Interview
Bürgermeister Heuras: - Projekte, Zukunft und Lebensqualität in St. Peter/Au
- Musikvereinsobmann und Obmann der Mittelschulgemeinde Andreas Gruber, Herta Leitner (Öffentliche Bibliothek), Bürgermeister Johannes Heuras, Mittelschuldirektorin Gabriele Maderthaner und Musikschuldirektor Ewald Huber.
- Foto: Gemeinde/Hummer
- hochgeladen von Eva Dietl-Schuller
St. Peterers Bürgermeister Johannes Heuras im Interview über starke Projekte, hohe Lebensqualität und Zusammenarbeit in der Gemeinde.
Was sind aktuell die größten Herausforderungen für die Gemeinde St. Peter/Au?
JOHANNES HEURAS. Die Gemeinden stehen allgemein vor der Herausforderung deutlich steigender Kosten, insbesondere im Bereich der Gesundheit, Pflege, etc. Hier haben wir aber gar keine Möglichkeit unmittelbar einzugreifen, sondern sind rein in der Rolle der Zahler. Im Gegenzug stagnieren allerdings auch die Einnahmen. Diese Schere stellt bereits für viele Gemeinden ein großes Problem dar. Wenn es längerfristig so weiter geht, auch für St. Peter/Au.
Wie zufrieden sind Sie aktuell mit den Fortschritten beim Glasfaser-Ausbau?
Wir haben früh begonnen einen Plan zu erstellen, wie wir in jedes Haus Glasfaser bekommen könnten. Durch jahrelanges Mitverlegen bei jeder sich bietenden Gelegenheit ist es nunmehr gelungen, dass wir in allen St. Peterer Ortsteilen auch tatsächlich superschnelles Internet schaffen konnten. Mit Sicherheit ein Meilenstein für die kommenden Generationen und die Lebensqualität in unserer Gemeinde.
Was sagen Sie jenen, die unsicher sind, ob sich die 300 Euro Investition lohnt?
Wir als Gemeinde betreiben dieses Projekt so intensiv, weil es eine Investition in die Zukunft ist. Die 300 Euro, die ein Anschluss kostet, decken dabei natürlich bei weitem nicht die tatsächlichen Kosten der Errichtung ab. Sie sind aber in jedem Fall ein Investment, dass die eigene Liegenschaft im Wert erheblich steigert. Ich bin überzeugt davon, dass zukünftig eine gute Versorgung mit schnellem Breitband-Internet eine ganz wesentliche Standortfrage ist. Insofern auf alle Fälle ein gutes Investment in die Zukunft.
Das Altstoffsammelzentrum ASZ St. Peter in der Au wird in ein modernes Wertstoffzentrum umgebaut: Wie ist der aktuelle Stand?
Derzeit befindet sich das neue WSZ Herz des Mostviertels gerade in Bau. Läuft alles nach Plan wird mit Ende Juni unmittelbar neben der B122 das erste Wertstoffsammelzentrum im Bezirk Amstetten eröffnet werden können.
Was sind die größten Verbesserungen durch das neue Zentrum im Vergleich zum bisherigen Angebot?
Mit modernen Zutrittsmöglichkeiten und noch besseren Recyclingmöglichkeiten wird hier die Zukunft einer funktionierenden Abfallwirtschaft eingeläutet.
Wie ist der aktuelle Stand beim Achitektur-Wettbewerb für den Bildungs- und Musikcampus:?
Da bei unseren Schulgebäuden schon zig Bauetappen durchgeführt wurden und dadurch auch die Struktur gelitten hat bzw. es um eine ganz zentrale Lage inmitten des Ortszentrum geht, haben wir einen Wettbewerb durchführen lassen. Insgesamt nahmen 40 Büros teil und daraus wurde ein Siegerprojekt gekürt. Zukünftig sollen Musikschule, Musikverein sowie die öffentliche Bibliothek unmittelbar angeschlossen an die Mittelschule bzw. Polytechnische Schule hier untergebracht werden. Aktuell befinden wir uns gerade in Gesprächen bzw. Verhandlungen mit dem Erstplatzierten.
Welche Rolle soll der Campus langfristig für das Ortszentrum spielen?
Da es sich um eine derartig zentrale Stelle im Ortszentrum handelt, ist es natürlich ein ganz besonderes Projekt. Wir wollen gezielt dafür sorgen, dass die Menschen in die Ortsmitte kommen, etwa um Kinder in die Musikschule zu bringen, oder Bücher in der Bibliothek zu leihen etc. Das schafft Frequenz und stärkt auch wieder die heimische Wirtschaft und Gastronomie im Ortskern.
Was motiviert Sie persönlich am meisten in deiner Arbeit als Bürgermeister?
Bürgermeister zu sein, heißt Politik unmittelbar für und bei den Menschen zu machen. Man darf seinen eigenen Lebensraum mitgestalten und dafür sorgen, dass auch dann, wenn die Welt rund um uns gefühlt immer mehr aus den Fugen gerät, die eigene Gemeinde Geborgenheit und Heimat gibt. So ist sie ein sicherer Rückzugsort für alle und kann dort Zusammenhalt auch noch gelebt werden. Das zu spüren, ist jeden Tag aufs Neue Motivation.
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