Demographische Stabilität
Innsbruck ist alt und altert immer weiter
- Innsbruck altert immer weiter: Der Prozentanteil der unter-20-Jährigen, gemessen an der Gesamtbevölkerung im Untersuchungszeitraum der statistischen Quartalsblätter, ist von 18,3% auf 15,8% (-2,5 Prozentpunkte) gesunken. Welcher Stadtteil die meisten Senioren hat, erfahrt ihr hier.
- Foto: Pixabay/brfcs Symbolbild
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Aus den statistischen Quartalsblättern der Stadt Innsbruck lassen sich unter anderem demografische Strukturmerkmale wie das Alter der Innsbrucker Bevölkerung herauslesen. Ein Fazit vorweg: Innsbruck ist alt und wird auch weiter altern. Wie es in den einzelnen Stadtteilen aussieht, erfahrt ihr hier.
INNSBRUCK. Für die Auswertung nahm das Referat für Statistik eine Grobgliederung vor: Der Altersgruppe „Kinder“ (unter 15 Jahre) gehören 15.379 Personen an. 92.122 Einwohner können der Gruppe der Personen im erwerbsfähigen Alter (15 bis 64 Jahre) zugeordnet werden. Als „Senioren“ (≥ 65 Jahre) lassen sich 25.577 klassifizieren, wobei die 4.038 „Hochbetagten“ (≥ 85 Jahre) besonders hervorzuheben sind.
Wie stabil ist der "Generationenvertrag"
Durch die Analyse der Altersgruppen ließ sich auch beurteilen, wie es um die Tragfähigkeit der sozialen Sicherungssysteme bzw. die demografische Stabilität des "Generationenvertrages" steht. In Innsbruck entfallen derzeit auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter 17 Kinder und 28 Senioren. Theoretisch betrachtet müssen 45 Kinder und Senioren von 100 potenziell Erwerbsfähigen finanziert werden.
Laut der Quartalsblätter ist das Verhältnis weitaus prekärer. Denn zum einen ist nur ein Bruchteil der 15- bis 20-Jährigen im vollen Sinne selbsterhaltungsfähig, zum anderen ist nicht jeder Erwerbsfähige auch tatsächlich (in Vollzeit) erwerbstätig, und zum Dritten tritt nicht jeder Erwerbstätige erst im Alter von 65 Jahren den Ruhestand an. Die Statistik zeigt, dass die Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-Jährigen in Innsbruck derzeit bei 70,6% liegt.
Anteil der "Jungen" markant rückläufig
Der Prozentanteil der Unter-20-Jährigen gemessen an der Gesamtbevölkerung im Untersuchungszeitraum ist von 18,3% auf 15,8% (-2,5 Prozentpunkte) gesunken. Absolut betrachtet beträgt die Differenz zwischen Ausgangs- und Endwert zwar lediglich 265 Personen, da aber sowohl die Gruppe der 20- bis 64-Jährigen (durch Zuwanderung) als auch jene der Senioren (durch die „normale“ demografische Entwicklung) stark angestiegen ist, ist der relative Anteil der „Jungen“ markant rückläufig ausgefallen. Die Zahl der 20- bis 64-Jährigen wird auch in den nächsten zehn Jahren weiter sinken, prognostiziert man in der Statistik. Denn die von unten nachrückenden Jahrgänge können die Abgänge in das Segment der ≥ 65-Jährigen nicht kompensieren. Durch den Übertritt stark besetzter Kohorten in das Seniorensegment wird dieses auf der anderen Seite – sowohl relativ als auch absolut betrachtet – an Gewicht zulegen. Seit 2005 ist der Anteilswert der „Senioren“ gemessen an der Gesamtbevölkerung um 2,6 Prozentpunkte – von 16,6% (2005) auf 19,2% (2025) – gestiegen.
Wie sieht es in den einzelnen Stadtteilen aus?
