05.06.2016, 20:29 Uhr

Wir rücken näher zusammen

Bgm. Ernst Meixner ist LH-Stv. Michael Schickhofer für die Unterstützung bei den ÖDK-Flächen dankbar. (Foto: Cescutti)

Der Voitsberger Bürgermeister Ernst Meixner freut sich über den wirtschaftlichen Rückenwind für die Stadt.

Wer vom Schlossberg herunterschaut, hat einen ganz neuen Ausblick. Voitsberg ohne Kraftwerk. Das ist doch auch für Sie als Bürgermeister ungewohnt.
Ernst Meixner: Ungewohnt schon, aber sehr erfreulich. Denn die ÖDK-Gründe stehen für eine Aufbruchsstimmung in unserer Stadt und in unserer gesamten Region. Dieses Hoffnungsprojekt, teilweise in Kooperation mit Bärnbach und mit der Unterstützung des neuen Regionalressorts von LH-Stv. Michael Schickhofer, läuft sehr gut an. Neben dem Lagerhaus gibt es fünf Unternehmen, die hierher kommen wollen, zum Teil sind die Verträge schon unterschriftsreif. Das bedeutet neue Arbeitsplätze und einen Rückenwind, der für unsere Stadt bzw. für unsere Region sehr wichtig ist.

Sie sprechen immer wieder von der Region. Wie läuft die Zusammenarbeit im Kernraum?
Meixner: Wir fünf Gemeinden wollen noch enger zusammenrücken und diskutieren derzeit über Möglichkeiten gemeinsamer Einrichtungen. Wir treffen uns regelmäßig zum Bürgermeisterfrühstück oder in der Kernraumallianz, um uns gemeinsam abzustimmen. Die ÖDK-Gründe sind ein Beweis, dass überkommunale Zusammenarbeit - hier mit Bärnbach - funktioniert.

Neue Arbeitsplätze bedeuten neue Anreize, nach Voitsberg zu kommen.
Meixner: Voitsberg ist als Wohnort sehr attraktiv. Das beweisen zum Beispiel die aktuellen Wohnbauprojekte bei den Heblergründen und neben der Josefskirche, aber auch am Schlossberg. Die Nachfrage nach neuen, leistbaren Wohnungen ist nach wie vor groß. Zum Glück können wir attraktiven Wohnraum anbieten, teilweise in traumhafter Lage.

Hand in Hand mit dem wirtschaftlichen Aufschwung geht der Ausbau der Infrastruktur.
Meixner: Hier tut sich derzeit sehr viel. Man denke an den Hochwasserschutz entlang der Kainach im Bereich Pirkergasse bis zum ehemaligen ÖDK-Gelände, der uns noch mindestens zwei Jahre begleiten wird. Dazu kommen Bautätigkeiten beim Kanal Gößnitzgraben auf einer Gesamtlänge von 7,7 km, die Ende 2016 fertiggestellt werden. Die Teigitschstraßenbrücke bei der Kuttner-Kapelle wird gerade saniert, die Brücke ist für den Verkehr wieder freigegeben. Auch die Umrüstung unserer Straßenbeleuchtung war uns wichtig, insgeamt wurden 1.300 Leuchten erneuert und 140 Altstadtleuchten auf ein LED-Leuchtmittel umgebaut. Wir haben den Energieverbrauch um 50% reduziert und seit Ende 2012 236.000 Euro an Stromkosten eingespart, dazu wurden die Instandhaltungskosten um 79.000 Euro gesenkt.

Ist in Voitsberg die Asylfrage noch ein Thema?
Meixner: Das Thema ist nicht zuletzt aufgrund einer handlungsunfähigen EU noch lange nicht zu Ende! Und solange Österreicher - dies höre ich fast täglich - das Gefühl haben, dass Asylwerbern mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung geschenkt werden als den eigenen Leuten und Kriminelle nicht abgeschoben werden, wird sich auch hier die Stimmung nicht gerade verbessern. Man verweist zwar oft und gerne auf die Menschenrechte, vergisst aber, dass es auch Pflichten gibt, die einzuhalten sind.

Zum Wohlfühlen gehört nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Kultur. Wie sieht es hier aus?
Meixner: Nachhaltigkeit ist uns in Voitsberg ein besonderes Anliegen. Besonders im Bereich der Kultur suchen wir ständig nach Projekten, die über eine Veranstaltung hinaus für die gesellschaft dienbar sind. Aus dieser Intention heraus bietet Voitsberg heuer gleich vier Symposien. Das erste, das Eisensymposium "Art Mining", ging Anfang Mai über die Bühne und hier schufen sechs international tätige Künstler Eisenskulptueren aus Material des ehemaligen Bergbaus. Diese Skulpturen werden in unseren Energieerlebnispark Zangtal integriert.
Vom 24. bis 26. Juni finden die Motorsägenschnitztage statt. Organisator Günther Friedrich vereinigt heuer zwölf Schnitzkünstler, die Holzskulpturen zum Thema Tierkreiszeichen schaffen werden. Diese werden in unserem Schlosspark Greißenegg integriert. Dazu kommt ein Floristiksymposium mit dem Star-Floristen Gregor Lersch auf Burg Obervoitsberg. Den Abschluss bildet vom 23. September bis 1. Oktober das Malsymposium zum Thema Feuer. Voitsberg versucht mit diesem Schritt die finanziellen Mittel der Kultur achtsam und nachhaltig zu nutzen. Die Werke, die in diesen Symposien geschaffen werden, können lange über den Symposiumszeitraum in Voitsberg besichtigt werden.

Ein Wort noch zum bevorstehenden Sommer.
Meixner: Wir werden auch heuer wieder ein buntes Sommerferienprogramm für Kinder und Jugendliche anbieten, da gilt mein Dank allen Vereinen, Firmen und Privatpersonen, die hier mitmachen. Kulturell geht es in den Sommermonaten immer rund, da haben wir mit Burg Obevoitsberg einen idealen Ort. Vier Mal wird es Musik auf der Schlossbergarena geben, ich werde mit meiner Band "Bürgermeixner & Friends" auch dabei sein, ebenso gibt es erstmals einen Gastauftritt in Köflach. An dieser Stelle will ich mich bei allen Vereinen und Institutionen bedanken, die unser gesellschaftliches Leben mit unzähligen Veranstaltungen und Aktivitäten hochhalten und unser Voitsberg ein Stück lebenswerter machen.
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