11.07.2016, 10:23 Uhr

Ein Motivationsgenie verlässt die Sportbühne

Zwei Meistermacher von der NMS Eibiswald: Rupert Pelzmann mit Maria Lampel. (Foto: Franz Krainer)

Rupert Pelzmann hat als Lehrer oft bewiesen, dass unkonventionelle Wege überraschend erfolgreich sein können. Nun tritt er endgültig von der Bühne der Schulbezirksmeisterschaften zurück.

Sein Name klingt hell im österreichischen Schulsport: Eibiswalds Rupert Pelzmann hat 22 Jahre lang die Leichtathletikbewerbe der Schulen entscheidend mitgeprägt. Ob im Bezirk Deutschlandsberg (97 Goldmedaillen), bei Steirischen Meisterschaften (17 x Gold) oder bei Bundesbewerben (Gold 1994, 1998, 2000 und 2008 mit den Mädchen) staunten Schulen mit sportlichem Schwerpunkt nicht schlecht, wenn Schüler aus der weststeirischen Provinz plötzlich die Stockerlplätze für sich in Anspruch nahmen, die nach Erklärung suchende Konkurrenz bei Siegerehrungen nur Zuschauer waren. „Sportwissenschaft spielt bei Schülern keine Rolle", meint Pelzmann. Die Sprache der Kids zu sprechen, sich im geeigneten Moment den ungeteilten Respekt zu sichern und "da und dort einen kleinen psychologischen Trick anwenden" zählt er selbst zu seinen großen Stärken. „Ein wenig Kohlenhydrate ins Wasser geben, das machen alle. Doch den Schülern darzustellen, welche Leistungssteigerung durch die 'geheimen Zusätze' möglich sind, das kann im Extremfall den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen“, weiß der erfahrene Sportpädagoge. Die Erfolge der Eibiswalder sind untrennbar mit einem kleinen, aber feinen Team von Lehrern verbunden: „Maria Lampel, Edi Schulze, Rudi Loibner und meine Frau Christa waren an den Erfolgen maßgeblich beteiligt, ohne ihre Aufbauarbeit wären diese Erfolge unmöglich gewesen“, vergisst Pelzmann sein engagiertes Team nicht.

Die bloßfüßigen Meister von 1994

Unvergesslich blieb ihm auch das legendäre Bundesfinale 1994 in Zell am See: Die Finalteilnehmer aus den Bundesländern - fast ausschließlich Sportschulen - kamen mit Profi-Spike-Schuhen zu den Bewerben, die Eibiswalder liefen bloßfüßig! Von der Konkurrenz mit Häme bedacht, erfand Pelzmann sein eigenes physikalisches Grundgesetz: „Außentemperaturen und der Untergrund bewirken für nackte Füße eine bessere Haftung", so Pelzmanns Motivation. "Ein unschlagbarer Vorteil, den die Gegner aber nicht kennen.“ Es kam, wie es kommen musste, die Eibiswalder nutzten eben jenen Vorteil, schrieben als die „bloßfüßigen Bundesmeister“ (Wortlaut Kronen Zeitung) Schulsportgeschichte. Mit Rupert Pelzmann verabschiedet sich nun ein Großer des Schulsports im Bezirk aus dem Rampenlicht, ein anerkannter Lehrer, der sein außergewöhnliches pädagogisches Talent und seine Ideen immer wieder spektakulär umgesetzt hat.

von Franz Krainer
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