Mobbing: Was muss sich ein Lehrling gefallen lassen?

Mobbing am Arbeitsplatz: Opfer können sich an Ansprechpartner innerhalb und außerhalb der Firma wenden. | Foto: Gina Sanders/Fotolia
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BEZIRKE (jmi). Horrorszenario für viele Jugendliche: Man wird ignoriert, ausgelacht, gedemütigt, oder es werden falsche Gerüchte verbreitet. Mobbing hat viele Facetten und ist auch am Ausbildungsplatz keine Seltenheit. "Von Mobbing spricht man bei negativen und schädigenden Handlungen über einen längeren Zeitraum, die sich systematisch gegen eine bestimmte Person richten. Ziel ist die soziale Ausgrenzung", erklärt Daniel Reisinger vom JugendService Eferding. Aber: "Hinnehmen sollte man Mobbing auf keinen Fall, denn dadurch ändert sich nichts, die Situation wird nur schlimmer."

Was Betroffene tun können

"Der erste Schritt ist, mit dem Streitpartner zu klären, ob es eventuelle Missverständnisse gibt. Ein neutraler Zuhörer sollte unbedingt dabei sein. Dann sollen Jugendliche sich Verbündete – andere Lehrlinge oder Vertrauenspersonen – suchen. Gemeinsam ist es leichter, etwas zu verändern, als alleine. Zudem soll mit dem Lehrlingsbeauftragten oder dem Chef gesprochen werden", erklärt Reisinger. "Der Arbeitgeber ist bei Mobbing am Arbeitsplatz dazu verpflichtet, etwas dagegen zu unternehmen." Wichtige Ansprechpartner für Lehrlinge sind in erster Linie der direkte Vorgesetzte, Lehrlingsbeauftragte oder der Betriebsrat des Unternehmens. "Der Chef sollte das Gespräch mit den Jugendlichen suchen und vor allem klar dazu stehen, dass Mobbing keinesfalls akzeptiert wird. Der Betriebsrat kann ebenso beitragen, dass sich das Klima verbessert", so Reisinger.
Wird das Problem nicht firmenintern geregelt, können auch außerbetriebliche Anlaufstellen helfen (siehe Infobox). Eltern sollten vor allem für ihr Kind da sein und ihm zuhören. Aber auch: "Mit dem Kind üben, selbstbewusst aufzutreten, die eigenen Grenzen zu signalisieren. Wenn sich das Kind nicht traut, dem Arbeitgeber etwas zu sagen, können die Eltern dabei auch behilflich sein", weiß Reisinger.

Beratung

Betroffene können sich hier beraten lassen:
• Regionalstellen des JugendService
KiJa OÖ Mobbing- und Gewaltpräventionsstelle (Tel. 0664/152 18 24), Mo bis Fr von 10 bis 12 Uhr sowie Mo, Di und Do von 14 bis 16 Uhr
Mobbingerstberatung des ÖGB

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