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Mit einem militärischen Festakt in der Schwarzenberg-Kaserne haben die österreichischen Luftstreitkräfte heute, am Freitag, den 11. September 2026 das Jubiläum „20 Jahre Führung der Luftstreitkräfte in Salzburg“ begangen.
WALS-SIEZENHEIM, SALZBURG. Im Mittelpunkt des heutigen Festaktes, am 11. September 2026, bei der Schwarzenbergkaserne in Wals-Siezenheim standen nicht nur ein Rückblick auf zwei Jahrzehnte Führungspräsenz, sondern auch der aktuelle Auftrag zur Sicherung des österreichischen Luftraumes und die Weiterentwicklung der Luftstreitkräfte zur „Luftverteidigung 2032+“ im Rahmen des Aufbauplanes ÖBH2032+.
Zukünftige Herausforderungen
Generalmajor Gerfried Promberger, Kommandant der Luftstreitkräfte und Air Chief bei seiner Rede in der Schwarzenbergkaserne.
Generalmajor Gerfried Promberger, Kommandant der Luftstreitkräfte und Air Chief, spannte in seiner Ansprache den Bogen von der Entwicklung der Führungsstrukturen über den aktuellen 24/7-Auftrag bis zu den künftigen Herausforderungen der österreichischen Luftverteidigung.
„20 Jahre Führung der Luftstreitkräfte in Salzburg ist ein guter Anlass zurückzublicken, einerseits. Andererseits wäre es aber zu wenig dieses Jubiläum nur als Rückschau zu verstehen. Unsere Geschichte verpflichtet uns, nicht stehen zu bleiben. Sie verpflichtet uns vielmehr, bereit zu sein. Der Schutz des österreichischen Luftraumes ist dabei täglicher Einsatz. Moderne Luftverteidigung umfasst heute weit mehr als den Einsatz bemannter Luftfahrzeuge. Sensorik, Radar, Führungsfähigkeit, bodengebundene Luft- und Drohnenabwehr und unterschiedliche Wirkmittel müssen künftig noch stärker miteinander vernetzt werden.“
sagt Generalmajor Promberger.
Professionalität und Partnerschaft
Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf bei ihrer Rede zu 20 Jahre Luftstreitkräfte in Salzburg.
Die Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf betont in ihrer Rede:
„Seit 20 Jahren tragen die Luftstreitkräfte von Salzburg aus Verantwortung für Sicherheit und Schutz unserer Bevölkerung. Dieses Jubiläum steht für Professionalität, Verlässlichkeit und gelebte Partnerschaft zwischen Bundesheer, Land und Gemeinden. Es gilt aber auch, den Blick in die Zukunft zu werfen. Denn die Luftverteidigung in Salzburg wird im Rahmen des Aufbauplans 2032+ weiter stark aufgewertet. Die Schwarzenberg-Kaserne wird zum Zentrum der elektronischen Drohnenabwehr, die weiter verbessert wird, und soll auch ein wichtiger Standort für ‚Sky Shield‘ werden. Das Bundesheer sorgt so für einen sicheren Luftraum.“
Luftraumüberwachung und Schutz
Die Technik zur Drohenabwehr wurde genauestens erklärt.
Seit der Organisationsreform des österreichischen Bundesheeres im Jahr 2006 ist Wals ein wesentlicher Standort für die Führung der österreichischen Luftstreitkräfte und Sitz deren Kommandos. Während sich Strukturen und Organisation in den vergangenen zwei Jahrzehnten weiterentwickelt haben, ist der Kernauftrag unverändert geblieben: den österreichischen Luftraum zu überwachen und die Souveränität Österreichs zu schützen. Im Rahmen des Aufbauplans ÖBH2032+ werden daher Fähigkeiten modernisiert, erweitert und zu einer integrierten, mehrschichtigen Luftverteidigung weiterentwickelt.
Die Luftstreitkräfte sorgen für den Schutz des österreichischen Luftraumes und unterstützen die Bodentruppen durch Transporte und Aufklärungsflüge. Für die folgenden Aufgaben stehen den Fliegerkräften verschiedenste Flugzeug- und Hubschraubertypen aber auch ortsfeste Radaranlagen und Fliegerabwehrsysteme zur Verfügung. Um die Lufthoheit zu wahren, ist es notwendig, eindringende Flugzeuge zu orten, zu identifizieren und gegebenenfalls abzudrängen oder zur Landung zu zwingen. Diese Aufgabe übernehmen vor allem Abfangjäger vom Typ Eurofighter. Die Luftraumüberwachung vom Boden aus erfolgt durch ortsfeste und mobile Radarstationen. In Katastrophenfällen oder bei Unfällen, wo Fahrzeuge und Menschen alleine nicht mehr ausreichen, helfen die Luftstreitkräfte des Bundesheeres. So kommen die Flieger immer wieder bei Hochwasserkatastrophen, Lawinenunglücken oder bei schwer erreichbaren Waldbränden zum Einsatz.
Die Weiterentwicklung der österreichischen Luftstreitkräfte geht in großen Schritten voran. Nach den Beschaffungen im Bereich der Luftfahrzeuge steht nun die bodengebundene Luftverteidigung im Zentrum. Deshalb wird im Rahmen des Aufbauplans 2032 + die bodengebundene Luftabwehr und Drohnenabwehr modernisiert und fit für die Zukunft gemacht. Dies beinhaltet neben der klassischen Fliegerabwehr auch die Fähigkeit, Drohnen aller Größenkategorien abwehren zu können. Derzeit verfügt das Österreichische Bundesheer das System ELDRO, „Elektronische Drohnenabwehr“. ELDRO wurde zum Schutz von Veranstaltungen der EU-Ratspräsidentschaft 2018 beschafft. Das System ist beim Jägerbataillon 8, welches künftig nach Systemerhalt in das Flugabwehrbataillon 8 umbenannt wird, in Wals-Siezenheim disloziert. Diese Fähigkeiten werden erweitert: Als erster Schritt wird die Nutzungsdauer der 35mm Fliegerabwehrkanone verlängert. Die vorhandenen 35mm Systeme werden sich dadurch zu einem der modernsten kanonenbasierten Drohnen bzw. Flugabwehrabwehrsysteme weltweit entwickeln. Dieses Vorhaben soll mit dem 1.Quartal 2028 abgeschlossen sein.
Als weiterer Schritt sind wir dabei, bis 2030 das System „Skyranger“ mit insgesamt 36 Gefechtsfahrzeugen zu beschaffen, um damit die Fähigkeit des Begleitschutzes im Bundesheer wieder darzustellen. Das System verschießt Munition bis zu einer Reichweite von 2,5 km und ist zusätzlich mit der Fliegerabwehrlenkwaffe MISTRAL3 ausgerüstet. Dabei sind drei Feuereinheiten für eine gut funktionierende Drohnenabwehr in Salzburg vorgesehen.
Damit spielt die Salzburger Schwarzenberg-Kaserne gerade im Bereich Luftraum eine wichtige Rolle. Einerseits werden an diesem Standort Kurzstrecken-Systeme mit einer Reichweite von bis zu 15 Kilometern, andererseits auch Systeme der mittleren Reichweite bis zu 50 km, werden in Salzburg stationiert, um den Standort für „Skyshield“ zu etablieren und künftig den Luftraum vollumfänglich zu sichern. Im Aufbauplan sind für die Beschaffung dieser beiden Systeme 2,5 Milliarden Euro vorgesehen. Die volle Einsatzbereitschaft soll mit 2032 abgeschlossen werden.
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