Kulturförderung?
Heiß diskutierte Kulturförderung für KTM

Für die KTM Motohall wurde eine Kulturförderung in Gesamthöhe von 1,8 Millionen Euro vergeben.
  • Für die KTM Motohall wurde eine Kulturförderung in Gesamthöhe von 1,8 Millionen Euro vergeben.
  • Foto: Manfred Fesl
  • hochgeladen von Katharina Bernbacher

In ganz Oberösterreich herrscht Unmut über eine 1,8-Millionen-Euro-Förderung für die KTM Motohall.

MATTIGHOFEN (kath). Eine Förderung für einen derart großen Bau, wie jenen der KTM Motohall, ist an sich nichts Ungewöhnliches. Da es sich dabei aber um eine Förderung aus dem Kulturfonds handelt,  kocht die Stimmung, vor allem bei der Kulturplattform Oberösterreich ("KUPF"), derzeit über. "Die Debatte liegt schon länger zurück. Für mich ist die Diskussion derzeit eine typische Sommerlochdiskussion", zeigt sich Viktor Sigl, Vorstandsmitglied von KTM, verärgert. 

Kürzungen für KUPF

2018 wurden die Budgetmittel für zeitgenössische Kunst und Kultur in Oberösterreich um insgesamt 18,4 Prozent gekürzt. Eine Förderung für die Motohall sei dennoch möglich gewesen, kritisiert Thomas Diesenreiter, Geschäftsführer der KUPF laut der Tageszeitung "Die Presse". Unter der Kürzung würden vor allem die freie Kulturszene und im Besonderen die regionale Kulturinitative leiden. Medienberichten des ORF zufolge wurde aufgrund dessen am Montag, dem 12. August, vom KUPF ein Brief an den Landesrechnungshof geschickt, mit der Bitte, die Übereinstimmung der erteilten Förderung mit dem Kulturförderungsgesetz zu prüfen. 
Nun schlägt die KUPF dem Weltunternehmen KTM vor, die erhaltene Kulturförderung an jene Vereine zu spenden, deren Kulturförderungen im vergangenen Jahr gekürzt wurden. "Ich hoffe, dass KTM-Chef Pierer die menschliche Größe und den Anstand hat, auf die KTM-Kulturförderung in Millionenhöhe zu verzichten. Wir alle wissen, dass KTM jährlich Gewinne von mehr als 100 Millionen Euro macht und auf keinen Cent aus dem Kulturbudget angewiesen ist. Wir schlagen Pierer daher vor, den erhaltenen Betrag an jene oberösterreichischen Kulturvereine zu spenden, die letztes Jahr vom dramatischen Kürzungsprogramm des Landes OÖ betroffen waren. Wir stellen gerne eine Liste der betroffenen Vereine bereit", so Thomas Diesenreiter, Geschäftsführer der KUPF OÖ. 

Kulturförderung

Laut ORF Oberösterreich gehen insgesamt 1,8 Millionen Euro an die Motohall des Motorradriesen. Bisher wurde "nur" ein Drittel, nämlich 600.000 Euro, der Gesamtsumme, übergeben. 
Kulturförderungen werden für verschiedene Projekte vergeben. Auf der Homepage des Landes Oberösterreich sind alle Kriterien für eine derartige Förderung einsehbar. Eine Kategorie "Schauräume für Unternehmen" ist in der Auflistung leider nicht zu finden. Da Stefan Pierer bei der Eröffnungszeremonie der Motohall nicht müde wurde zu betonen, dass es sich bei dem Bau keinesfalls um ein Museum handle, und jede Bezeichnung der Motohall als "Museum" eine Spende für die Kaffeekasse bedeutet, stellt sich die Frage, wofür diese Kulturförderung letzten Endes vergeben wurde.
Laut Sigl ist die Motohall in Mattighofen natürlich ein Museum: "Das Museum zeigt die historische Entwicklung von KTM und der Bereicherung für die Region. Es ist aber kein Museum im klassischen Sinne, wie es bei der Eröffnung auch gemeint war. Man kann dort Technik erleben. Die Motohall ist kein momentanes Museum. Es soll weiterleben und es wird auch weiterleben." 

Veranstaltungssaal in Motohall

Bei der Eröffnung hieß es des Weiteren, dass der Veranstaltungssaal nicht für Privatpersonen gedacht sei. Pierer sprach davon, umliegenden Firmen, wie etwa Palfinger, die Möglichkeit zu geben, dort Firmenfeste abzuhalten. Von der "breiten" Öffentlichkeit war damals nicht die Rede. Kurz nach der Eröffnung wurde diese Aussage dann von der KTM AG revidiert und es wurde bekanntgemacht, dass der Saal nun auch für Privatpersonen zugänglich sei. Für Veranstaltungszentren, in denen ein Veranstaltungssaal für die Öffentlichkeit zugänglich ist, erteilt das Land Oberösterreich Kulturförderungen. Laut Sigl war der Zugang für die Öffentlichkeit aber von Anfang an klar:"Es stand von Anfang an fest, dass man den Saal auch der Öffentlichkeit anbietet. Das wurde mit der Stadtgemeinde Mattighofen so abgemacht. Da Mattighofen aber selbst erst vor einem Jahr ein tolles Veranstaltungszentrum eröffnet hat, hat sich der Bedarf etwas geändert. Aber der Saal steht auch Privatpersonen zur Verfügung und kann öffentlich angemietet und genutzt werden. Man muss dann nur schauen, ob es, vor allem von der Größe her, wirklich für jede Veranstaltung geeignet ist." 
Bewirtschaftet wird der Saal von der Motohall selbst.

Autor:

Katharina Bernbacher aus Braunau

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