Aktionstage: Leerstand in Tirol neu denken
Leerstand nutzen als enormes Potential erkannt
- v.l.n.r.: Stefan Schöpf (Abteilung Bodenordnung Land Tirol), Landeshauptmann Anton Mattle, Christina Röck (Obfrau Regionalmanagent Imst), Harald Kröpfl (Architekt), Vorne: Markus Mauracher (Regionalmanagement Imst), Bernhard Schöpf (Bürgermeister Mils bei Imst)
- Foto: Tatschl
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Im April 2026 wird in ganz Tirol ein starkes Zeichen gesetzt: Die Aktionstage „Leerstand.beleben“ rücken das enorme Potenzial leerstehender Gebäude in den Mittelpunkt. An drei Freitagen und an sieben Standorten in ganz Tirol - in Imst in der Kramergasse - wird aktuell ein ungenutzter Raum im Zentrum bewusst aktiviert, um neue Perspektiven für Ortskerne zu eröffnen.
IMST: Das Ziel ist klar: Leerstände sollen revitalisiert und in lebendige Wohn- und Arbeitsräume verwandelt werden. Ein zentrales Angebot dabei ist die kostenlose Erstberatung für Eigentümer:innen. Fachleute - in Imst Architekt Werner Burtscher, der beispielsweise den Schrofenhof im Pitztal mit Team restaurierte - geben eine fundierte Ersteinschätzung zu individuellen Herausforderungen und Möglichkeiten, zeigen konkrete Wege auf und informieren über passende Förderungen.
- Architekt Burtscher erklärte die Rahmenbedingungen der Leerstandberatung und zeigte Bilder von bereits umgesetzten Projekten in Tirol.
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„Leerstand ist ein Thema in Tirol, in Österreich und in Europa", brachte es LH Anton Mattle auf den Punkt. Er wünschte ausdrücklich viel Erfolg und sicherte die Unterstützung seitens der Landesregierung zu.
- v.l.n.r.: Stefan Schöpf (Abteilung Bodenordnung Land Tirol), Landeshauptmann Anton Mattle, Christina Röck (Obfrau Regionalmanagent Imst), Harald Kröpfl (Architekt), Vorne: Markus Mauracher (Regionalmanagement Imst), Bernhard Schöpf (Bürgermeister Mils bei Imst)
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Impulse, Beratung und Inspiration vor Ort
Die Aktionstage bieten ein vielseitiges Programm: Plakatausstellungen zeigen gelungene Best-Practice-Beispiele, Architekt:innen beraten persönlich zu Sanierung und Fördermöglichkeiten, und Impulsvorträge eröffnen neue Blickwinkel auf die Chancen der Revitalisierung.
Die Realität
Einerseits ist Baugrund rar und teuer in Tirol. Andererseits stehen nahezu in jedem Tiroler Dorf und Tiroler Städten Häuser, Wohnungen oder Wirtschaftsgebäude leer – oft über Jahre oder sogar Jahrzehnte hinweg. Dienstleistungs- und Wirtschaftsbetriebe und Privatpersonen brauchen jedoch leistbaren Raum. Häufig fehlt Eigentümer:innen eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die zukünftige Nutzung. Dabei soll die Leerstandberatung helfen.
Jetzt ist der Moment, Räume neu zu beleben
Öffnen, Licht hineinlassen und Möglichkeiten entdecken, das steht im Zentrum.
In der Diskussion wichtig: Raumhöhen und Abstände bei Bauprojekten waren früher anders. Ausnahmen und eine Gesetzesnovelle bezüglich Altbauten seitens der Bauordnung sind unabdingbar, dass die Vitalisierung von Leerständen nicht an der Bauordnung für Neubauten, die in diesem Fall nicht zur Gänze anwendbar ist, scheitert. LH Mattle kommunizierte, dass die Architekt:innen und das Regionalmanagement, die sich um das Projekt kümmern, aktiv anbringen sollen, um welche konkreten Sachbestände es geht, damit darauf eingegangen werden kann.
Die Wiederbelebung von Leerständen bringt viele Vorteile mit sich
- Weniger Bodenversiegelung und Zersiedelung
- geringere Bau- und Erschließungskosten
- Einsparung von Energie und Ressourcen
- Erhalt historischer und identitätsstiftender Gebäude
Gerade in Ortszentren prägen diese Gebäude das Erscheinungsbild und tragen Erinnerungen vieler Menschen in sich. Ihre Neunutzung verbindet Geschichte mit Zukunft.
Beratung, die weiterbringt
Seit Oktober 2024 gibt es in Tirol ein kostenloses Beratungsangebot für Eigentümer:innen von Leerständen. Dieses wird von den Regionalmanagements sowie der Dorferneuerung und dem Land Tirol organisiert.
Interessierte erhalten Unterstützung durch Architekt:innen, die:
Gebäude vor Ort begutachten, den baulichen Zustand einschätzen, konkrete Handlungsempfehlungen entwickeln
Gemeinsam werden Möglichkeiten ausgelotet, Vorbehalte gegenüber Bauen im Bestand abgebaut und Wege gefunden, bestehende Ressourcen sinnvoll zu nutzen. Ziel ist es, Wohnen und Arbeiten zeitgemäß mit vorhandener Bausubstanz zu verbinden.
Best-Practice-Beispiele helfen dabei, Unsicherheiten zu reduzieren und zeigen, wie aus Leerstand wieder lebendiger Raum werden kann.
Das Angebot ist bewusst kostenlos und niederschwellig gestaltet – mit regionalen Ansprechpartner:innen, die unkompliziert erreichbar sind.
Was erwartet Besucher:innen?
Die Aktionstage bieten Antworten auf zentrale Fragen:
Welche Potenziale stecken in leerstehenden Gebäuden?
Welche Nutzungsmöglichkeiten gibt es?
Welche Formen der Revitalisierung sind sinnvoll?
Wer unterstützt bei der Umsetzung?
Welche Förderungen stehen zur Verfügung?
Ausstellungen und Vorträge machen Mut, neue Perspektiven einzunehmen und gemeinsam mit Expert:innen konkrete Zukunftsideen zu entwickeln.
Veranstaltungsorte
Die Aktionstage finden in folgenden Orten statt:
Imst: Kramergasse 2
Hall in Tirol: Langer Graben 8
Hopfgarten im Brixental: Schmalzgasse 2
Landeck: Malserstraße 16 (altes Jöchler Haus)
Lienz: Muchargasse 15
Reutte: Untermarkt 8
Schwaz: Franz Josef Straße 25
Termine im Überblick
Offene Tür – Potentialfläche Leerstand:
Samstag, 11. April, 11:00–14:00 Uhr
Freitag, 17. April, 14:00–18:00 Uhr
Freitag, 24. April, 14:00–18:00 Uhr
Jeweils mit Beratung vor Ort und Impulsvorträgen um 17:00 Uhr.
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