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Konjunkturbarometer: Druck auf Klein- und Mittelbetriebe steigt!

WKO Steiermark Präsident Josef Herk präsentiert die aktuellen Konjunkturdaten mit Ewald Verhounig (r.), Institut für Wirtschafts- und Standortentwicklung, sowie Andreas Säumel (l.), Geschäftsführer der Anton Mayer Ges.m.b.H
  • WKO Steiermark Präsident Josef Herk präsentiert die aktuellen Konjunkturdaten mit Ewald Verhounig (r.), Institut für Wirtschafts- und Standortentwicklung, sowie Andreas Säumel (l.), Geschäftsführer der Anton Mayer Ges.m.b.H
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Geschäfts- und Auftragslage sinken auf das niedrigste Niveau seit 2009. Folge davon: Der Personalstandsaldo befindet sich erstmals seit der Finanz- und Wirtschaftskrise wieder deutlich im negativen Bereich (Minus 5 Prozent). Insgesamt gibt jeder siebte steirische Klein- und Mittelbetrieb an, zu viel Personal zu beschäftigen. Eine alarmierende Entwicklung, die sich durch die schwache Ertragslage noch weiter zu verschärfen droht. „Wir müssen jetzt rasch und entschlossen Reformen umsetzen. Und zwar Reformen, die unsere Unternehmen entlasten um wieder Spielraum für notwendige Investitionen und damit neue Arbeitsplätze zu bekommen“, betonen WK-Präsident Josef Herk und WK-Direktor Thomas Spann.

Im Gegensatz zu den derzeit milden Temperaturen herrscht bei den steirischen Klein- und Mittelbetrieben zunehmend ein frostiges Geschäftsklima. So lautet kurzgefasst die Quintessenz des aktuellen Konjunkturbarometers der WKO Steiermark. Diesem zu Folge machen sich mehr und mehr Anzeichen einer KMU-Konjunktur-Abkühlung hierzulande breit, obwohl die bundesweiten Konjunkturprognosen von einem moderaten Aufschwung im Jahr 2014 ausgehen. Insgesamt haben 665 Unternehmerinnen und Unternehmer an der schon traditionellen, zwei Mal im Jahr stattfindenden großen KMU-Umfrage der WKO Steiermark teilgenommen. Diese deckt sämtliche Bereiche der gewerblichen Wirtschaft ab, mit Ausnahme der Industrie sowie des Banken- und Versicherungssektors. WK-Präsident Josef Herk mit den Ergebnissen im Detail: „36,1 Prozent der steirischen Klein- und Mittelbetriebe beurteilen ihre derzeitige Geschäftslage als gut, 12,6 Prozent als schlecht.“ Der sich daraus ergebende Positiv-Saldo – berechnet aus den Unternehmen, die ihre Geschäftslage positiv bewerten, abgezogen jenen, die sie negativ beurteilen – beträgt somit 23,5 Prozent. „Damit liegt der Saldowert um 1,6 Prozentpunkte unter jenem der letzten Umfrage im Juni 2013. Selbiges gilt für den Auftragsstand, hier sinkt der Positivsaldo um 2,5 Prozent auf insgesamt 25 Prozent“, berichtet Herk.

Noch deutlicher nach unten zeigen die Konjunkturpfeile beim 6-Monats-Ausblick, wobei nicht unerwähnt bleiben darf, dass hier die Winterwerte traditionell weit unter jenen im Sommer liegen. Der Erwartungssaldo fällt bei der Geschäftslage von 19,3 auf 9,8 Prozent und beim Auftragsstand von 16,8 auf 10,1 Prozent. Auch wenn damit weiterhin die Zuversicht überwiegt, ist mit keiner markanten Konjunkturerholung zu rechnen.

