07.02.2017, 18:30 Uhr

Ein Jungspund mit Pfeiferl und Stift

Christoph Bärnthaler mit Special Olympics-Maskottchen Lara und Luis.

Christoph Bärnthaler ist mit 21 Jahren der derzeit jüngste Schiedsrichter in der Eishockey-Bundesliga.

Schon im zarten Alter von sechs Jahren stand Christoph Bärnthaler auf dem Eis, damals noch als Spieler der Leobener Eisbären, die kurz zuvor zu Werbezwecken in der Volksschule auf Besuch waren und so das Interesse des jungen Mannes weckten. Zehn Jahre später sollte er jedoch die Seiten wechseln und die Ausbildung zum Schiedsrichter absolvieren. "Es hat natürlich gewisse Vorteile, wenn man selbst gespielt hat: man ist mit den Regeln vertraut, sieht mehr und hat sicherlich mehr Verständnis fürs Spiel", erklärt der junge Brucker. Nach einem Eistest, einem Regel- sowie Fitnesstest durfte Bärnthaler dann seine ersten Spiele in der U11, dann in der U12 und in diversen Nachwuchsligen pfeifen.

Ziel: Bundesliga-Fixplatz

Mit seinen 21 Jahren ist Bärnthaler derzeit der jüngste Schiedsrichter in der höchsten österreichischen Liga, der "Erste Bank Eishockey-Liga". "Ich habe jetzt schon einige Spiele in der Bundesliga gepfiffen, bin aber leider durch meine Verletzungen zurückgeworfen worden und pfeife daher im Moment vorwiegend in der zweiten Klasse. Aber mein Ziel ist sicherlich ein Fixplatz in der Bundesliga", zeigt sich Bärnthaler kämpferisch.
Und dafür nimmt er auch einiges in Kauf. Körperliche Fitness ist Grundvoraussetzung, dementsprechend hoch der Trainingsaufwand. Und auch die zeitaufwändigen An- und Abreisen zu den Spielen sind nicht zu unterschätzen – und das alles neben seinem Job als Projektassistent bei Böhler Edelstahl und parallel zu dem Besuch der HTL-Abendschule.
Eishockey steht bei ihm absolut an erster Stelle, wie auch seine Freundin weiß. "Sie hat aber vollstes Verständnis dafür und begleitet mich auch immer wieder zu einem Spiel", so der gebürtige Leobener.

Unauffällig, aber fair

Selbst beschreibt er sich als ehrgeizig, zielstrebig und relativ kompromisslos. "Das Ziel als Schiedsrichter muss sein, ein faires Spiel zu leiten. Man sollte auf dem Eis möglichst unauffällig bleiben, die Stars sind schließlich die Spieler und nicht die Schiris", so Bärnthaler.
Beschimpfungen aus dem Publikum nimmt er gelassen: "Mir ist es wurscht, was die Leute über mich denken. Damit muss man einfach umgehen lernen."
Sein nächster Einsatz auf dem Eis steht übrigens kurz bevor: am Donnerstag pfeift er in Graz im Rahmen des Austriacups die Partie Frankreich gegen Norwegen. "Das ist sicherlich das Highlight in der heurigen Saison", so Bärnthaler freudestrahlend.
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