18.08.2016, 17:51 Uhr

Ein Jahr mit den Gradis

Das Team von Nah & Frisch Gradwohl (bzw. Gradi). (Foto: Alexandra Wutzl)

Ein Jahr ist es nun her, dass die Familie Gradwohl die Rolle des Nahversorgers in Aflenz Kurort übernommen hat. Wie sie es schafften, dem Lebensmittelgeschäft wieder Leben einzuhauchen.

„Ich bin ins kalte Wasser geschmissen worden und entdeckte dann, dass es genau das Richtige für mich ist“, sagt Geschäftsführer Gernot Gradwohl, 24, über seine Arbeit. Vor einem Jahr hat er mit seiner Familie das Lebensmittelgeschäft im Herzen von Aflenz Kurort neu eröffnet, nachdem der Vorgänger in Konkurs gegangen war. Man hätte die Idee, den Laden zu übernehmen, gleich einmal gehabt, sie aber anschließend wieder verworfen. Doch dann kamen die BürgerInnen der Gemeinde direkt auf sie zu und baten sie, diese Aufgabe zu übernehmen um so die Nahversorgung zu sichern. Und sie trauten sich drüber.

Mit Teamarbeit zum Erfolg

Der vormalige Student und die ganze Familie Gradwohl wurden ins kalte Wasser gestoßen. „Wir haben drei Viertel der Angestellten übernommen, die kannten sich natürlich aus und haben uns eingeschult. Meine Mutter und meine Großeltern haben außerdem Erfahrung im Handel, und so arbeiteten wir alle zusammen – und es hat funktioniert!“, erzählt der junge Geschäftsführer. Manche Überreste vom nun geschlossenen Gemischtwarenhandel sieht man aber auch hier noch, wie beispielsweise die Woll-Abteilung. Auf die Frage, wieso genau die Wolle übernommen wurde, antwortet Gradwohl mit einem einfachen: „Weil sie sich verkauft!"

Was ist dein Extra?

Was unterscheidet die Gradis nun von ihren Vorgängern? Und wie können sie trotz der großen Supermärkte wie in Thörl oder Kapfenberg bestehen? „Man glaubt es kaum, aber nicht jeder hat ein Auto.“ Die meisten KundInnen würden zu Fuß oder mit dem Bus einkaufen kommen, Regionalität und Erreichbarkeit zeichnen den Betrieb aus. Und es gibt noch eine weitere Besonderheit: Die Leute kommen hierher, weil sie wissen, dass sie hier wichtig sind. Man grüßt sich, man unterhält sich, man kommt zusammen. „Leben für das Geschäft“ steht auf einem kleinen Schild im Büro. Die Arbeit hört nicht auf wenn zugesperrt wird, sondern man bemüht sich, immer ein bisschen mehr zu leisten– und es zahlt sich aus.
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