Amstetten/Waidhofen
Grüne Ideen: Sieben Gemeinden im Bezirk erhalten Landesförderung
- Amstetten: Vizebürgermeister Markus Brandstetter, „Natur im Garten“ Geschäftsführerin Christa Lackner, Abgeordneter zum NÖ Landtag Mario Wührer, Umweltgemeinderätin Michaela Pfaffeneder und „Natur im Garten“ Regionalberater Bernhard Haidler.
- Foto: Natur im Garten/ B. Haidler
- hochgeladen von Eva Dietl-Schuller
Sieben Gemeinden setzen auf mehr Grün, Artenvielfalt und Klimaschutz. Das Land unterstützt ihre „Natur im Garten“-Projekte und macht Ortszentren fit für die Zukunft.
BEZIRK AMSTETTEN/WAIDHOFEN-YBBS. Abgeordneter zum NÖ Landtag Lukas Michlmayr und Abgeordneter zum NÖ Landtag Mario Wührer: „Wenn Grünräume in Niederösterreich naturnah und zum Schutz der Artenvielfalt gestaltet und gepflegt werden, wird unser Bundesland der Verantwortung und Vorbildrolle unseren Bürgerinnen und Bürgern gegenüber gerecht. Die Förderungen für die Gemeinden im Bezirk Amstetten bedeuten einen weiteren Schritt auf unserem Weg, Niederösterreich als ökologisches Gartenland Nummer 1 in Europa zu positionieren.“
Im Zuge des Engagements der niederösterreichischen Gemeinden für Umwelt-, Klima- und Artenschutz gewährt das Land Niederösterreich eine spezielle „Natur im Garten“ Förderung für Investitionen im Sinne einer nachhaltigen Gestaltung und Pflege von öffentlichen Grünflächen und mehr Lebensqualität für die Bevölkerung. Gefördert werden Projekte, die den Kernkriterien der NÖ Umweltbewegung „Natur im Garten“ entsprechen: kein Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln sowie Torf. So auch in Amstetten, Aschbach, Ennsdorf, Euratsfeld, Oed-Öhling, Seitenstetten und St. Georgen am Ybbsfelde:
Umbau der Fußgängerzone in Amstetten
Im Zuge der Neugestaltung des Hauptplatzes wurde auch die Fußgängerzone Fischlmeyer-Gassl nach den Prinzipien der Schwammstadt umgebaut. Mit gezielten Baumpflanzungen und einer zukunftsorientierten Gestaltung wurde das Stadtzentrum klimafit gemacht, die Biodiversität gestärkt und die Aufenthaltsqualität nachhaltig verbessert. So entstand ein lebenswerter öffentlicher Raum, der den Herausforderungen des Klimawandels begegnet und den Bewohnerinnen und Bewohnern mehr Lebensqualität bietet.
Neue DrainGarden-Beete in Aschbach
In der Äschen- und der Florianussiedlung in Aschbach wurden zwei DrainGarden-Beete angelegt und standortgerecht bepflanzt. Die begrünten Versickerungsflächen nehmen Regenwasser direkt vor Ort auf, speichern und filtern es und geben es zeitverzögert an den Boden ab. Dadurch wird das Kanalnetz bei Starkregen entlastet, die Grundwasserneubildung gefördert und gleichzeitig das Mikroklima verbessert.
Versickerungsoffene Parkplätze und neue Bäume in Ennsdorf
Vor dem Gemeindeamt in Ennsdorf wurden versickerungsoffene Parkplätze errichtet und durch neue Baumpflanzungen ergänzt. Die wasserdurchlässige Gestaltung der Stellflächen ermöglicht, dass Regenwasser direkt vor Ort versickern kann, wodurch das Kanalnetz entlastet und die Grundwasserneubildung gefördert wird. Die neu gepflanzten Bäume spenden künftig Schatten, tragen zur Kühlung des Ortskerns bei und verbessern gemeinsam mit den versickerungsoffenen Flächen das Mikroklima.
Bäume, Blumenwiese, Beete & Bienenlehrpfad in Euratsfeld
Euratsfeld setzt mit mehreren Maßnahmen ein starkes Zeichen für Biodiversität. Beim Friedhof gegenüber der Pfarrhofwiese wurden anstelle von Föhren klimafitte Laubbäume gepflanzt und ein Bienenlehrpfad angelegt. Die Pfarrhofwiese selbst wurde als Naturblumenwiese mit Apfel- und Birnbäumen gestaltet und bietet gemeinsam mit dem Schaubienenstock am darüberliegenden Hang wertvolle Lebensräume. Auch im Ortszentrum wurde mit der Anlage neuer Staudenbeete die Begrünung weiter ausgebaut.
