Mietstundung
Eine Petition für Härtefälle

Bei Härtefällen sollen Mieter und Mieterinnen von städtischen Wohnungen nicht hängen gelassen werden.
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  • Bei Härtefällen sollen Mieter und Mieterinnen von städtischen Wohnungen nicht hängen gelassen werden.
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Adi Sandbichler will helfen. Er startete eine Petition, um jenen Menschen unter die Arme zu greifen, die es aktuell am Wohnungsmarkt besonders schwierig haben.

INNSBRUCK. Alleinerziehende Mütter ohne Einkommen, Familien ohne regelmäßigen Lohn, Studenten ohne Arbeit: Sie bangen alle. Woher soll das Geld für die Miete, das Essen, die Lebenserhaltungskosten kommen? Das hat sich auch der Innsbrucker Adi Sandbichler gedacht, der nun eine Petition ins Leben gerufen hat. Darin appelliert er an die Vermieter des Landes:

"Halten wir in dieser schwierigen Zeit zusammen: mietfrei oder Mietreduktion für Härtefälle unter ihren Mieterinnen und Mietern!"

Was ihn dazu gebracht hat diese Petition ins Leben zu rufen? "Ich bin selbst nicht betroffen, aber eine Bekannte von mir. Sie ist alleinerziehend und als Fremdenführerin tätig. Alle ihre Aufträge wurden storniert und sie hat kein Einkommen mehr."

"Die Stadtwohnungen gehören uns Innsbruckern"

Ursprünglich ging es Sandbichler nur darum in Härtefällen bei Stadtwohnungen zu helfen: "Irgendwo gehören diese Stadtwohnungen ja uns Innsbruckern und ich will nicht, dass in dieser Lage von jenen Geld eingetrieben wird, die es gerade nicht haben. Die Gemeinschaft kann das längerfristig viel besser abfedern als jeder Einzelne." Beispiele gibt es derzeit aus Kärnten, aber auch aus Finkelstein am Faaker See. In Klagenfurt versicherte man, dass im Härtefall keine Mieten bei Stadtwohnungen eingehoben werden. In Finkenstein – wo die Gemeinde 240 Wohnungen besitzt – wurde gar die Miete für April einheitlich erlassen. 
Nun macht es auch Innsbruck – zumindest teilweise – nach: Jeder Einzelfall wird geprüft und falls es sich um einen Härtefall handelt, wird die Miete gestundet. Diese Nachricht kommt nicht nur von der TIGEWOSI oder der Neuen Heimat Tirol, sondern auch vom Bürgermeister höchstpersönlich. Georg Willi:

"Die Folgen des Coronavirus treffen vor allem jene besonders hart, die aufgrund von Kurzarbeit oder Jobverlust ihre Miete nicht mehr zahlen können. Als Stadt sehen wir uns selbstverständlich verpflichtet, den Mieterinnen und Mietern städtischer Mietwohnungen unter die Arme zu greifen. Unsere Mieterinnen und Mieter können sich im Falle von Zahlungsschwierigkeiten an die jeweilige Hausverwaltung wenden. Die Hausverwaltungen prüfen jeden Einzelfall gesondert und wohlwollend. Delogierungen finden selbstverständlich keine statt.“

Private sind aufgerufen dem Beispiel der gemeinnützigen Bauträger zu folgen

Sandbichler hat – zumindest zum Teil – erreicht, was er wollte. Nun will er aber auch jenen helfen, die privat in Miete sind. In Halle in Deutschland gibt es ein Beispiel dafür, dass sich in dieser harten Lage sogar Privatvermieter solidarisch zeigen: Einem Geschäftslokal, das nun zusperren musste, wurde für die Zeit der Sperre die Miete erlassen. Ob so eine Vorgangsweise auch in Tirol vorstellbar ist? – Darauf darf man gespannt sein!

Autor:

Agnes Czingulszki (acz) aus Innsbruck

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