09.09.2016, 11:28 Uhr

Schulstart für Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien

Die Integration von Asylwerbern und besonders Flüchtlingskindern- und jugendlichen wird auch in den Schulen groß geschrieben. (Foto: Frank Gärtner/Fotolia.com)

Wie sich die steirischen Schulen für die Integration wappnen – eine Bilanz des Landesschulrats.

Das Thema Asyl macht natürlich auch vor dem Schulbetrieb nicht Halt. „Mit der sofortigen Einrichtung der Stabsstelle Asyl sorgten wir für umfangreiche Information aller Schulen und aller Eltern, mit einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit sorgten wir für Transparenz“, erklärt Landesschulratspräsidentin Elisabeth Meixner. Denn auch Flüchtlingskinder und Flüchtlingsjugendliche sollen bestmöglich ausgebildet werden.

Rund 1.600 schulpflichtige Flüchtlingskinder gab es am Schulende 2016. Diese wurden im Schuljahr 2015/16 in den regulären Schulbetrieb aufgenommen. Die Zahlen für das anlaufende Schuljahr liegen erst im Oktober vor. Für Meixner ist das eine praktikable Lösung, dennoch wäre Bedarf zum Nachjustieren: „Wichtig wäre, dass es noch mehr Lehrer gibt, die zur Verfügung stehen, denn bei einem hohen Migrationsanteil und Flüchtlingskindern sind die Herausforderungen sehr groß, speziell in den Volksschulen und in den neuen Mittelschulen.“

Übergangsstufen für leichtere Integration

Auch heuer wird es in der Steiermark Übergangsstufen für nicht schulpflichtige Flüchtlingsjugendliche geben. Am Schulende 2016 waren es rund 200 von ca. 300 nicht schulpflichtigen Flüchtlingsjugendlichen. Dabei sollen den Asylwerbern Deutschkenntnisse und Basiswissen näher gebracht und Fähigkeiten gefördert werden. In der Steiermark wird es rund 20 solcher klassenähnlichen Einheiten geben.
Folgende Gegenstände werden in den Übergangsstufen unterrichtet: Deutsch als Zweitsprache, Englisch, Mathematik (teilw. in englischer Sprache), Scientific Basiscs (in Englisch), Geschichte und Geographie, Sport und Religion. Praxiserfahrung sammeln Flüchtlingsjugendliche in folgenden Gegenständen: Werkstätte und Produktionstechnik, Kaufmännisches Praktikum, Gastronomisches Praktikum, Computerpraktikum.
Erwachsene Flüchtlinge, oder Flüchtlingsjugendliche, die im Laufe des Schuljahres in die Steiermark kommen, werden von privaten Bildungsanbietern aufgegriffen, die ebenfalls eine Basisbildung anbieten.

Mobile Interkulturelle Teams

2016 starteten die „Mobilen Interkulturellen Teams (MIT)“. Finanziert durch das Bildungsministerium wurden 14 Personen im Auftrag der Abteilung Schulpsychologie-Bildungsberatung tätig, zunächst in den Bildungsregionen Obersteiermark, Oststeiermark, Zentralraum sowie Südweststeiermark. Die Teams bestehen aus Psychologen, Sozialarbeitern sowie (Sozial-)Pädagogen. Sie unterstützen die Schulen ganz konkret im Umgang mit Flüchtlingsschülern. Die Mitarbeiter haben interkulturelle Erfahrungen und sprechen mehrere Sprachen.
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