Aktionstag gegen Desinformation
Kampfansage in Innsbruck
- Am #DemocracyInAction-Aktionstag wollen das Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments Wien und das Europäische Forum Alpbach (EFA) in Innsbruck auf die Gefahren von Desinformation aufmerksam machen. Im Bild (v.l.n.r.): Matthias Kettemann, Uni Innsbruck, EFA-Präsident Othmar Karas, MEP Sophia Kircher und Valentin Meixner, Trainer bei Understanding Europe.
- Foto: Oss/Europäisches Parlament
- hochgeladen von Marlene Huber
Coronapandemie, Klimakrise und Soziale Medien, sie alle haben etwas gemeinsam: Fake News! Doch was wird dagegen getan? Am Freitag, 6. Juni, fand in Innsbruck der #DemocracyInAction-Aktionstag statt.
INNSBRUCK. Der 6. Juni stand ganz im Zeichen von #DemocracyInAction. Das Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments Wien und das Europäische Forum Alpbach (EFA) machten auf die Gefahren von Desinformation aufmerksam. Dazu sprachen die Europaabgeordnete Sophia Kircher, EFA-Präsident Othmar Karas, Universitätsprofessor Matthias Kettemann sowie Valentin Meixner von Understanding Europe über ihre Expertise im Kampf gegen Falschnachrichten.
Macht und Geld als Motiv
Die Expertinnen und Experten sind sich einig: Desinformationen sind eine Gefahr für die Demokratie. Dabei geht es, wie EFA-Präsident Othmar Karas betonte, nicht etwa um unterschiedliche Meinungen – die für eine Demokratie wichtig sind. Vielmehr ist es der strategische und bewusste Einsatz von Fake News, der die Demokratie zunehmend schwächt.
- Alle Expertinnen und Experten warnen vor den Auswirkungen von Desinformationen. Im Bild (v.l.n.r.): Matthias Kettemann, Uni Innsbruck, EFA-Präsident Othmar Karas, MEP Sophia Kircher und Valentin Meixner, Trainer bei Understanding Europe.
- Foto: Oss/Europäisches Parlament
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Motive zur Verbreitung von Unwahrheiten sind zudem nicht ausschließlich politisch motiviert, wie Rechtsexperte Matthias Kettemann hinzufügte. Da Fake News meist auf Emotionen setzen, generieren diese besonders viele Interaktionen auf den sozialen Medien – und das bedeutet auch viel Geld.
Die Auswirkungen von Falschnachrichten auf die Demokratie können bereits beobachtet werden, wie die Europaabgeordnete Sophia Kircher von der EVP erklärte:
"Die Einflussnahme aus Drittstaaten ist bei den letzten Wahlen wie zum Beispiel in Moldawien besonders sichtbar geworden. Dies ist ein Auftrag zu handeln."
Was wird im Kampf gegen Desinformation getan?
Politik und Justiz beschäftigen sich ausgiebig mit der Problematik. So wird das Thema auch beim nächsten Alpbach-Forum auf dem Programm stehen, verrät Karas. Der Plan ist, "konkrete Maßnahmen zur Stärkung der demokratischen Resilienz" zu erarbeiten, sagt der EFA-Präsident. Auch die Medienkompetenz und kritisches Denken sollen gefördert werden. Im Europäischen Parlament setzt man sich ebenfalls mit der Problematik auseinander. Kircher verwies auf wichtige gesetzliche Rahmenbedingungen auf Ebene der Europäischen Union:
"Mit dem Digital Services Act und dem AI-Act schützen wir unsere europäische Werte und auch der Schutz des Einzelnen wird in einen rechtlichen Rahmen gegossen. Darüber hinaus sieht das Europäische Parlament im Kampf gegen Desinformation einen starken Bildungsauftrag."
- Europaabgeordnete Sophia Kircher verweist im Kampf gegen Desinformation auf den Digital Services Act und den AI-Act als wesentliche Instrumente.
- Foto: EP
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Jedoch – ein rechtlicher Rahmen allein ist nicht ausreichend. Um besonders auch junge Menschen zu erreichen und zu sensibilisieren, fand am Vormittag des #DemocracyInAction-Tags das "Bad News Game" statt. Dabei handelt es sich um ein interaktives Spiel, das Schulklassen die Erkennung von Desinformation vermitteln soll. Valentin Meixner, der das Spiel mit den Jugendlichen durchführte, sagt dazu:
"Wir tragen mit unserer Initiative dazu bei, Jugendliche spielerisch aufzurütteln und ihnen Medienkompetenz zu vermitteln. Im frühen Alter anzusetzen und bereits hier durch Gamification das kritische Denken anzuregen, schützt auch die Demokratie."
- Beim "Bad News Game" lernen Schulklassen die Erkennung von Desinformation.
- Foto: Oss/Europäisches Parlament
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