Gedanken
Alleinsein ist Luxus, Einsamkeit macht krank!

Die Telefonseelsorge nimmt den Menschen wahr und hört zu.
  • Die Telefonseelsorge nimmt den Menschen wahr und hört zu.
  • hochgeladen von Arno Cincelli

Einsamkeit und Beziehungsprobleme: Topthemen in der Telefonseelsorge

(dibk). Mehr als 40 Prozent der Anrufe in der Telefonseelsorge können den Schwerpunkten „Einsamkeit und Beziehungsprobleme“ zugeordnet werden. Das sind allein in Tirol über 6000 Anrufe von sich einsam fühlenden, zum Teil auch isoliert lebenden Menschen. Insgesamt erreichten die Telefonseelsorge Innsbruck im Vorjahr 15.100 Anrufe.

Es scheint heute schwerer zu sein, gute LebenspartnerInnen zu finden und zu behalten. Die Menschen sind sehr idealistisch, legen die Latte hoch, die Sehnsüchte und Wünsche sind groß. Das Scheitern wird als persönliches Versagen gesehen, nicht darin, dass die Individualisierung in unserer Gesellschaft und vieles mehr beständige Partnerschaft so schwer macht.
„Bemerkenswert ist auch, dass Gefühle der Einsamkeit und der Isolation bei Alleinlebenden ebenso vorhanden sind wie bei Menschen, die in Familien leben. Man kann auch mit vielen Menschen um sich herum einsam sein, wenn die anderen einen nicht wirklich wahrnehmen. Oftmals schlägt sich das auch in psychischen und körperlichen Erkrankungen nieder“, berichtet Astrid Höpperger, Leiterin der Telefonseelsorge in Innsbruck.

Telefonseelsorge nimmt den Menschen wahr und hört zu

Zuhören, ein Ohr sein, in das man jammern kann, Wertschätzen, die Person in ihrem Selbstwertgefühl stärken – all dies wird von den TelefonseelsorgerInnen Tag für Tag versucht. Die Menschen erleben es als wohltuend, wenn sich ein anderer für sie interessiert und sie als Mensch wahrnimmt. Der/ die AnruferIn soll spüren, hier hört mir jemand zu, geht auf mich ein und denkt mit mir gemeinsam über meine Sorgen nach. „Die Telefonseelsorge will und kann die Zuversicht der AnruferInnen stärken und sie ermuntern, ihr persönliches soziales Netz zu pflegen. Wir motivieren sie, für sich Sorge zu tragen, wenn der „Blues“ wieder einmal zu heftig wird“, so Höpperger.

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