Sieht man sich die einzelnen Innsbrucker Stadtteile an, lässt sich erkennen, dass manche mehr und manche weniger "alt" sind. Immerhin ist in 18 von 20 Stadtteilen im Verlauf der letzten 20 Jahre die Kinder- bzw. Jugendlichenquote zurückgegangen.
- Wie sieht der demographische Wandel in den einzelnen Innsbrucker Stadtteilen aus?
- Foto: Screenshot: Statistische Quartalsblätter
- hochgeladen von Lucia Königer
Die auffälligsten Veränderungen nach unten gab es in den Stadtteilen Sieglanger/Mentlberg (-7,6 Prozentpunkte), Amras (-6,4 Prozentpunkte) und Höttinger Au (-5,2 Prozentpunkte). Zugenommen hat die Quote der „Jungen“ in den Stadtteilen Reichenau (+1,3 Prozentpunkte), Olympisches Dorf (+3,2 Prozentpunkte) und Gewerbegebiet Roßau (+5,2 Prozentpunkte).
Die Jüngsten:
Relativ betrachtet gab es am 1.1.2025 im Stadtteil Hungerburg die meisten Kinder bzw. Jugendlichen (22,0% der dort ansässigen Hauptwohnsitzbevölkerung). Auch in den Stadtteilen O-Dorf (20,6%) und Reichenau (19,5%) ist der Anteil der Unter-20-Jährigen verglichen mit anderen Stadtteilen groß.
Die Ältesten:
Die niedrigsten Quoten wurden für die Stadtteile Innenstadt, Mariahilf-St. Nikolaus, Wilten, Hötting und Höttinger Au ermittelt. Hier beträgt der Anteil der Kinder/Jugendlichen gemessen an der ansässigen Hauptwohnsitzbevölkerung jeweils unter 14%.
O-Dorf nach wie vor ältester Stadtteil
Der Anteil der „Älteren“ zeigt sich demgegenüber nur in vier von 20 Stadtteilen rückläufig, nämlich in der Innenstadt (-2,4 Prozentpunkte), in Wilten (-1,7 Prozentpunkte), in der Reichenau (-0,1 Prozentpunkte) und im Gewerbegebiet Roßau (-3,3 Prozentpunkte). Trotz starker Verjüngungstendenz ist das O-Dorf mit einem Seniorenanteil von 28,1% nach wie vor der älteste Stadtteil Innsbrucks. Es wird aber nicht mehr allzu lange dauern, bis das O-Dorf von Vill abgelöst werden wird, das derzeit bei einer Seniorenquote von 27,2% rangiert. In den Stadtteilen Vill und O-Dorf sind die Seniorenquoten innerhalb der letzten 20 Jahre um mehr als zehn Prozentpunkte nach oben geklettert. Ebenfalls stark zugenommen hat der Anteil der Über-65-Jährigen in den Stadtteilen Hötting West (+8,8 Prozentpunkte), Igls (+7,6 Prozentpunkte) und Mariahilf-St. Nikolaus (+6,0 Prozentpunkte).
- Wie unterschiedlich sich mit Blick auf die 20 Innsbrucker Stadtteile der Altersaufbau der Bevölkerung darstellen kann, zeigen die beiden konträren Beispiele Innenstadt und Olympisches Dorf.
- Foto: Screenshot: Statistische Quartalsblätter
- hochgeladen von Lucia Königer
Für Innsbruck insgesamt kann festgehalten werden, dass die Seniorenquote im Untersuchungszeitraum um 2,6 Prozentpunkte – von 16,6% im Jahr 2005 auf 19,2% im Jahr 2025 – größer geworden ist. Wie unterschiedlich sich mit Blick auf die 20 Innsbrucker Stadtteile der Altersaufbau der Bevölkerung darstellen kann, zeigen die beiden in Grafik 6 abgebildeten konträren Beispiele Innenstadt und Olympisches Dorf.
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