27.10.2016, 14:16 Uhr

Vorteile durch optimales Weidekonzept

Peter Frank (Bezirksstellenleiter Landeck) begutachtete mit Mathias und Heinz Griesser und LK-Präsident Josef Hechenberger die Weideflächen.
Oetz: Ötz |

Der Griesserhof in Ötz ist der Tiroler Vorreiter in Sachen Vollweide auf Kurzrasen – ein System, das nicht nur wirtschaftlich Vorteile bringt!

Seit einigen Jahren ist das Interesse der Tiroler Bäuerinnen und Bauern am Thema Weidestrategie gestiegen – Weidehaltung ist wieder modern. Heinz Griesser aus Ötz hat sich bereits vor fünf Jahren für eine Umstellung seines Betriebes auf Kurzrasen-Vollweidesystem entschieden. Diese Bewirtschaftungsmethode ist eine sogenannte Low-Input Strategie und versucht eine hohe Effizienz durch Minimierung der Produktionskosten und eingesetzten Produktionsmittel zu erreichen.

Ausgeklügeltes Management wichtig

Bei Vollweide auf Kurzrasen stehen nicht hohe Einzelleistungen der Tiere, sondern eine hohe Flächenproduktivität und Umwandlungseffizienz von Gras in Milch im Mittelpunkt. „Die Umstellung auf Vollweide war ein Lernprozess für mich. Auch die Tiere mussten sich erst auf dieses neue System einstellen. Wir sind seit 30 Jahren ein Biobetrieb und dementsprechend wichtig ist mir ein schonender Umgang mit den Ressourcen. Gerade im Bereich Boden sehe ich da durchaus Versäumnisse in den letzten Jahren. Auf betonierten Flächen kann man schließlich keine Lebensmittel produzieren“, erklärt Betriebsführer Heinz Griesser.

Unterstützt wurde er bei seinem Vorhaben von Bezirksstellenleiter der BLK Landeck und vormaligen Grünlandreferenten Peter Frank: „Professionelle Weidehaltung ist eine echte Zukunftsstrategie. Beste Futterqualität zu sehr geringen Kosten und dabei noch eine Verbesserung der Lebensqualität waren für mich von Anfang an die unschlagbaren Argumente der Kurzrasenweide. Für mich als Berater und auch für die Pilotbetriebe war es ein Lernprozess. Exkursionen und der intensive Austausch mit Experten aus Bayern und Österreich haben dazu geführt, dass jetzt schon einige Betriebe in Tirol dieses System sehr erfolgreich umsetzen. Rechtzeitiger Austrieb und angepasster Weidedruck sind die Erfolgsfaktoren, so erreichen unsere Betriebe eine Weidezeit von über sieben Monaten.“

Betriebsstrategie mit Zukunft

Der Griesserhof mischt dabei mittlerweile im Europäischen Spitzenfeld mit: In einem internationalen Projektvergleich von Bio-Weidebetrieben aus Versuchsländern wie Deutschland, Holland oder der Schweiz erzielte Heinz Griesser hervorragende Ergebnisse bei der Netto-Flächenleistung. Diese wird durch Aufteilung der erzeugten Milch auf die Art der Energiezufuhr ermittelt. Bis zum Ende der Weidesaison können so im Schnitt 12.000 kg Milch/ha Weidefläche erwartet werden. „Zu solchen Spitzenleistungen kann ich dem Betrieb und seinem Team nur gratulieren. Für mich zeigen diese Ergebnisse auch, dass Vollweidesysteme in Tirol durchaus Potential haben und für einige Bauernfamilien eine interessante Alternative darstellen können. Neben dem Tierwohl steht für mich vor allem der betriebswirtschaftliche Faktor im Vordergrund: Das Vollweidesystem ermöglicht, die zur Verfügung stehenden Flächen effizienter zu nutzen und dabei eine große Ersparnis bei den Produktionskosten zu erzielen. Das ist sicherlich ein zukunftsweisendes Rezept“, zeigt LK-Präsident abschließend die großen Zukunftsperspektiven der professionellen Weidehaltung auf.
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