Wirtschaft fordert konjunkturbelebende Maßnahmen

Aus diesem Grund macht sich die Führungsspitze der WKO Steiermark für
konjunkturbelebende Maßnahmen stark: „Der im Regierungsprogramm festgeschriebene Handwerkerbonus muss schleunigst umgesetzt werden, gleiches gilt für die Flexibilisierung der Arbeitszeit. Für einen spürbaren Beschäftigungsimpuls braucht es aber auch eine spürbare Entlastung des Faktors Arbeit“, so WK-Präsident Josef Herk und WK-Direktor Thomas Spann. Wichtig seien darum rasche, effiziente und vor allem unbürokratische Maßnahmen. „2014 hat leider als Jahr der Rekordarbeitslosigkeit begonnen, ist aber – und auch das sollte nicht unerwähnt bleiben – gleichzeitig das Jahr der Rekordbeschäftigung.
Aber natürlich ist jeder Arbeitslose ein Arbeitsloser zu viel. Darum haben unsere Experten ein Impulspakt für mehr Beschäftigung geschnürt“, berichten Herk und Spann.

Bürokratie abbauen und Bürokratiekosten senken:
Reduktion des Erfüllungsaufwands im Zusammenhang mit dem Beauftragten(un)wesen. Dieses verursacht allein den steirische Betrieben Kosten zwischen 120 und 150 Millionen Euro pro Jahr! Die WKO fordert hier die Übernahme eines Teils der Kosten durch den Gesetzgeber, der hier – wie ebenfalls im Regierungsprogramm festgehalten – Evaluierungsbedarf hat: Kein „Golden Plating“, sprich Übererfüllung von EUVorgaben. Herk: „Unternehmer dürfen nicht als Bankomaten der Nation missbraucht werden. Die Bürokratie- und Auflagenwut muss gestoppt werden.“
Arbeitsmarkt modernisieren:
Der Faktor Arbeit muss entlastet werden. Die WKO schlägt eine Senkung der Lohnnebenkosten z.B. durch Streichung der Auflösungsabgabe und Senkung des Arbeitslosenversicherungsbeitrags von 6 auf 5 Prozent vor. Darüber hinaus braucht es Beschäftigungsanreize (breite Umsetzung des AQUAModells, Ausbau der Eingliederungsbeihilfen, Anreiz für ältere Erwerbspersonen).
Steuerbelastung verringern:
Schon die Abschaffung von Bagatellsteuern würde einen wesentlichen Impuls bringen (z.B. Gesellschaftssteuer, Werbeabgabe). Die WKO plädiert zudem für eine Reform der Einkommenssteuer (Korrektur der „kalten Progression“ in Form einer Anhebung der Bemessungsgrundlage und jährliche Valorisierung der Grenzen).
Investitionsanreize setzen:
Dabei muss nicht immer Geld in die Hand genommen werden, vieles könnte auch durch Bürokratieabbau im Förderwesen erreicht werden. So führt zum Beispiel die „Prüfpraxis“ des Bundeskanzleramts zu Nicht- Inanspruchnahme von Fördermitteln in großem Stil. Seitens der Wirtschaft werden außerdem die Einführung der degressiven AfA (Abschreibung für Abnutzung), der Vorsteuerabzug für betrieblich genutzte PKW und eine Anhebung der Grenze für geringfügige Wirtschaftsgüter auf 1.000 Euro gefordert.

Entwicklung Personalstand

Wie dringend konjunkturbelebende Maßnahmen sind, zeigt ein Blick auf die Entwicklung des Personalstands im Konjunkturbarometer. Der Positivsaldo von der letzten Umfrage (Plus 3 Prozent) hat sich in einen Negativsaldo umgekehrt (Minus 5 Prozent). „Insgesamt geben 14 Prozent der befragten Unternehmer an zu viele Mitarbeiter zu beschäftigen, wohingegen nur 9 Prozent über zu wenige Mitarbeiter verfügen“, weiß WK-Direktor Spann die Details. In Anbetracht der klaren Abwärtsentwicklung des Personalstandsaldos im Langzeitvergleich ist daher anzunehmen, dass den steirischen KMU hier schwierige Zeiten bevorstehen, wie auch ein Blick auf den Erwartungssaldo im 6-Monats-Ausblick zeigt: 12,2 Prozent der befragten Unternehmer gehen von einer Aufstockung des Personalstands im
ersten Halbjahr 2014 aus, 18,4 Prozent dagegen von einem Abbau.

