Reichenau
Aneckende Jugendliche – ein Spiegelbild der Gesellschaft

Christoph Kirchmair (Polizei), Andrea Dengg (FPÖ), Gerald Depaoli (Team Gerechtes Innsbruck) und Franz X. Gruber (Vizebürgermeister, ÖVP)
  • Christoph Kirchmair (Polizei), Andrea Dengg (FPÖ), Gerald Depaoli (Team Gerechtes Innsbruck) und Franz X. Gruber (Vizebürgermeister, ÖVP)
  • Foto: Isser
  • hochgeladen von Nadine Isser

REICHENAU. Der Park hinter der St. Paulus Kirche in der Reichenau ist ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche. Anrainer fühlen sich von ihnen jedoch oft gestört: es sei zu laut, Drogen werden gedealt, vereinzelt sogar volle Wasserflaschen auf Balkone und gegen Fenster geworfen.

Generell sei das Benehmen der Jugendlichen respektlos. Daher kommt es immer wieder zu Einsätzen der MÜG und der Polizei. Gerald Depaoli vom Team Gerechtes Innsbruck nahm die Beschwerden ernst und berief eine Bürgerversammlung ein, auch Vizebürgermeister Franz X. Gruber, Vertreter der Polizei und MÜG waren anwesend und auch das STADTBLATT war vor Ort.

Bürgerversammlung

Nach dieser ersten Versammlung beruhigte sich die Lage: Vermehrte Polizeipräsenz brachte Ruhe in die Gegend – das konnten Anrainer bei einer erneuten Bürgerversammlung berichten. Gelöst ist das Problem aber nicht, höchstens verlagert. Es wurden weitere Überlegungen angestellt, wie man das Problem in den Griff bekommen könnte: Noch mehr Polizei oder eine Videoüberwachung des Parks. Die Vertreter der Polizei und Politik versuchten zu beruhigen: Selbstverständlich sei, dass es für Jugendliche einen Platz braucht. Auch müsse man unterscheiden, zwischen den Jugendlichen im dortigen Jugendzentrum und denjenigen im Park – es handle sich dabei um verschiedene Gruppen. Auch soll man eine gewisse Toleranz jugendlichem Verhalten entgegen bringen, schließlich waren wir alle einmal jung. Trotzdem werden die Anliegen der Anrainer ernst genommen, es wurde bereits gehandelt und die Lage hat sich sichtlich verbessert.

Jung und orientierungslos

Wie sich herausstellt, ist die Reichenau nicht die einzige Gegend in Innsbruck, in der „herumlungernde“ Jugendliche und Anrainer in Konflikt geraten. Die anwesenden Vertreter der Polizei und der Vizebürgermeister beweisen aber menschliche Sensibilität, wenn sie darauf aufmerksam machen, dass solche Jugendliche oft aus schwierigen Verhältnissen kommen. Zum Beispiel sogenannte „Schlüsselkinder“, die viel Zeit alleine verbringen, sich ihr Essen in der Mikrowelle warm machen, frustriert und alleingelassen sind. Ob die Lage allerdings wirklich schlimmer wird? Denn schon Sokrates sagte: „Die Jugend hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte.“

Spiegelbild einer Gesellschaft

Caritas Direktor Georg Schärmer sieht keine dramatisch ansteigende Zahl von respektlosen Jugendlichen, wohl aber sinkende Toleranz der Erwachsenen für alles, was nicht der Norm entspricht. „Jugendliche sind nicht die Norm, sie sind „Sturm und Drang“. Aber dafür hat die Gesellschaft immer weniger Verständnis.“ Das respektlose Verhalten sei gestiegen, aber nicht nur bei den Jugendlichen, sondern auch bei den Erwachsenen. „Die Jugendlichen sind ein Spiegelbild einer erwachsenen Gesellschaft, die das Gespür dafür verloren hat, den Menschen nicht zu entwürdigen“

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