Verkehrspolitik
„Burgenland-Busse“ und „Schienen in die Zukunft“

Den Stadtbus in Eisenstadt sieht ÖVP-Chef Thomas Steiner als ein Beispiel für die gelungene Umsetzung eines Regionalbus-Systems.
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  • Den Stadtbus in Eisenstadt sieht ÖVP-Chef Thomas Steiner als ein Beispiel für die gelungene Umsetzung eines Regionalbus-Systems.
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  • hochgeladen von Christian Uchann

In der letzten Landtagssitzung wurde über das Thema „Mobilität“ diskutiert. ÖVP und Grünen nutzten die Debatte, um ihre Verkehrskonzepte zu präsentieren.

EISENSTADT. Anlass der Debatte war eine von der ÖVP initiierte Aktuelle Stunde zum Thema „Menschen bewegen im Burgenland“.

„Nicht einmal ein Meter Schiene im Bezirk Güssing“

ÖVP-Landesparteiobmann Thomas forderte eine „echte Mobilitätswende“, die zum Ziel hat, dass jeder Burgenländer frei entscheiden kann, ob er ein öffentliches Verkehrsmittel in Anspruch nehmen oder einen eigenen Pkw benutzen will. „Leider haben die verantwortlichen Politiker in den vergangenen Jahren dieses Thema negiert“, kritisierte Steiner und verwies unter anderem auf fehlende Bahnverbindungen. „Im Bezirk Güssing gibt es nicht einmal einen Meter Schiene“, so der ÖVP-Chef.

70 Regional-Busse

Als zentrales Element einer Mobilitätswende schlug Steiner erneut das Konzept des Burgenland-Busses vor. Dabei würde es sich um ein System von kleinen Bussen handeln, „die gut getaktet sind und für Mobilität innerhalb der Gemeinden, zwischen den Gemeinden und von den Gemeinden zu den Verkehrsknotenpunkten sorgen.“ Die Kosten würden laut Steiner rund zehn Millionen Euro betragen. „Damit könnten wir 70 Regional-Busse schaffen und alle Gemeinden abdecken“, meinte Steiner. Als Beispiel für eine erfolgreiche Umsetzung nannte der ÖVP-Chef den Stadtbus in Eisenstadt mit rund 1.500 Fahrgästen täglich.

Grüne: „Radikale Verkehrswende“

Eine „radikale Verkehrswende“ forderte die Grünen-Chefin Regina Petrik. Sie ortet vor allem im Südburgenland und in den Abendstunden ein mangelhaftes Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln und wies unter anderem darauf hin, dass viele Burgenländer mittlerweile sogar auf ein Zweitauto angewiesen sind.

Flächendeckendes Bahnnetz

„Wir wollen die Schienen in die Zukunft legen“, so ihr Motto für eine zukunftsorientierte Verkehrspolitik. Dazu ließen die Grünen kürzlich vom Institut für Verkehrswissenschaften einen Plan ausarbeiten. „Grundidee ist die Schaffung eines Bahnnetzes für das gesamte Burgenland“, sagte Petrik.
Weitere wichtige Punkte des Grünen Verkehrsplanes: regionale Bussysteme, die Gemeinden mit den Bahnknoten verbinden, stündliche Anbindung aller Gemeinden durch öffentliche Verkehrssysteme, eine dichte Zugtaktung zu den Verkehrsknotenpunkten sowie der Ausbau eines alltagstauglichen Radwegenetzes für den Berufsverkehr.

LR Dorner: „Gesamtkonzept“

Verkehrslandesrat Heinrich Dorner konnte zwar den einzelnen Vorschlägen etwas abgewinnen, betonte jedoch, dass er sich unter einem Gesamtkonzept „etwas anderes vorstelle.“ Das beginne mit „zu Fuß gehen“ und dem Radfahren und gehe über den Mikro-ÖV, den Bus- und Bahnverbindungen bis hin zur Elektromobilität und Wasserstofftechnologie.
„In allen Punkten tun wir was“, betonte Dorner und wies außerdem darauf hin, dass es ohne die Gemeinden nicht funktionieren würde, weil sie über die Gegebenheiten und den Bedarf am besten Bescheid wissen.  Der Verkehrslandesrat kündigte außerdem mehr Verbindungen und Taktschließungen an.
Dorner merkte in Richtung der anderen Parteien auch an, dass „der Teufel oft im Detail stecke“ und man vorsichtig sein müsse mit Wünschen, „die vielleicht nicht leistbar sind“.


• SPÖ: Schleuderkurs der ÖVP in der Verkehrspolitik

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