Besserung bei Verkaufspreisen

Positive Ausnahme beim sonst eher tristen Konjunkturbarometer ist die Entwicklung der Verkaufspreise. Der Saldo klettert hier von Minus 0,3 Prozent auf Plus 10,4 Prozent und ist damit klar über der Nulllinie. Insgesamt gehen 22,6 Prozent der Betriebe davon aus, ihre Verkaufspreise erhöhen zu können, wohingegen sich 12,2 Prozent mit einer Preissenkung konfrontiert sehen. Trotz der Aufwärtstendenz gilt es festzuhalten, dass gleichzeitig mehr als die Hälfte der befragten KMU mit einem Anstieg der Kosten für ihren Wareneinsatz rechnen.

Entwicklung in den Sparten

Ein zweigeteiltes Bild zeigt sich bezüglich der derzeitigen Geschäftslage der Sparten: Deutlich schlechter als noch in den Sommermonaten 2013 fällt die aktuelle Geschäftssituation in den Sparten Gewerbe/Handwerk (Minus 8,5 Prozentpunkte) und Handel (Minus 14,3) aus. Verbessert hat sich hingegen der derzeitige Geschäftslagensaldo im Bereich Information/Consulting (Plus 16,4 Prozentpunkte), im Tourismus (Plus 8,1) und in der Transportwirtschaft (Plus 16). Die erstgenannte Sparte Information/Consulting kann sich damit vom vorletzten auf den ersten Rang im Spartenranking steigern. Obwohl drei der fünf Sparten Saldozuwächse verbuchen, verringert sich der steirische Geschäftslagensaldo insgesamt von 25,1 auf 23,5 Prozent. Eine deutliche Abwärtstendenz
zeigt sich bei den Erwartungen für das erste Halbjahr 2014: In fast allen Sparten blicken die KMU vorsichtiger in die Zukunft als noch im Juni 2013. Lediglich die Sparte Information/Consulting kann mit einem Plus von 9,4 Prozentpunkten einen Anstieg des Erwartungssaldos verzeichnen. Vorsichtiger zeigen sich hingegen die übrigen Sparten. Trotz teilweise großer Saldorückgänge − Gewerbe/Handwerk (Minus 15,2 Prozentpunkte), Handel (Minus 10,7), Tourismus/Freizeitwirtschaft (Minus 9,4) und Transport/Verkehr (Minus 1,4) − überwiegen weiterhin in allen Sparten die Optimisten die Pessimisten.

Regionale Geschäftslage

Die regionale Geschäftslage hat sich gegenüber Juni 2013 überwiegend verschlechtert: In vier der sechs betrachteten Regionen sind die Pfeile nach unten gerichtet. Am stärksten ist der Saldorückgang in der Süd-/Weststeiermark (Minus 6,9 Prozentpunkte) und der in der Obersteiermark Ost (Minus 5,8), gefolgt von der Obersteiermark West (Minus 4,4) und dem Großraum Graz (Minus 3,2). Mit Ausnahme des Großraums Graz, wo sich der Saldowert nach wie vor auf solidem Niveau befindet, liegen die Geschäftslagensalden der eben genannten Regionen klar unter dem Steiermarkschnitt von 23,5 %. Eine Aufwärtsbewegung ist hingegen in Liezen (Plus 8,1 Prozentpunkte) und der Oststeiermark (Plus 4,4) zu beobachten, die damit das Regionenranking anführen.

Rückfragehinweis:
Mag. Mario Lugger
0316/601-652
mario.lugger@wkstmk.at
wko.at/steiermark

Autor:

WKO Steiermark aus Graz

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