27.04.2016, 14:01 Uhr

Südsteirer sind verzweifelt: Frost und Schnee zerstörten die Ernte

Der Kürbis ist weitgehend kaputt. Laut Landwirtschaftskammer sind bei Äpfel, Birnen, Kirschen, Marillen und Zwetschken massive Ausfälle zu erwarten.

Schlaflose Nächte bereiteten die letzten kalten Nächte den Landwirten und Obstbauern. Minustemperaturen haben im steirischen Obstbau katastrophale Schäden angerichtet und wenige Tage vor der Eröffnung der Badesaison gibt es sogar Schneefall.


April macht was er will

Arg betroffen ist das gesamte steirische Obstbaugebiet, die Oststeiermark, Südoststeiermark und Weststeiermark. Massive Ausfälle sind bei Äpfel, Birnen, Kirschen, Marillen und Zwetschken zu erwarten. Nach der abgeschlossenen Blüte sind die jungen Früchte äußerst temperaturempfindlich.

Schäden in der Südsteiermark

"Auch wir haben bereits Schäden - sowohl im Obstbau als auch im Weinbau - zu verzeichnen", informiert Direktor Anton Gumpl von der Fachschule Silberberg. "Die Schäden sind bereits erkennbar, Blüten und junge Triebe sind aufgrund der Kälte bereits abgestorben", so Dir. Gumpl, der von Schäden bei den Äpfeln in Gleisdorf und Schäden im Weingarten in Schloßberg persönlich zu berichten weiß.
Um zu retten, was zu retten ist, haben Obstbauern bereits versucht, durch Entzünden von Paraffinölkerzen, die Temperaturen zu erhöhen. "Bei uns in Silberberg haben wir keine Paraffinölkerzen eingesetzt, aber ich weiß von Schülern oststeirischer Betriebe, dass sie heute wieder heimfahren und diese anwenden", so Direktor Gumpl. Begünstigt seien lediglich die steileren höheren Lagen.

Hoffen und Bangen

Leider bangen die Bauern schon vor dem nächsten Frostereignis, das für heute Nacht erwartet wird. "Nicht einmal von den älteren Leuten kann sich jemand erinnern, dass es so etwas bei uns schon einmal gegeben hätte", ist Bezirksbauernkammer-Obmann Gerald Holler entsetzt. Die Schäden in der Region sind katastrophal. "Der Kürbis ist total kaputt und beim Mais könnte es noch werden", so Holler, "wobei neben den Flüssen viel zerstört ist und weiter weg vorerst noch Hoffnung besteht".
Auch bei den Sonderkulturen sei es laut Holler ganz schlimm. Holler: "Wir reden hier im Moment von Schäden bis zu 80 Prozent. Die Leute sind teilweise sehr verzweifelt."

Begrenzt versichert

Als großes Problem ortet Gerald Holler, dass durch die Versicherungen nur ein Saatgutersatz (rund 200 bis 250 Euro pro Hektar) zu erwarten sei. "Es gibt nur geringe Versicherungen und zum gar keine", so Holler.
Nähere Infos und Hilfestellungen gibt es in der Bezirkskammer.

Feuerwehren im Dauereinsatz
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Harald Schober aus Weiz | 30.04.2016 | 18:22   Melden
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