21.04.2016, 13:09 Uhr

Weniger Unfälle am Berg

Nur drei Mal musste die Alpinpolizei der Steiermark in der vergangenen Saison zu Lawinenunfällen ausrücken. (Foto: Polizei)

In der Wintersaison 2015/16 wurden fünf Personen getötet und 323 Personen verletzt.

Schönes Wetter und ideale Schneeverhältnisse verleiten Schitourengeher oft dazu, Warnhinweise zu ignorieren oder gesperrte Pisten zu befahren. Wegen der geringen Schneelage in den Mittelgebirgslagen und der damit verbundenen eingeschränkten Tourenmöglichkeiten, ging die Zahl der verunglückten Tourengeher in dieser Schisaison dennoch extrem zurück. Bei 27 Schitourenunfällen wurden 16 Personen verletzt und zwei getötet. Im Vorjahr gab es dagegen 41 Unfälle mit 26 Verletzten. Es waren steiermarkweit vier Todesopfer zu beklagen. Auch die Anzahl der Lawinenunfälle sank von 16 im Vorwinter auf drei in dieser Wintersaison. Dabei wurde zum Glück nur eine Person verletzt und keine Person getötet. In der Wintersaison 2014/15 wurden bei 16 Lawinenunfällen vier Personen getötet und zwei verletzt. Eine erfreuliche Bilanz gab es auch bei Schiunfällen mit Fahrerflucht. Die Zahl sank von 89 auf 59 Fälle.
So bilanziert die Alpinpolizei der Steiermark über die Unfallsituation auf den Bergen in der vergangenen Saison. Warum es aber trotz schneearmen Winters immer noch zu Unfällen und Tragödien kommt, erklären die Experten in den meisten Fällen mit mangelnder Erfahrung der Wintersportler.

Tipps der Alpinpolizei

Ein wegen Lawinengefahr gesperrter Hang oder gesperrte Pisten sollten nie befahren werden. Schitourengeher sollten grundsätzlich immer die erforderliche Notfallausrüstung, wie Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), Lawinenschaufel und Lawinensonde bei sich haben. Im Zweifelsfall eine Tour nicht starten oder umkehren.
Einer der häufigsten Fehler ist nach wie vor die Fehleinschätzung der Schneelage. Bei Sonnenschein und klarem Himmel wird das Lawinenrisiko unterschätzt.
Keine oder falsche Tourenplanung, falsche oder zu ungenaue Zeitplanung, keine oder mangelhafte Informationen zu den Lawinenverhältnissen vor Ort führen darüber hinaus in vielen Fällen in die alpine Notlage.

Irrtümer

"Je mehr Schnee, desto gefährlicher ist die Lage am Berg" diese Annahme ist schlichtweg falsch. Gerade schneearme Winter sind besonders gefährlich. Ähnlich verhält es sich mit den Annahmen, dass häufig befahrene Hänge lawinensicher wären oder dass es im Wald keine Lawinengefahr gäbe. Auch das Gerücht, dass sich bei Kälte keine Lawinen lösen, müssen die Alpinpolizisten entkräften.
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