Neuer Begegnungsplatz in Oed-Öhling
Bei der Neugestaltung eines multifunktionalen Begegnungsplatzes setzte Oed-Öhling auf ökologische Aufwertung und Klimaanpassung. Zwischen Wohnhausanlage und Sturmhof wurde der Bereich entsiegelt und naturnah gestaltet, um Regenwasser besser versickern zu lassen und das Mikroklima zu verbessern. Durch standortgerechte Bepflanzung entstand ein Trittsteinbiotop, das die Biodiversität stärkt und die Aufenthaltsqualität erhöht.
Klimafitte Begrünung im Ortskern von Seitenstetten
Im Kreuzungsbereich unterhalb des Stiftes Seitenstetten, vor dem „Vierkanter der Gesundheit“, wurde der öffentliche Raum durch klimafitte Staudenbeete und Baumpflanzungen aufgewertet. Die standortgerechte Begrünung trägt dazu bei, das Ortsbild zu verschönern und die Aufenthaltsqualität zu erhöhen, gleichzeitig entstanden wertvolle Lebensräume für Insekten und andere Tiere. Die umgesetzten Maßnahmen leisten einen wichtigen Beitrag zu einer klimaangepassten und biodiversitätsfreundlichen Ortsgestaltung.
Georgpark als neuer Grünraum im Ortszentrum
Mit der Neugestaltung des Georgparks entstand im Ortskern von St. Georgen am Ybbsfelde auf dem Areal eines ehemaligen Gasthauses ein vielfältiger öffentlicher Grünraum. Der rund 1.700 m² große Park verbindet die Ortsteile auf einer sicheren, attraktiven und autofreien Wegeverbindung und bietet mit Kräutergarten, Obstgehölzen, Spiel- und Aufenthaltsbereichen sowie neu gepflanzten Bäumen und einem Trinkwasserbrunnen ein naturnahes Erholungsangebot für alle Generationen.
Abgeordneter zum NÖ Landtag Lukas Michlmayr und Abgeordneter zum NÖ Landtag Mario Wührer: „Die Förderungen für die Gemeinden im Bezirk Amstetten unterstreichen unser gemeinsames Engagement für Umwelt-, Klima- und Artenschutz. Durch nachhaltige Gestaltung schaffen wir nicht nur grüne Oasen für die Bevölkerung, sondern leisten auch einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität und zur Anpassung an den Klimawandel. Diese Maßnahmen sind ein sichtbares Zeichen dafür, dass wir in Niederösterreich die Natur im Garten und im öffentlichen Raum wertschätzen und fördern.“
Naturnahe Gestaltung und Pflege
„Den Themen Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein kommt in unseren Gemeinden ein besonders hoher Stellenwert zu. Durch die naturnahe Gestaltung und Pflege von Grünräumen zum Schutz und zur Förderung von Nützlingen übernehmen wir Verantwortung hinsichtlich Klima-, Umwelt- und Artenschutz“, so Amstettens Bürgermeister Christian Haberhauer, Aschbachs Bürgermeister Martin Schlöglhofer, Ennsdorfs Bürgermeister Daniel Lachmayr, Euratsfelds Bürgermeister Johann Weingartner, Oed-Öhlings Bürgermeisterin Michaela Hinterholzer, Seitenstettens Bürgermeister Johann Spreitzer und St. Georgens Bürgermeister Christoph Haselsteiner.
Ökologie und Naturnähe
Aktuell halten sich über 500 Städte und Gemeinden in Niederösterreich bei der Pflege der öffentlichen Grünräume an die Kriterien von „Natur im Garten“ bzw. bekennen sich zu biologischem Pflanzenschutz. Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel werden bei der ökologischen Pflege durch biologische Mittel ersetzt. Gemeinden verzichten auf chemisch-synthetische Düngemittel und arbeiten mit organischen Düngern und Pflanzenstärkung, was den Aufbau und die Erhaltung eines gesunden Bodens gewährleistet.
Pflanzenvielfalt, dauerhafte Bepflanzungen mit Stauden und Gehölzen, Bodenpflege und die Schaffung natürlicher Nischen können Pflegearbeiten wie Bewässerung, Unkraut jäten oder auch Pflanzenschutzmaßnahmen minimieren. Die „Natur im Garten“ Gemeinden zeigen so, wie sich ansprechende Grünflächengestaltung mit Ökologie und Naturnähe verbinden lässt. Laufende Beratungen und Webinare von „Natur im Garten“ Expertinnen und Experten unterstützen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gemeinden bei der täglichen Arbeit auf den Grünflächen.
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