22.05.2017, 08:53 Uhr

Flüchtlinge werden "neu sortiert"

In Imst sind bislang in drei Unterkünften rund 140 Asylwerber untergebracht. In der Sonneninsel in Auf Arzill sind in zwei Immobilien mehr als 100 Asylwerber betreut worden, im alten Kloster sind derzeit noch an die 30 Personen beherbergt. Beim Haus in Auf Arzill hat die Stadt Imst Eigenbedarf angemeldet, die Kündigung durch den Mieter (Tiroler Soziale Dienste) ist bereits erfolgt. Ähnlich verhält es sich mit dem Standort beim Klösterle in der Oberstadt. Auch hier wurde der Mietvertrag gekündigt, die Flüchtlinge werden nun, laut Georg Mackner von den Tiroler Sozialen Diensten, auf verschiedene Standorte "verteilt". Das löst bei auf verschiedenen Ebenen einigermaßen Ärger aus.
Zahlreiche ehrenamtliche Helfer engagierten sich in den vergangenen Jahren für die Flüchtlinge und sind dabei mit großen Einsatz bei der Sache gewesen. Herta Flür aus Imst ist eine dieser Helferinnen, die im ehemaligen Kloster in der Imster Innenstadt unermüdlich für ihr Klientel im Einsatz war. Sie sagt: "Die Schließung von zwei Standorten in Imst ist für die Asylwerber und für uns Ehrenamtliche eine kleine Katastrophe. Die Integrationsarbeit wird hier offenbar nur wenig gewürdigt, sonst hätte man uns nicht einfach vor vollendete Tatsachen gestellt. Wir hoffen immer noch auf eine Kompromisslösung." Georg Mackner von den Tiroler Sozialen Diensten erklärt: "Die Situation hat sich für uns gravierend verändert, nachdem der große Flüchtlingsstrom versiegt ist. Nun stehen wir vor der Tatsache, dass manche Immobilien, die wir für die Flüchtlinge angemietet haben, halb leer stehen. Wir müssen mit dem Budget sorgsam umgehen und in Sachen Wohnraum die Verdichtung durchsetzen. Das ist ein landesweites Problem." Bürgermeister Stefan Weirather sieht die Sache pragmatisch: "Die Logistik im Flüchtlingswesen verlangt nach solchen Maßnahmen. Natürlich sollte man Menschen nicht willkürlich platzieren, die Budgtedisziplin bei den Tiroler Sozialen Diensten muss aber trotzdem gewahrt sein." Am Montag dieser Woche wurde im alten Kloster mit der Umquartierung der Asylwerber begonnen.
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