen unter den sogenannten Richtwertmietzins. (Symbolfoto)
- Foto: Sephelonor/Pixabay
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Laut der Wiener Arbeiterkammer würden viele Vermieterinnen und Vermieter mehr Miete im Altbau verlangen, als gesetzlich erlaubt ist. Seit rund zwei Jahren bietet die AK deswegen ihren Mitgliedern einen neuen, kostenlosen Service an – den Altbau-Mietencheck. Die AK zieht dafür auch vor Gericht ziehen und das Geld zurückholen. Für die Mieterinnen und Mieter würden dabei keine Kosten anfallen.
Mieter bekam 18.000 Euro zurück
Als Beispiel nannte die AK den Fall des Herrn P. Dieser hatte für seine laut Mietvertrag 46 Quadratmeter große Wohnung in der Leopoldstadt einen befristeten Vertrag – von 15. August 2019 bis 31. August 2025. Während dieser Zeit stieg der Hauptmietzins zwischen 2019 und 2023 um knapp 15 Prozent.
Außerdem stellte sich heraus, dass die Wohnung tatsächlich um fünf Quadratmeter kleiner war als im Vertrag angegeben. Weil ihm die Miete zu hoch erschien, meldete sich Herr P. im Sommer 2025 beim Altbau-Mietencheck der AK Wien.
Nach Prüfung des Falls brachte die AK ein Verfahren bei der Schlichtungsstelle der MA 50 – Wohnbauförderung und Schlichtungsstelle für wohnrechtliche Angelegenheiten – ein. Im Februar 2026 kam es zu einem Vergleich: Herr P. erhält 18.000 Euro zurück.
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