Tierschutz NÖ
Nach Schweine-Drama in Amstetten, Grüne fordern Frühwarnsystem für Bauern und Tierwohl
- Foto: pixabay (Symbolbild)
- hochgeladen von Eva Dietl-Schuller
Tier- und Menschendrama in Amstetten: Tragödie zeigt dringenden Handlungsbedarf bei Prävention und Kontrolle.
BEZIRK AMSTETTEN. Hunderte Schweine verhungerten qualvoll in einem Mastbetrieb im Bezirk Amstetten. Hinter diesem unvorstellbaren Tierleid steht jedoch auch eine zutiefst tragische menschliche Komponente: Ein Landwirt, der sich in einer massiven psychischen Ausnahmesituation befand und mit der Situation völlig allein gelassen wurde.
Für den Grünen Tierschutzsprecher im NÖ Landtag Dominic Hörlezeder zeigt dieser Vorfall gravierende Lücken im System auf, die dringend geschlossen werden müssen. „Es bricht einem das Herz, wenn man sich vor Augen führt, welches Leid die Tiere über Wochen hinweg in ihren Ställen ertragen mussten. Gleichzeitig müssen wir uns aber auch fragen, wie ein Mensch derart in die Überforderung abrutschen kann, ohne dass es jemand bemerkt. Dass dieses Drama monatelang unentdeckt blieb, ist ein Warnsignal, das das Land Niederösterreich nicht ignorieren darf“, betont Dominic Hörlezeder.
Aufstockung und Verbesserung
„Wir dürfen uns jetzt nicht in Schuldzuweisungen verlieren, sondern müssen Strukturen schaffen, die so etwas in Zukunft verhindern. Es braucht ein funktionierendes, engmaschiges Frühwarnsystem – zum Schutz der Tiere und zum Schutz der Landwirtinnen und Landwirte.“
Dominic Hörlezeder fordert rasche, lösungsorientierte Schritte auf zwei Ebenen. Einerseits bedarf es einer deutlichen Aufstockung und Verbesserung der Kontrollmechanismen. Es braucht regelmäßige Überprüfungen durch geschultes Personal, das nicht nur formale Checklisten abhakt, sondern auch ein Auge für das Tierwohl und den tatsächlichen Zustand der Betriebe hat. Nur so können Missstände erkannt werden, bevor sie in einer Katastrophe enden.
Andererseits nimmt Dominic Hörlezeder die landwirtschaftlichen Vertretungen in die Pflicht: „Ein Landwirt in Not darf nicht durchs System fallen. Wir benötigen bei der Landwirtschaftskammer dringend niederschwellige Anlaufstellen für psychologische Betreuung und Krisenintervention. Wer überfordert ist, muss Hilfe anfordern können, ohne Stigmatisierung befürchten zu müssen.“ Abschließend appelliert Dominic Hörlezeder an die zuständigen Stellen für Landwirtschaft und Tierschutz der NÖ Landesregierung, bestehende Abläufe kritisch zu hinterfragen: „Prävention muss Vorrang haben. Nur wenn wir Hinschauen statt Wegsehen als oberstes Prinzip etablieren, können wir Mensch und Tier in Zukunft vor solchen Dramen bewahren.“
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