Ökologie
Mehr Wald für den Klimaschutz

Simone Gingrich arbeitet am Institut für Soziale Ökologie.

Simone Gingrich untersucht an der BOKU (Standort Schottenfeldgasse), welche Formen von Wiederbewaldung positiv zum Klimaschutz beitragen.

NEUBAU. Es war nicht gerade ein Anlass zur Freude, als das International Panel for Climate Change letztes Jahr seinen Bericht zum Fortschritt des weltweiten Klimawandels herausgab. Die Botschaft ist klar: Der Klimawandel betrifft schon heute viele und wird – insofern wir so weitermachen – gewaltige Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben.

Prinzipiell geben manche Prozesse aber auch Anlass zur Hoffnung: So sieht man beispielsweise in Langzeitbeobachtungen, dass Wälder in vielen Regionen der Welt wieder zurückkommen, wodurch wiederum mehr Kohlenstoff aus der Atmosphäre in Ökosystemen gebunden werden kann.

Emissionen nehmen zu

Simone Gingrich arbeitet am Institut für Soziale Ökologie am Neubau und beschäftigt sich dort mit diesen Themen. „Prinzipiell hat man in der Landnutzungsforschung und in der Klimaschutzpolitik große Hoffnungen, dass Wiederbewaldung positiv zum Klimaschutz beitragen kann.“
Ihre Beobachtungen zeigen aber auch ein differenziertes Bild: „Wir haben gesehen, dass viele Wiederbewaldungsprozesse auch mit der Industrialisierung zusammenhängen und andere Emissionen mit der Zeit zunehmen.“

Interdisziplinärer Zugang

Im Rahmen eines ERC-Stipendiums der Europäischen Union untersucht sie, welche Arten von Wiederbewaldung besser und welche schlechter fürs Klima sind. Um hier ein aussagekräftiges Bild zu zeichnen, betrachtet sie Daten aus verschiedenen Gegenden und Prozesse der letzten 200 Jahre.

So weiß man zum Beispiel, dass in Österreich Waldflächen nicht nur deshalb zurückkommen, weil wir sie bewusst schützen. Vielmehr sind manche Wiesen in steilen Hängen zu arbeitsintensiv oder liefern nicht genug Ertrag. „An solchen Orten wird dann oft aufgeforstet“, so Gingrich.

Für die Arbeit am Institut für Soziale Ökologie ist ein interdisziplinärer Zugang ausgesprochen förderlich. Behandelt werden Themen von Umweltbildung bis Abfall- und Energiemanagement.

Fokus auf Historie

Gingrich selbst studierte Biologie. Der historische Fokus war jedoch schon in ihrer Diplomarbeit zur Landnutzung in Langzeitstudien zu finden. „Meine Arbeit ist grundlagenorientiert. Ich versuche immer zuerst die Evidenz und dann die politische Botschaft zu sehen.“ Trotzdem sind viele Bereiche am Institut automatisch gesellschaftlich verankert – gerade wenn es um Fragen zu Klimawandel und Nachhaltigkeit geht. Beim Blick auf den Standort macht das Sinn: „Wien hat einen hohen Anteil an Wald und landwirtschaftlichen Flächen, ein gutes öffentliches Verkehrssystem und eine grüne Stadtregierung. Ich würde also sagen, in puncto Nachhaltigkeit läuft es hier ganz gut.“

Autorin: Katharina Kropshofer

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